Darum geht es

Sind Sie kirchensteuerpflichtig? Dann führen wir den Kirchensteueranteil Ihrer Abgeltungsteuer für Sie automatisch ans Finanzamt ab. Sie müssen sich um nichts mehr kümmern.


Kirchensteuer ab 2015

Automatischer Kirchensteuerabzug: So einfach ist das

Wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind, führen wir den Kirchensteueranteil Ihrer Abgeltungsteuer automatisch für Sie an das Finanzamt ab. So sieht es das Steuerrecht vor. 

Dafür fragen wir jährlich Ihre Kirchensteuermerkmale beim Bundeszentralamt für Steuern ab, also Ihre Konfession und den Kirchensteuersatz. Für diese Abfrage brauchen wir Ihre steuerliche Identifikationsnummer und Ihr Geburtsdatum.

Der Vorteil für Sie: Der Kirchensteueranteil Ihrer Abgeltungsteuer ist damit komplett bezahlt. Sie müssen das nicht mehr über Ihre Steuererklärung machen.

Wenn beim Bundeszentralamt hinterlegt ist, dass Sie keiner kirchensteuererhebenden Glaubensgemeinschaft angehören, ziehen wir auch keine Kirchensteuer ab.

Datenabruf widersprechen

Wenn Sie nicht möchten, dass das Bundeszentralamt für Steuern uns Ihre Kirchensteuermerkmale mitteilt, können Sie bis 30.06. mit einem Sperrvermerk widersprechen. Der Sperrvermerk gilt dann ab dem folgenden Steuerjahr. Das Bundeszentralamt meldet dem Finanzamt sowohl Ihren Widerspruch als auch die Banken, die Ihre Kirchensteuermerkmale abgefragt haben. Dann fordert das Finanzamt Sie auf, eine Steuererklärung abzugeben.

Ihren Widerspruch richten Sie bitte direkt an das Bundeszentralamt für Steuern. Verwenden Sie dazu das Formular für den Sperrvermerk

Der Sperrvermerk gilt für alle Ihre Bankverbindungen und unbefristet – bis Sie ihn wieder löschen lassen.

Für welche Kunden werden Daten abgefragt?

Beim Bundeszentralamt für Steuern fragen wir die Kirchensteuermerkmale für alle natürlichen Personen an, die Einzelkonten oder Gemeinschaftskonten bei uns unterhalten und unbeschränkt in Deutschland einkommensteuerpflichtig sind. So sieht es das Steuerrecht vor.


Fragen + Antworten

Was passiert, wenn meine Daten nicht aktuell sind?

Damit wir die Kirchensteuer an das Finanzamt abführen können, müssen Ihre aktuellen Adress- und Meldedaten bei uns und beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegt sein. Nur dann bekommen wir die Kirchensteuermerkmale vom Bundeszentralamt für Steuern und können unsere Kunden eindeutig zuordnen.

Ist das nicht der Fall, kann es sein, dass Sie Ihre Kirchensteuer trotzdem über Ihre Einkommensteuererklärung abführen müssen.

Unser Tipp: Bitte halten Sie Ihre Adressdaten immer aktuell.

Welche Konfessionsdaten sind zu mir gespeichert?

Welche Konfessionsdaten wir vom Bundeszentralamt zu Ihnen bekommen haben, können Sie jederzeit im Internetbanking nachsehen.
 
Bitte beachten Sie, dass wir Ihre Daten nicht ändern können. Wenn die Konfessionsdaten, die wir bekommen haben, nicht aktuell sind, können Sie bei Ihrer Meldebehörde oder beim Bundeszentralamt für Steuern nachfragen, welche Daten dort für Sie hinterlegt sind.
 
Wenn Sie erst kürzlich einer Kirche beigetreten oder ausgetreten sind, ist das vielleicht noch nicht beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegt. Dann bekommen auch wir noch die "alten" Daten.
 
Haben Sie zu viel Steuern gezahlt? Oder werden Sie voraussichtlich zu viel zahlen? Oder konnten wir Ihre Kirchensteuer nicht automatisch abführen? All das können Sie über Ihre Steuererklärung erledigen.

Gültigkeit für Einzel- und Gemeinschaftskonten

Ab 2015 führen wir die Kirchensteuer automatisch ab – für alle Ihre Konten und Depots bei uns. Das gilt sowohl für Einzelkonten als auch für Gemeinschaftskonten mit Ihrem Ehepartner oder Lebenspartner.

Voraussetzung für den Kirchensteuereinbehalt bei Gemeinschaftskonten ist, dass es sich bei den Inhabern eindeutig um Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner handelt. Können wir das nicht eindeutig feststellen, dürfen wir keine Kirchensteuer einbehalten. Es kann also sein, dass wir für Ihre Einzelkonten Kirchensteuer abführen, für Ihre Gemeinschaftskonten aber nicht.

Es ist nicht möglich, einzelne Konten oder Depots vom automatischen Steuerabzug auszunehmen.

Frist und Laufzeit

Jedes Jahr zwischen dem 01.09. und dem 31.10. fragen wir beim Bundeszentralamt für Steuern die Kirchensteuermerkmale unserer Kunden ab. Die Auskunft, die das Bundeszentralamt uns gibt, gilt immer für das folgende Jahr.

