Darum geht es

Die Besteuerung von Fonds und ETFs hat sich geändert.

Die Reform der Investmentbesteuerung ist am 01.01.2018 in Kraft getreten. Alle Investmentanteile (Fonds und ETFs) werden seitdem nach der gleichen Systematik besteuert.


Das steckt dahinter

  • Die Berechnung, um die Höhe der Abgeltungsteuer / Besteuerung zu bestimmen, ist einfacher geworden.
    => die Besteuerung wird verständlicher
  • Für alle Investmentanteile-Typen wird die gleiche Systematik der Besteuerung angewendet. Es gibt keine Unterschiede mehr in der Besteuerung von ausschüttenden oder thesaurierenden, in- oder ausländischen Investmentanteilen.
    => alle Investmentanteile sind gleichermaßen „steuereinfach“
  • Die Abgeltungsteuer auf Investmentanteile wird von uns berechnet und einbehalten – auch für thesaurierende Investmentanteile. Somit sind für thesaurierende Investmentanteile keine Extra-Angaben mehr in der Steuererklärung nötig.
    => Steuerstundungen werden vermieden
    => weniger Aufwand in der Steuererklärung

Das war der Start der Investment­steuerreform

Alle Investmentanteile gelten zum 31.12.2017 als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Die dafür erforderlichen Kurse haben wir von den Fondsgesellschaften erhalten. Dabei wurde ein „fiktives“ Veräußerungsergebnis berechnet. „Fiktiv“ deshalb, weil kein tatsächlicher Verkauf Ihrer Anteile und keine tatsächliche Gutschrift auf Ihrem Verrechnungskonto erfolgte.

Zum Zeitpunkt der Fondsumstellung hat sich deshalb auch Ihre Depotbewertung verändert. Bitte beachten Sie hierzu die neue, erweiterte Anzeige der Bestandsdetails bei Ihren Fonds.

Sie haben Ihre Investmentanteile vor dem 01.01.2009 gekauft:

  • Ihr Altbestand wurde zum Neubestand.
  • Das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 ist steuerfrei.
  • Wertveränderungen ab dem 01.01.2018 sind bei einem Verkauf steuerpflichtig.
    Dafür erhalten Sie einen Freibetrag von 100.000 Euro je Steuerpflichtigem – den Sie nur über Ihre Steuererklärung geltend machen können.

Sie haben Ihre Investmentanteile nach dem 01.01.2009 gekauft:

  • Das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 ist steuerlich relevant, sobald Sie die Anteile verkaufen.
  • Beim Verkauf wird das fiktive Veräußerungsergebnis zum aktuellen Veräußerungsergebnis – also vom 01.01.2018 bis zum Zeitpunkt des Verkaufs – hinzugerechnet.

Diese Umstellung für die neue Besteuerung haben wir automatisch für Sie erledigt.


So geht es in
2019 weiter

Erstmals in 2019 werden alle Investmentanteile anhand einer Pauschale besteuert – der Vorabpauschale.


Die neue Besteuerung

Grundlagen
  • Die Erträge von Investmentanteilen werden ab dem Jahr 2018 grundsätzlich jährlich besteuert – sowohl die Erträge aus ausschüttenden und auch aus thesaurierenden Investmentanteilen.
    Weil die Erträge bereits teilweise durch den Emittenten versteuert werden (siehe Schaubild), sind die Erträge für Sie teilweise steuerfrei (Teilfreistellung).
  • Bei Verkauf von Investmentanteilen werden auf den Verkaufserlös alle Vorabpauschalen in voller Höhe angerechnet (das erste Mal im Jahr 2019). Diese Erträge müssen somit kein zweites Mal besteuert werden.
    Vom verbleibenden Verkaufserlös ist dann wiederum die Höhe der Teilfreistellung steuerfrei.
  • Pro Jahr ist am Jahresanfang vorab eine Pauschale pro Investmentanteil zu besteuern (Vorabpauschale) - das erste Mal erst im Jahr 2019.
Teilfreistellung

