Carsten Brzeskis Blog

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa

Der Chefvolkswirt der ING-DiBa äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Über Carsten Brzeski

Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt der ING-DiBa. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.

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Archiv


Chart of the Week

18.08.2017

In der Eurozone läuft es wirtschaftlich gut, sehr gut sogar. Risiken sind ausgewogen, Finanzierungsbedingungen nach wie vor günstig und politische Sorgen gering(er). Mit Stimmungsindikatoren auf Allzeithochs steht dem weiteren Wachstumskurs auch in der zweiten Jahreshälfte wenig entgegen. Und auch in Deutschland läuft die Wirtschaft fünf Wochen vor der Bundestagswahl wie geschmiert, seit drei Jahren wächst das Bruttoinlandsprodukt von Quartal zu Quartal kontinuierlich. Doch dieses positive Moment birgt immer das Risiko, dass Reformen aufgeschoben werden – national wie europaweit. 

Gute Zeiten entbehren nicht Reformen

Chart of the Week

11.08.2017

Nachdem sich in den ersten Monaten des Jahres die Inflationsrate mit Babyschritten der Zielmarke der EZB von „unter, aber nahe an zwei Prozent“ genähert hatte, wurden aus Deutschland erwartungsgemäß Rufe laut, dass die Europäische Zentralbank nun endlich den Einstieg in den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik einleiten müsse. Im selbstverstandenen „Land der Sparer“ möchte man endlich wieder eine nennenswerte Verzinsung seiner Bankguthaben sehen. Doch eine alte Weisheit könnte auch hier zutreffen: „Sei vorsichtig, was du dir wünschst – du könntest es bekommen“.

Ist Kanada ein warnendes Beispiel für die EZB?

Chart of the Week

02.08.2017

In 41 Prozent der deutschen Haushalte lebte im Jahr 2016 nur eine Person, so ließ sich dieser Tage das Statistische Bundesamt vernehmen, das die 41 daraufhin sogar zu seiner „Zahl der Woche“ krönte. In der Tat ist dies mit Abstand der höchste Wert unter den bevölkerungsreicheren EU-Staaten – nur in den vergleichsweise kleinen nordeuropäischen Ländern finden sich teilweise höhere Quoten. Auch die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt nur in Schweden mit 1,9 Personen unter dem deutschen Wert von 2,0.

Was bedeutet das für den Immobilienmarkt?

Neue Euro-Panik?

02.08.2017

Eine neue Angstwelle macht sich an den Finanzmärkten und in den Wirtschaftsseiten der Zeitungen breit: die Angst vor einem starken Euro. Wie mit den meisten Ängsten oder Wahnvorstellungen gibt es auch in der Angst vor dem starken Euro eine kleine Spur von Wahrheit. Grund zur Panik gibt es allerdings nicht.

Die Angst vor einem starken Euro geht wieder um

Chart of the Week

28.07.2017

Nachdem der Euro zum Dollar seit 2014 stark gefallen ist und sogar zwischenzeitlich die Parität zum Dollar vorausgesagt wurde, schwingt er sich seit einigen Wochen wieder in luftige Höhen auf. Beflügelt durch gute Konjunkturdaten und das bevorstehende Zurückfahren der lockeren Geldpolitik seitens der EZB auf der einen Seite sowie eine abwartende US-Zentralbank, schwächere US-Konjunkturdaten, das Schwinden der Hoffnung auf ein „großartiges“ Investitionsprogramm kombiniert mit einem allgemeinen Vertrauensverlust der Trump-Regierung auf der anderen Seite, hat der Euro Aufwind bekommen, während der US-Dollar nach unten gezogen wird.

Geht es den Exporten jetzt an den Kragen?