Darum geht es

Sie haben Wertpapiere von ausländischen Unternehmen in Ihrem Direkt-Depot? Dann kann es bei Ertragsgutschriften zur Verrechnung von ausländischer Quellensteuer kommen. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen dazu zusammengetragen.


Fragen + Antworten

Was ist Quellensteuer?

Als Quellensteuer wird die Kapitalertragsteuer bezeichnet, die von ausländischen Steuerbehörden direkt einbehalten wird, also quasi an der „Quelle“ selbst. Diese ist nicht mit dem Freistellungsauftrag verrechenbar und fällt somit zusätzlich zur deutschen Kapitalertragsteuer an. Haben Sie also Kapitalerträge im Ausland erzielt, überweisen wir Ihnen die Nettobeträge nach Abzug der Quellensteuer auf Ihr Verrechnungskonto.

Wie wirkt sich eine anrechenbare Quellensteuer auf mich aus?

Ein Teil der abgezogenen Quellensteuer kann auf die Kapitalertragsteuer angerechnet werden und mindert die von Ihnen zu zahlende Kapitalertragsteuer. Wie hoch der anrechenbare Anteil ist wird über das von Deutschland mit dem jeweiligen Quellenstaat abgeschlossene Doppelbesteuerungsabkommen geregelt. Eine Übersicht hierzu finden Sie auf der Seite des BZSt.

Wie erhalte ich zu viel bezahlte Quellensteuer zurück?

Sollte Ihnen mehr Quellensteuer abgezogen worden sein, als laut DBA vereinbart, so ist in der Regel die Differenz vom jeweiligen Quellenstaat rückforderbar.

Zwar sind die Anforderungen von Land zu Land unterschiedlich, grundsätzlich ist das Vorgehen allerdings sehr ähnlich:

Sie benötigen zunächst den entsprechenden Rückforderungsantrag und eine aktuelle Wohnsitzbescheinigung. Diese Formulare werden vom BZSt zur Verfügung gestellt. Sofern der Rückforderungsantrag bereits eine Wohnsitzbescheinigung umfasst benötigen Sie hier kein gesondertes Formular. Füllen Sie diese Unterlagen zunächst vollständig aus und lassen diese von Ihrem Wohnsitzfinanzamt bestätigen. Anschließend können Sie die Anträge zusammen mit der von uns ausgestellten Ertragsabrechnung bei den ausländischen Steuerbehörden einreichen. Dort wird Ihr Antrag bearbeitet und Sie erhalten die Gutschrift der zu viel bezahlten Quellensteuer. Sie müssen sich nur noch etwas in Geduld üben, da bis zur Gutschrift mehrere Monate vergehen können.

Habe ich die Möglichkeit, die Quellensteuer bereits vorab zu reduzieren?

In bestimmten Fällen ist es möglich, die Quellensteuer bereits reduzieren zu lassen, bevor diese in Abzug gebracht wird. Die ING-DiBa führt diese Möglichkeit der Vorabbefreiung bereits für alle Länder durch, bei denen keine persönlichen Daten unserer Kunden den jeweiligen Quellenstaaten gegenüber offenlegt werden müssen. Auf Grund des hohen Kosten- und Arbeitsaufwandes können wir derzeit andere Verfahren, die eine Offenlegung Ihrer Daten verlangen, nicht anbieten, da diese nicht mit unserem gebührenfreien Direkt-Depot vereinbar sind.

Was muss ich bei der Quellensteuerrückforderung beachten?

Grundsätzlich gibt es bei der Rückforderung einige Eckpunkte, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Verjährungsfristen, die je nach Land unterschiedlich sind
  • Die Unterlagen müssen vollständig (und) im Original eingereicht werden
  • Teils lange Bearbeitungszeiten durch die ausländischen Steuerbehörden
  • Anfallende Kosten (z.B. Notargebühren, Portokosten, etc.)
  • Je nach Land werden unterschiedliche Formulare zusätzlich zum Erstattungsantrag benötigt

In den meisten Fällen sind keine zusätzlichen Unterlagen oder Bestätigungen von uns notwendig. Die benötigten Formulare finden Sie entweder auf den Internetseiten der jeweiligen ausländischen Steuerbehörden oder zusammengetragen auf der Seite des BZSt.