Die Teilfreistellung ist bei Erträgen, bei Verkaufserlösen ab 01.01.2018 und bei der Vorabpauschale ab 01.01.2019 in folgender Höhe anzusetzen:

Mischfonds

15 % Teilfreistellung

Aktienfonds

30 % Teilfreistellung

Immobilienfonds

60 % Teilfreistellung

Immobilienfonds Ausland

80 % Teilfreistellung

So vermindert die Teilfreistellung die Bemessungsgrundlage für die Steuer, z.B. eine Ausschüttung bei einem Aktienfonds in Höhe von 110 Euro um 30 %, also um 33 Euro, auf 77 Euro.
 
Die Teilfreistellung kommt noch vor der Berücksichtigung von Verlusten im Verlustverrechnungstopf (Verlustverrechnung) und dem Freistellungsantrag für die Steuerberechnung zum Tragen.
 
Die Teilfreistellung dient Ihrer Steuerentlastung als Ausgleich für die Steuerbelastung auf der Emittentenseite.
 
Es kann zu Fällen kommen, in denen die Teilfreistellung 0 % beträgt. Dann ist keine Verminderung der Bemessungsgrundlage für die Steuer möglich.

Freibetrag

Der Bestandsschutz für Investmentanteile, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden, ist weggefallen. Der Gesetzgeber tut so, als ob alle Investmentanteile zum 31.12.2017 verkauft und zum 01.01.2018 neu angeschafft wurden. Aus einem Altbestand ist ein Neubestand geworden. Ist bei dem fiktiven Verkauf am 31.12.2017 bei Altbestand ein Gewinn entstanden, bleibt dieser steuerfrei. Alle Veräußerungsgewinne für ehemalige Altbestände, die ab 2018 entstehen, werden künftig besteuert.

Zum Ausgleich können Sie für diese ehemaligen Altbestände einen Freibetrag über 100.000 Euro je Steuerpflichtigen nutzen. Allerdings kann der Freibetrag nur über die Steuererklärung geltend gemacht werden.

In welcher Höhe Sie den Freibetrag in Ihrer Steuererklärung nutzen können, weisen wir Ihnen in Ihrer Jahressteuerbescheinigung ab dem Steuerjahr 2018 aus.

Vorabpauschale

In 2019 werden erstmals alle Investmentanteile anhand einer Pauschale besteuert – der Vorabpauschale.

Die Vorabpauschale bildet den Wertzuwachs Ihres Fonds / ETFs im abgelaufenen Kalenderjahr ab. Dieser gilt am 01.01. des Folgejahrs als zugeflossen und ist sofort steuerpflichtig. Deshalb wird die Vorabpauschale für Wertsteigerungen aus 2018 erstmals Anfang 2019 berechnet.

Die Höhe der Vorabpauschale erhalten wir, wie alle anderen Banken auch, Anfang Januar.

Ausnahmen:

  • Ihr Fonds hat keine Wertsteigerungen erzielt, oder
  • die schon ausgeschütteten Erträge waren höher als die Wertsteigerung.

Wenn Sie Anteile unter dem Jahr erworben haben, fällt die Vorabpauschale nur für die seit Kauf angefangenen Monate an. Jeder vorherige Monate mindert die Vorabpauschale damit um ein Zwölftel.

Das bedeutet für Sie, wir belasten Ihrem Depotverrechnungskonto voraussichtlich am Jahresanfang Steuern.

Ausnahmen:

  • Ihr Freistellungsauftrag reicht dafür aus,
  • Sie haben eine Nichtveranlagungsbescheinigung eingereicht, oder
  • nicht verrechnete, allgemeine Verluste gleichen die Steuerbelastung aus.

Bei einem Verkauf Ihrer Fondsanteile werden dann die bisher schon von Ihnen versteuerten Vorabpauschalen vom Verkaufserlös wieder abgezogen. Damit wird eine doppelte Besteuerung von Erträgen vermieden.