Bis zum 30.06. können Sie der Datenübermittlung mit einem Sperrvermerk beim Bundeszentralamt widersprechen. Ein einmal eingerichteter Sperrvermerk gilt, bis Sie ihn beim Bundeszentralamt löschen. Änderungen in Sachen Kirchensteuer teilen Sie bitte Ihrer Meldebehörde frühzeitig mit. Daten beim Bundeszentralamt zu aktualisieren, kann bis zu 2 Monate dauern.

Höhe des Steuersatzes

Zurzeit beträgt der Kirchensteuersatz in Baden-Württemberg und Bayern 8%, in allen anderen Bundesländern 9% der Einkommensteuer.

Verteilung der Steuern bei Ehepaaren / Lebenspartnern

Beim automatischen Steuerabzug ab 2015 wird die Kirchensteuer für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften zu gleichen Teilen auf die Partner verteilt (50/50). Wenn uns nur für einen der Ehepartner oder Lebenspartner entsprechende Kirchensteuermerkmale vorliegen, führen wir nur für seinen Ertragsanteil Kirchensteuer ab.

Berechnung der Kirchensteuer

Beispiel: Sie erhalten einen Zinsertrag in Höhe von 100,00 Euro

Abhängig vom Kirchensteuersatz (8 bzw. 9 Prozent) errechnet sich unten stehende Belastung. Ein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung ist in diesem Beispiel nicht berücksichtigt.

Grundlage für die Berechnung der Abgeltungsteuer bei bekanntem Kirchensteuersatz bildet § 32d des Einkommensteuergesetzes.

Gesamtsteuerbelastung
für 100 Euro Zinsertrag

ohne

mit 8%
Kirchensteuer

mit 9%
Kirchensteuer

Abgeltungsteuer

25,00 Euro

24,51 Euro

24,45 Euro

+ Solidaritätszuschlag
(5,5% von der Abgeltungsteuer)

1,37 Euro

1,34 Euro

1,34 Euro

+ Kirchensteuer
(8% bzw. 9% von der
Abgeltungsteuer)

1,96 Euro

2,20 Euro

Belastung gesamt:

26,37 Euro

27,81 Euro

27,99 Euro

Was passiert mit meinem Kirchensteuerauftrag für 2014

Wenn Sie für 2014 einen Kirchensteuerauftrag eingereicht haben, gilt der auch noch für 2014. Zum 01.01.2015 werden dann alle bisherigen Kirchensteueraufträge ungültig. Dann gelten die Kirchensteuermerkmale, die wir vom Bundeszentralamt für Steuern erhalten.

Ich bin aus der Kirche ausgetreten, sehe aber noch Konfessionsdaten

Stichtag für unsere Anfrage beim Bundeszentralamt für Steuern ist immer der 31.08. Die Kirchensteuermerkmale, die uns das Bundeszentralamt für diesen Stichtag übermittelt, legen wir für den Kirchensteuerabzug des Folgejahres zugrunde.

Wenn Sie also nach dem 31.08. oder kurz vorher aus der Kirche austreten, kann das Bundeszentralamt Ihren Austritt nicht mehr berücksichtigen. Wir bekommen dann noch Ihre "alten" Konfessionsdaten geliefert und führen im folgenden Jahr noch Kirchensteuer ab. Mit Ihrer Einkommensteuererklärung können Sie sich diese Steuern zurückholen. Im Jahr darauf berücksichtigen wir Ihren Kirchenaustritt dann automatisch.

Ich bin kirchensteuerpflichtig, wieso wurde keine Kirchensteuer abgeführt?

Das kann mehrere Gründe haben. Wenn wir Ihre Konfessionsdaten vom Bundeszentralamt für Steuern nicht bekommen haben, weil z.B. die Adress- oder Meldedaten nicht übereinstimmen oder uns Ihre steuerliche Identifikationsnummer nicht vorliegt, können wir keine Kirchensteuer an das Finanzamt abführen. Oder wir haben für Ihre Gemeinschaftskonten nicht eindeutig feststellen können, ob Sie miteinander verheiratet oder verpartnert sind.
 
Unser Tipp: Bitte halten Sie Ihre Daten immer aktuell.

Ich habe einen Sperrvermerk eingereicht, trotzdem wurde Kirchensteuer abgeführt.

Wenn Ihr Sperrvermerk nach dem 30.06. beim Bundeszentralamt für Steuern eingegangen ist, konnte er möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.

Kirchensteuer für thesaurierende Fonds

Der automatische Kirchensteuerabzug gilt auch für Erträge von in Deutschland thesaurierenden Fonds. Für im Ausland thesaurierende Fonds können wir die Kirchensteuer nicht einbehalten. Bitte machen Sie das weiterhin über Ihre Steuererklärung.

Gilt mein Freistellungsauftrag auch für die Kirchensteuer?

Ja, denn der Sparer-Pauschbetrag wirkt sich indirekt auch auf die Kirchensteuer aus: Wenn Sie aufgrund Ihres Freistellungsauftrags komplett von der Abgeltungsteuer befreit sind, fällt für Ihre Kapitalerträge auch keine Kirchensteuer an. Wenn Ihre Kapitalerträge über den Sparer-Pauschbetrag hinausgehen, unterliegt die Differenz der Abgeltungsteuer – und damit auch der Kirchensteuer.

Kann ich der ING-DiBa meine Konfessionsdaten auch direkt geben?

Leider nein. Wir dürfen ausschließlich die Konfessionsmerkmale nutzen, die das Bundeszentralamt für Steuern uns mitteilt.

Mehr Informationen zur Kirchensteuer finden Sie auf der Homepage des Bundeszentralamts für Steuern.