Sollte es erforderlich sein, dass eine Rückforderung über die ING-DiBa vorgenommen werden muss, unterstützen wir Sie hierbei gerne. Hier können neben den Gebühren der ING-DiBa auch zusätzliche Fremdgebühren anfallen, die wir Ihnen gemäß unserem Preis- und Leistungsverzeichnis belasten.

Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)?

Über ein Doppelbesteuerungsabkommen regeln zwei Vertragsstaaten, wer und in welcher Höhe Steuern einbehalten darf. Hierüber wird auch geregelt, wie hoch die Anrechenbarkeit der Quellensteuer ausfällt. Eine Übersicht hierzu finden Sie auf der Seite des BZSt.


Beispiele

Dividende mit vollständig anrechenbarer Quellensteuer

Ertrag / Steuer

Betrag

Dividende

1.000,00 Euro

Voller Quellensteuersatz (15%)

150,00 Euro

Anrechenbare Quellensteuer (15%)

150,00 Euro

Abgeltungsteuer (25%)

250,00 Euro

zu zahlende Abgeltungsteuer (25%-15% = 10%)

100,00 Euro

zu zahlender Solidaritätszuschlag (5,5%)

5,50 Euro

Gutschrift ohne Berücksichtigung von
Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung
oder Verlustverrechnungstopf

744,50 Euro

Dividende mit teilweise anrechenbarer und teilweise rückforderbarer Quellensteuer

Ertrag / Steuer

Betrag

Dividende

1.000,00 Euro

Voller Quellensteuersatz (25%)

250,00 Euro

Anrechenbare Quellensteuer (15%)

150,00 Euro

Rückforderbare Quellensteuer (10%)

100,00 Euro

Abgeltungsteuer (25%)

250,00 Euro

zu zahlende Abgeltungsteuer (25%-15% = 10%)

100,00 Euro

zu zahlender Solidaritätszuschlag (5,5%)

5,50 Euro

Gutschrift ohne Berücksichtigung von
Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung
oder Verlustverrechnungstopf

644,50 Euro

Informationen zur Verlustverrechnung finden Sie hier.


USA

Welche Quellensteuer fällt an?

Die ING-DiBa hat – wie fast alle deutschen Kreditinstitute – mit den US-Steuerbehörden einen Vertrag abgeschlossen, in dem wir bestätigen, bestimmten Dokumentations- und Legitimationspflichten nachzukommen, das sog. „QI-Agreement“. Dadurch können wir Ihre Erträge aus US-Wertpapieren grundsätzlich mit dem laut DBA gültigem Quellensteuersatz abrechnen.

Für in Deutschland Steuerpflichtige Personen bedeutet das konkret:
US-Dividenden: 15% Quellensteuer-Abzug, diese sind vollständig anrechenbar
US-Zinsen: Kein Abzug von Quellensteuer

Benötigt die ING-DiBa von mir das US-Formular W-8BEN?

Wenn Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben und ebenfalls in Deutschland (uneingeschränkt) steuerpflichtig sind müssen Sie nichts unternehmen. Sie kommen also direkt in den Genuss der reduzierten Quellensteuer.
Sollten Sie außerhalb Deutschlands wohnen oder in einem anderen Land steuerpflichtig sein, benötigen wir von Ihnen das US-Formular W-8BEN. Dadurch ist es für uns möglich, Ihre US-Erträge mit dem für Sie gültigem Quellensteuersatz abzurechnen.
Das Formular W-8BEN finden Sie auf der Seite des BZSt, eine Ausfüllhilfe stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


Schweiz

Welche Quellensteuer fällt an?

Dividenden: 35% Quellensteuer-Abzug, davon werden 15% auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet, die übrigen 20% können Sie aus der Schweiz zurückfordern
Zinsen: je nach Gattung fällt entweder kein Abzug von Quellensteuer an, oder 35%, welche nicht anrechenbar ist und Sie vollständig zurückfordern können

Welche Unterlagen benötige ich zur Rückforderung Schweizer Quellensteuer?