Sollte der verfügbare Betrag auf Ihrem Depotverrechnungskonto für die Belastung der Vorabpauschale nicht ausreichen, sind wir gesetzlich verpflichtet, die Höhe des Kapitalertrages zusammen mit Ihren persönlichen Daten an unser Betriebsstättenfinanzamt zu melden.

Ein Widerspruch gegen die Steuerbelastung ist grundsätzlich nicht möglich. Ist Ihr Depotverrechnungskonto ein Girokonto, können Sie aber mit einem Widerspruch verhindern, dass wir Ihre eingeräumte Kontoüberziehung [Dispokredit] zur Steuerbelastung nutzen. Kann deshalb die Steuerbelastung nicht von uns gebucht werden, müssen wir das ebenfalls unserem Betriebsstättenfinanzamt melden.

Beispiel der steuerlichen Systematik der Vorabpauschale 

Vorabpauschale 

30 Euro 

Berücksichtigung Teilfreistellung z.B. 30 % 

9 Euro 

Ertragsausschüttung nach Teilfreistellung 

21 Euro 

= KapSt-pflichtiger Kapitalertrag 

21 Euro 

Mit Verrechnungstopf Allgemein verrechnet 

3 Euro 

Mit Sparer-Pauschbetrag verrechnet 

8 Euro 

= Bemessungsgrundlage für KapSt vor QuSt 

10 Euro 

Verrechnungstopf Aktien vor Geschäft 

60 Euro 

Verrechnungstopf Aktien nach Geschäft 

60 Euro 

Verrechnungstopf Allgemein vor Geschäft           

3 Euro

Verrechnungstopf Allgemein nach Geschäft        

0 Euro

Sparerpauschbetrag vor Geschäft                         

8 Euro

Sparerpauschbetrag nach Geschäft                      

0 Euro

=> Steuerbelastung mit KiSt 8% 

Kapitalertragsteuer 

2,45 Euro

Solidaritätszuschlag 

0,13 Euro

Kirchensteuer 

0,19 Euro 

Erträge

Alle Erträge aus in- und ausländischen Investmentanteilen werden ab dem 01.01.2018 steuerlich gleich behandelt. Die Meldung und Abrechnung von inländischen und ausländischen Thesaurierungen entfällt.
 

Erträge ab 01.01.2018 aus Investmentfonds sind

  • Ausschüttungen
  • Gewinne / Verluste aus der Veräußerung von Investmentanteilen
  • Vorabpauschale (ab 01.01.2019)

Zu beachten ist, dass Erträge, die rechnerisch dem Jahr 2017 zugehören, aber erst in 2018 zufließen, nach der neuen Systematik der Investmentsteuerreform in 2018 steuerlich behandelt werden.

Beispiel der steuerlichen Systematik bei einer Ausschüttung:

Ausschüttung

100 Euro

Berücksichtigung Teilfreistellung z.B. 30 %

30 Euro

Ertragsausschüttung nach Teilfreistellung

70 Euro

= KapSt-pflichtiger Kapitalertrag

70 Euro

Mit Verrechnungstopf Allgemein verrechnet

20 Euro

Mit Sparer-Pauschbetrag verrechnet

10 Euro

= Bemessungsgrundlage für KapSt vor QuSt

40 Euro

Verrechnungstopf Aktien vor Geschäft

0 Euro

Verrechnungstopf Aktien nach Geschäft

0 Euro

Verrechnungstopf Allgemein vor Geschäft

20 Euro

Verrechnungstopf Allgemein nach Geschäft

0 Euro

Sparerpauschbetrag vor Geschäft

10 Euro

Sparerpauschbetrag nach Geschäft

0 Euro

=> Steuerbelastung mit KiSt 8%

Kapitalertragsteuer

9,80 Euro

Solidaritätszuschlag

0,53 Euro

Kirchensteuer

0,78 Euro

Für beschränkt steuerpflichtige Personen gibt es ab dem 01.01.2018 für Investmentanteile keine Steuerabführung mehr. Eine Erstellung einer Einzelsteuerbescheinigung für Investmentanteile ist somit für Erträge ab dem Steuerjahr 2018 nicht mehr relevant.

