Mit Rahmenkrediten lässt sich viel Geld sparen

Die Situation kennen viele: Das Girokonto ist schon zur Monatsmitte in den roten Zahlen. Auf dem Tagesgeldkonto sind nach der letzten Urlaubsreise nur noch 12,70 Euro drauf. Bis das nächste Gehalt auf dem Konto eingeht, sind es noch fast drei Wochen. Und ausgerechnet jetzt ist eine teure Autoreparatur fällig.
Die Lösung lautet für viele Bankkunden: Sie überziehen dann einfach weiter ihr Girokonto, nutzen ihren Dispokredit. Doch das kann teuer werden. Als günstigere Alternative und dauerhafte Notreserve kommen stattdessen Rahmenkredite, auch Abrufkredite genannt, in Frage. Für clevere Bankkunden sind sie i.d.R. die beste Medizin gegen kostspielige Dispokredite.

Der Dispokredit ist meist eine besonders teure Variante, sich bei einer Bank Geld zu leihen. Die Marktbeobachter der Frankfurter FMH-Finanzberatung verzeichnen dafür derzeit einen durchschnittlichen variablen Sollzins von 11,3%, in der Spitze sind es 14% (Stand 08.06.2011). Für Verbraucher, die nur vorübergehend mit kleineren Summen im Minus sind, ist ein Dispokredit noch durchaus akzeptabel. Ist das Girokonto dagegen dauerhaft mit mehreren tausend Euro überzogen, summieren sich die Zinsen übers Jahr hinweg schnell auf Hunderte von Euro. In solchen Fällen "kann ein Abrufkredit Entlastung bringen. Der ist oft nur halb so teuer wie der Dispokredit", schreibt die Tageszeitung Die Welt. Diese Behauptung stimmt allerdings nur für ausgesuchte Geldhäuser. So liegt der Rahmenkredit bei der ING-DiBa beispielsweise bei einem variablen Sollzins von 6,74% (Stand 8.6.2011).

Vorteile eines Rahmenkredits:

Beim Abruf- oder Rahmenkredit räumt eine Bank einen bestimmten Kreditrahmen ein. Er beginnt meist bei 2.500 oder 5.000 Euro. Die großen Vorteile dieses Kredits: Der Kunde

  • muss nur für den Betrag Zinsen zahlen, den er letztlich in Anspruch nimmt, den er also wirklich braucht - genauso wie beim Dispo;
  • hat freie Wahl, er kann den Rahmenkredit bei seiner Hausbank oder bei einem anderen Geldhaus beantragen, das neue Institut überweist dann den angeforderten Betrag auf das angegebene Girokonto, damit es wieder schwarze Zahlen schreibt; um das Girokonto auszugleichen, muss also kein weiteres Konto eröffnet werden;
  • kann den Rahmenkredit von heute auf morgen komplett zurückzahlen, er muss es aber nicht.

In einem wichtigen Punkt gibt es jedoch oft einen Unterschied zum Dispo: bei der Höhe der Zinsen.

Beispielrechnung:

Wie viel sich mit dem Rahmenkredit sparen lässt, zeigt diese Beispielrechnung: Angenommen, ein Kunde benötigt für ein ganzes Jahr einen Kreditrahmen von 5.000 Euro. Anschließend will er das Geld komplett zurückzahlen. Dann muss er beim Rahmenkredit der ING-DiBa mit einem Sollzins von 6,74% insgesamt 348 Euro aufbringen – dabei sind die Monat für Monat aufgelaufenen Zinsen bereits eingerechnet. Hätte der Kunde dagegen seinen Dispokredit weiter ausgeschöpft, wäre bei dem Dispo-Durchschnittszins von 11,3% die Zinslast auf 589 Euro gestiegen – bei der üblichen vierteljährlichen Zinsverrechnung. Der Mehraufwand beträgt also 241 Euro. Richtig teuer wird es bei einem Dispo-Zinssatz von 14% – dann hätte dies sogar stolze 390 Euro mehr gekostet! Und wer seinen Dispokredit überzieht, muss i.d.R. einen noch höheren Strafzins entrichten.

Angebote vergleichen:

Auch beim Rahmenkredit sind nicht alle Angebote gleich. Wer alles richtig machen will, sollte genau hinschauen und diese 3 Faustregeln beachten:

  1. Einige Anbieter verlangen beim Rahmenkredit Bearbeitungsgebühren. Das kann den Kredit erheblich verteuern. Die Stiftung Warentest rät deshalb, stets auf den effektiven Jahreszins zu achten, in dem alle Zusatzkosten des Kreditgebers eingerechnet sind.
  2. Die Zinsen beim Rahmenkredit sind i.d.R. variabel. Die Bank kann also ihre Konditionen jederzeit senken oder erhöhen, wenn sich die Kreditzinsen auf dem Kapitalmarkt ändern. Dies sollten die Kunden im Blick haben. Etliche Banken verlangen eine bestimmte monatliche Mindesttilgung von bis zu 3% des in Anspruch genommenen Betrags. Bei einer Kreditsumme von 5.000 Euro sind das 150 Euro – und zwar Monat für Monat. Da sind die Angebote von so mancher Direktbank viel flexibler. So stellt beispielsweise die ING-DiBa ihren Kunden vollkommen frei, wann sie den Rahmenkredit zurückzahlen.
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