Von der ING-DiBa erhalten Sie zusammen mit der Ertragszahlung kostenfrei bereits alle notwendigen Unterlagen, die von den Schweizer Steuerbehörden gefordert werden. Diese sind:

  • Ertragsabrechnung
  • Tax-Voucher

Zusätzlich benötigen Sie den Erstattungsantrag samt Wohnsitzbescheinigung, welchen Sie auf der Seite der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhalten. Für Zinsen und Dividenden benötigen sie den Antrag 85, bei Investmentfonds den Antrag 25A.
Füllen Sie diesen zunächst vollständig aus und lassen Sie den Antrag anschließend von Ihrem Wohnsitzfinanzamt bestätigen. Danach können Sie die gesamten Unterlagen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung einreichen.

Bitte beachten Sie:
Die Erstattung erfolgt in Schweizer Franken. Daher kann es vorkommen, dass Ihnen Gebühren für die Fremdwährungsgutschrift bei der Bank entstehen, bei der das von Ihnen im Erstattungsantrag angegebene Konto geführt wird. Die ING-DiBa berechnet Ihnen hier keine zusätzlichen Gebühren.


Frankreich

Welche Quellensteuer fällt an?

Dividenden: 30% Quellensteuer-Abzug, davon werden 15% auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet, die übrigen 15% können Sie aus Frankreich zurückfordern
Zinsen: Kein Abzug von Quellensteuer

Welche Unterlagen benötige ich zur Rückforderung Französischer Quellensteuer?

Neben der Ertragsabrechnung benötigen Sie die Formulare 5000-DE und 5001-DE. Die Antragsformulare müssen beidseitig bedruckt und in Französischer Sprache eingereicht werden.
Wenn Sie Quellensteuer über mehrere Jahre zurückfordern möchten, benötigen wir für jedes Kalenderjahr die oben beschriebenen Formulare separat.

Entstehen durch die Rückforderung für mich Kosten?

Da bei der Rückforderung eine Bestätigung unserer Lagerstelle benötigt wird, müssen Sie die Formulare über uns einreichen. Hierfür fallen die folgenden Gebühren an:
Je Antrag: 50,- EUR Eigengebühren durch die ING-DiBa
Je zurückgeforderte Zahlung: Aktuell 71,40 EUR Fremdgebühren

Die Gebühren belasten wir dem Depot-Verrechnungskonto, sobald wir Ihre Anträge bearbeitet haben. Diese fallen unabhängig von der Höhe der zurückgeforderten Beträge an. Prüfen Sie daher bitte, ob sich die Rückforderung für Sie lohnt und die Gebühren nicht die Erstattung übersteigen.

Beispiel:
Sie möchten für die Jahre 2014 und 2015 von jeweils 2 Dividendenzahlungen die Quellensteuer zurückfordern:

Gebühren ING-DiBa (2x 50,- Euro)

100,00 Euro

Zzgl. Fremdgebühren (4x 71,40 Euro)

285,60 Euro

Gesamte Gebührenbelastung

385,60 Euro

Ist eine Reduzierung vorab möglich?

Es besteht auf Bankenebene die Möglichkeit der Vorabreduzierung der Quellensteuer auf 15%. Da für dieses Verfahren eine vollständige Offenlegung der persönlichen Daten unserer Kunden gefordert wird, nimmt die ING-DiBa AG daran nicht teil.


Wichtiger Hinweis

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine steuerliche Beratung durchführen. Bei Fragen zu Details der Besteuerung wenden Sie sich am besten an einen Steuerberater.


Ihre Meinung ist uns wichtig!

Haben Ihnen die Informationen auf dieser Seite geholfen? Schade. Sagen Sie uns, was wir auf dieser Seite verbessern können. Haben Sie eine persönliche Frage? Dann verwenden Sie unser Kontaktformular. Vielen Dank für Ihr Feedback. Prima! Vielen Dank für Ihr Feedback.