Wegfall von Erträgen ab 01.01.2018

Bei einer Veräußerung ab 01.01.2018 ändert sich die bisherige Ermittlung des Veräußerungsergebnisses, da folgende Bereinigungsgrößen entfallen:

  • Zwischengewinn
  • Immobiliengewinn
  • akkum. Altveräußerungsgewinn
  • akkum. Substanzausschüttung
  • bereinigter ausschüttungsgleicher Ertrag

Ab 01.01.2018 erfolgt keine Veröffentlichung und Abrechnung mehr

  • von akkumulierten Erträgen
  • des Mehrbetrags
  • des Schätzwertes
Verkauf

Bei Verkauf von Investmentanteilen ab dem 01.01.2018 ist zu unterscheiden, ob Sie die

Investmentanteile vor dem 01.01.2009 gekauft haben

Das ist für diese Investmentanteile am 31.12.2017 passiert:

  • Alle Investmentanteile gelten zum 31.12.2017 als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Dabei wird ein „fiktives“ Veräußerungsergebnis berechnet.
  • Ihr Altbestand wird zum Neubestand.
  • Das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 ist steuerfrei.

Das ist wichtig bei einem Verkauf ab dem 01.01.2018:

  • Das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 wird bei Verkauf nicht berücksichtigt.
  • Wertveränderungen ab dem 01.01.2018 sind steuerpflichtig.
  • Werte für die Sie den Freibetrag über Ihre Steuererklärung nutzen können, weisen wir Ihnen in Ihrer Jahressteuerbescheinigung aus.
  • Die bis 31.12.2017 angesammelten akkumulierten Erträge und eventuelle Mehrbeträge können nicht mit dem Freibetrag verrechnet werden.
  • Ein realisierter Veräußerungsverlust für die Zeit ab dem 01.01.2018 wird in den Verlustverrechnungstöpfen berücksichtigt.

=> Beispiel für Berechnung des steuerpflichtigen Ergebnisses bei Verkauf ab 01.01.2018:

   Veräußerungserlös ab 2018
./. Veräußerungskosten
./. Anschaffungskurswert zum Kurs vom 01.01.2018
______________________________________________________
= Veräußerungserlös
./. besitzzeitanteilige akkumulierte Vorabpauschale (ab 01.01.2019)
______________________________________________________
= Brutto Veräußerungserlös
./. Berücksichtigung von Teilfreistellungssätzen (15%/30%/60%/80%)
______________________________________________________
= Veräußerungserlös nach Teilfreistellung
+ Akkumulierter Ertrag/Mehrbetrag/Schätzwert fikt. Veräußerung 31.12.2017
+ Zwischengewinn fikt. Veräußerung 31.12.2017
______________________________________________________
= KapSt-pflichtiger Kapitalertrag
   Berücksichtigung Verlustverrechnungstöpfe              
   Berücksichtigung FSA/NVB                                                   
______________________________________________________
= Bemessungsgrundlage für Steuerabzug

Investmentanteile nach dem 01.01.2009 gekauft haben

Das ist für diese Investmentanteile am 31.12.2017 passiert:

  • Alle Investmentanteile gelten zum 31.12.2017 als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Dabei wird ein „fiktives“ Veräußerungsergebnis berechnet.

Das ist wichtig bei einem Verkauf ab dem 01.01.2018:

  • Das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 ist bei Verkauf steuerlich relevant.
  • Das fiktive Veräußerungsergebnis wird zum aktuellen Veräußerungserlös – also vom 01.01.2018 bis zum Zeitpunkt des Verkaufs – hinzugerechnet. Darin sind auch die akkumulierten Erträge, Mehrbeträge und Bereinigungsgrößen bis 31.12.2017 berücksichtigt.
  • Ein realisierter Veräußerungsverlust wird in den Verlustverrechnungstöpfen berücksichtigt

=> Beispiel für Berechnung des steuerpflichtigen Ergebnisses bei Verkauf ab 01.01.2018:

    Veräußerungserlös ab 2018
./. Veräußerungskosten
./. Anschaffungskurswert zum Kurs vom 01.01.2018
______________________________________________________
= Veräußerungserlös
./. besitzzeitanteilige akkumulierte Vorabpauschale (ab 01.01.2019)
______________________________________________________
= Brutto Veräußerungserlös
./. Berücksichtigung von Teilfreistellungssätzen (15%/30%/60%/80%)
______________________________________________________
= Veräußerungserlös nach Teilfreistellung
+ fiktives Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017
+ Akkumulierter Ertrag/Mehrbetrag/Schätzwert fikt. Veräußerung 31.12.2017
+ Zwischengewinn fikt. Veräußerung 31.12.2017
______________________________________________________
= KapSt-pflichtiger Kapitalertrag
   Berücksichtigung Verlustverrechnungstöpfe              
   Berücksichtigung FSA/NVB                                                   
______________________________________________________
= Bemessungsgrundlage für Steuerabzug

Investmentanteile ab dem 01.01.2018 gekauft haben

=> Beispiel für Berechnung des steuerpflichtigen Ergebnisses:

    Veräußerungserlös ab 2018
./. Veräußerungskosten
./. Anschaffungskurswert
./. Anschaffungskosten
______________________________________________________
= Veräußerungserlös
./. besitzzeitanteilige akkumulierte Vorabpauschale (ab 01.01.2019)
______________________________________________________
= Brutto Veräußerungserlös
./. Berücksichtigung von Teilfreistellungssätzen (15%/30%/60%/80%)
______________________________________________________
= Veräußerungserlös nach Teilfreistellung = KapSt-pflichtiger Kapitalertrag
   Berücksichtigung Verlustverrechnungstöpfe              
   Berücksichtigung FSA/NVB                                                   
______________________________________________________
= Bemessungsgrundlage für Steuerabzug

Ein realisierter Veräußerungsverlust wird in den Verlustverrechnungstöpfen berücksichtigt.

Begrifflichkeiten zur Depotbewertung

Begrifflichkeit

Erläuterung

Fiktives, bereinigtes Kursergebnis zum 31.12.2017

Kurswert 31.12.2017
- Kurswert Kauf
= fiktives Kursergebnis 31.12.2017 vor Bereinigung
+ Zwischengewinn Kauf
- Zwischengewinn Verkauf
- Bereinigter ausschüttungsgleicher Ertrag
- Immobiliengewinn
+ Ausschüttungsgleicher Altveräußerungsgewinn
+ Substanzausschüttung
= fiktives, bereinigtes Kursergebnis zum 31.12.2017

Ersatzbemessung fiktive Veräußerung 31.12.2017

Sind keine Anschaffungskosten vorhanden, ermittelt sich das fiktive Veräußerungsergebnis nach der Ersatzbemessungsgrundlage.
Kurswert 31.12.2017
- Kurswert Anschaffungswert nicht vorhanden
= fiktives Veräußerungsergebnis 31.12.2017 x 30 %

Akkum. Thesaurierte Erträge, Schätzwert und Mehrbetrag fiktiver Veräußerung 31.12.2017

Zum 31.12.2017 relevante akkumulierte ausschüttungsgleiche Erträge, Schätzwert und akkumulierter Mehrbetrag in einer Summe.

Akkumulierte ausschüttungsgleiche Erträge

Bei transparenten Fonds sind die akkumulierten ausschüttungsgleichen Erträge steuerpflichtig. Sie werden auf die Besitzzeit berechnet, also vom Anschaffungszeitpunkt bis 31.12.2017.

Schätzwert 

Aufgrund der Investmentsteuerreform bilden Investmentfonds, die ein unterjähriges Geschäftsjahr haben, zum 31.12.2017 ein sogenanntes Rumpf-geschäftsjahr. Das Rumpfgeschäftsjahr ermöglicht einen sauberen Abschluss der Erträge nach der alten Besteuerung. Für diese Wertpapiere mit Rumpf-geschäftsjahr wurde ein Schätzwert in Höhe von 6 % auf den Rücknahmepreis des Geschäftsjahresendes berechnet.
Bei den Gattungen, die ein unterjähriges Geschäftsjahr haben, berechnet sich der Schätzwert zeitanteilig.
Die Daten für diese Schätzwerte wurden uns geliefert. Solange wir keine Stornierung des gemeldeten Schätzwertes erhalten, ist er im fiktiven Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 enthalten.
Erhalten wir ein Storno zu einem Schätzwert, werden wir das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 auch wieder korrigieren.

Akkumulierter Mehrbetrag

Bei intransparenten Fonds kommt der sog. Mehrbetrag zur Anwendung. Es gibt bestimmte Fristen, in welchen die Fondsgesellschaft Ihre Ertragsdaten und Besteuerungsgrundlagen veröffentlichen muss. Erfolgt innerhalb der Fristen keine Veröffentlichung der Besteuerungsgrundlagen, dann wird der Fonds intransparent und die Besteuerung erfolgt ab diesem Zeitpunkt auf der Grundlage des Mehrbetrags. Dabei handelt es sich um eine Strafbesteuerung nach § 6 Investmentsteuergesetz a.F. Steuerpflichtig sind deshalb:
- Die Ausschüttung in voller Höhe zzgl. 70% des Mehrbetrags, der sich aus der Differenz zwischen dem Rücknahmepreis am Jahresende und Jahresanfang ergibt.
- Unabhängig vom Kursgewinn mindestens 6% des letzten Rücknahmepreises am Jahresende (auch bei Kursverlusten). Gibt es keinen Rücknahmepreis, dann ist der Börsenpreis maßgebend.

Der akkumulierte Mehrbetrag wird auf die Besitzzeit berechnet, also vom Anschaffungszeitpunkt bis 31.12.2017.

Zwischengewinn fiktive Veräußerung 31.12.2017

Der Zwischengewinn dient der Besteuerung von Zinserträgen, die Ihr Fonds erzielt hat, wenn Sie Ihre Anteile vor Ende des Geschäftsjahrs zurückgeben oder verkaufen. Ausgeschüttete oder thesaurierte Zinsen sind nicht Bestandteil des Zwischengewinns.

Veräußerungs­ergebnis aus fiktiver Veräußerung am 31.12.2017 Aktien-VVT

Der Veräußerungsgewinn bis zum 31.12.2017 ist für den Verlustverrechnungstopf Aktien relevant. Es handelt sich um eine sogenannte Kapitalinvestitionsgesellschaft, die seit 01.01.2018 der Investmentbesteuerung unterliegt. Ab 01.01.2018 wird der ermittelte Veräußerungsgewinn/-verlust über den Verlustverrechnungstopf Allgemein abgewickelt.

Ersatzbemessung fiktive Veräußerung 31.12.2017 Aktien-VVT

Sind keine Anschaffungskosten vorhanden, ermittelt sich das fiktive Veräußerungsergebnis nach der Ersatzbemessungsgrundlage.
Kurswert 31.12.2017
- Kurswert Anschaffungswert nicht vorhanden
= fiktives Veräußerungsergebnis 31.12.2017 x 30 %


Fragen und Antworten

Funktioniert die Investmentsteuerreform automatisch oder muss ich tätig werden?

Die Umstellung aufgrund der Investmentsteuerreform erfolgte automatisch.

Werden für meine Altbestände Steuern berechnet?

Bei Anteilen, die vor dem 01.01.2009 angeschafft werden, wird das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 bei Verkauf nicht berücksichtigt. Wertveränderungen ab dem 01.01.2018 sind steuerpflichtig. Für diese Wertveränderungen haben Sie die Möglichkeit einen Freibetrag über 100.000 Euro pro Steuerpflichtigem im Rahmen der Steuererklärung zu nutzen.

Was ändert sich an meiner Depotbewertung ab 01.01.2018?

Mit der Investmentsteuerreform gelten zum 31.12.2017 alle Fonds und ETFs steuerlich als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Ein tatsächlicher Verkauf fand nicht statt.
Was bedeutet das für Sie?
Es wurde ein neuer Einstandskurs zum 01.01.2018 ermittelt. In der Depotbewertung werden daher nur noch die Gewinne/Verluste ab diesem Tag angezeigt. Ihre bisher erzielten steuerpflichtigen Gewinne/Verluste können Sie unter der jeweiligen Depotposition in den Bestandsdetails aufrufen.

Kann ich den Freibetrag aufteilen, z.B. mit meinem Partner oder meinen Kindern? Oder kann ich den Freibetrag vererben oder verschenken?

Der Freibetrag beträgt 100.000 Euro pro Steuerpflichtigem und kann nicht aufgeteilt werden. Auch vererben oder verschenken lässt sich der Freibetrag nicht.

Was ist bei einem Depotübertrag mit Gläubigerwechsel (entgeltlich) von Altbestand zu beachten?

Sobald Sie Altbestände mit einem Gläubigerwechsel (entgeltlich) übertragen, verlieren die Anteile den Status „Altbestand“ und gelten als neu angeschafft. Dieses Prinzip ist allerdings bereits heute gültig.

Was ist bei einem Depotübertrag mit Gläubigerwechsel mit Schenkung (unentgeltlich) von Altbestand zu beachten?

Übertragen Sie Altbestände mit Gläubigerwechsel mit Schenkung (unentgeltlich) werden die Informationen des gebildeten Rucksacks an die aufnehmende Bank mitgegeben. Damit gilt der, bei der Umstellung auf die Investmentsteuerreform gebildete, fiktive Veräußerungsgewinn – bzw. Veräußerungsverlust für Altbestände weiter als nicht steuerrelevant.

Für welche Fonds gilt die Teilfreistellung?

Sie gilt in folgender Höhe bei

Mischfonds

15 % Teilfreistellung

Aktienfonds

30 % Teilfreistellung

Immobilienfonds

60 % Teilfreistellung

Immobilienfonds Ausland

80 % Teilfreistellung

Sonstige Fonds

0 % Teilfreistellung

Ab wann wird die Vorabpauschale besteuert?

Das erste Mal im Jahr 2019.

Was passiert mit den fiktiven Veräußerungsgewinnen und –verlusten wenn ich meine Investmentanteile vor 2009 gekauft habe?

Das fiktive Veräußerungsergebnis – sowohl ein Gewinn, als auch ein Verlust - ist in diesem Fall steuerfrei.

Was passiert mit den fiktiven Veräußerungsgewinnen und –verlusten wenn ich meine Investmentanteile ab 2009 bis 2017 gekauft habe?

Das fiktive Veräußerungsergebnis – sowohl ein Gewinn, als auch ein Verlust – ist bei einem späteren Verkauf steuerlich relevant.

Ich bin Steuerausländer, was verändert sich aufgrund der Investmentsteuerreform für mich?

Für Steuerausländer (beschränkt steuerpflichtige) Personen gibt es ab dem 01.01.2018 für Investmentanteile keine Steuerabführung mehr auf Erträge (Ausschüttungen, Gewinne aus der Veräußerung von Investmentanteilen, Vorabpauschale (ab 01.01.2019)). Die Erstellung einer Einzelsteuerbescheinigung für Investmentanteile ist somit für Erträge ab dem Steuerjahr 2018 nicht mehr notwendig.

Kann es sein, dass sich das fiktive Veräußerungsergebnis nachträglich ändert?

Ja, das kann sein. Bis Ende 2020 haben die Fondsgesellschaften die Möglichkeit, die Kurse zu aktualisieren, die sie uns für die Berechnung des fiktiven Veräußerungsergebnisses geliefert haben.