Ausblick 2019

Diese Themen sollten Anleger 2019 im Auge behalten | 08.01.2019

Paar beim Onlineshopping

© Sergey Nivens - Fotolia

Der G20-Gipfel Anfang Dezember in Buenos Aires gab zumindest ein wenig Hoffnung im Handels- und Zollkrieg zwischen den USA und China. US-Präsident Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping einigten sich in Argentinien auf eine 90-tägige Waffenruhe im Handelsdisput, um die offenen Konfliktpunkte auszuräumen. Die wirtschaftliche Auseinandersetzung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat in den zurückliegenden Monaten zunehmend Einfluss auf die globalen Konjunkturaussichten genommen und ist einer der Gründe, weshalb der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft zuletzt auf 3,7 % in 2019 zurückgenommen hat.

Wirtschaftswachstum dürfte 2019 schwächer sein

Auch die Schätzungen für die Eurozone wurden jüngst nach unten revidiert. Signalisierten die Konjunkturindikatoren Anfang 2018 noch Wachstumsraten von rund 3 %, standen sie Ende des Jahres nur noch im Einklang mit einem Wirtschaftswachstum von rund 2 %. Steigende Löhne und eine an Fahrt gewinnende Inflation dürften die Diskussionen um einen Ausstieg der Europäischen Zentralbank aus ihrer ultralockeren Geldpolitik wieder intensivieren. Nach Jahren des ultrabilligen Geldes steht damit auch in der Eurozone die geldpolitische Kehrtwende bevor. Sollte die Konjunkturentwicklung es zulassen, sollen in einem ersten Schritt die Anleihekäufe mit dem Jahreswechsel eingestellt werden. Die Leitzinsen will die EZB aber noch mindestens über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Rekordtief von 0,0 % belassen.

Brexit und Italien belasten die Eurozone

Zu den größten Unsicherheitsfaktoren in Europa zählen derweil die politischen Risiken, die die Exit-Szenarien der EZB durchkreuzen können. Während aufgrund der anhaltenden Hängepartie um den EU-Austritt Großbritanniens Ende März selbst das Worst-Case-Szenario eines harten Brexits noch immer denkbar scheint, ist in Südeuropa ein weiterer politischer Brandherd entstanden. Mit dem andauernden Streit zwischen Italien und der EU über die Haushaltspolitik der italienischen Regierung hat die Europäische Union ein weiteres Sorgenkind, das mit zunehmenden Druck Schwierigkeiten bekommen könnte, neue Staatsanleihen am Finanzmarkt zu platzieren.

Zinspolitik der US-Notenbank im Fokus

Auch in den USA dürfte sich das Wirtschaftswachstum in 2019 spürbar verlangsamen. Die von der US-Regierung beschlossenen Steuererleichterungen und staatlichen Mehrausgaben haben im zurückliegenden Jahr das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt befeuert, Unternehmensgewinne und Investitionen nach oben getrieben. Diese stimulierenden Effekte verlieren zunehmend an Bedeutung. Für die amerikanische Notenbank dürfte es damit zusehends schwieriger werden, die richtige Balance ihrer Geldpolitik zu finden. Auf der einen Seite drohen schnelle Zinserhöhungen, den ohnehin schon schwächer werdenden Wirtschaftsaufschwung abzuwürgen. Auf der anderen Seite muss die Fed die anziehende Inflation im Auge behalten. Weitere Zinsschritte dürften 2019 deshalb wieder stärker von der jeweiligen Datenlage abhängen.

Latente politische Risikofaktoren

Insgesamt zeigt sich die Weltkonjunktur trotz nachlassender Dynamik noch robust. Mit der kräftigen Korrektur im Herbst sind auch die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten wieder gesunken. Welche Kurspotenziale sich daraus aber für 2019 ableiten lassen, hängt zu einem guten Teil auch von den Entwicklungen auf der politischen Ebene ab.

Autor: ING-DiBa AG


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!

Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

rocky

18.01.2019

Lieber Friedolino dein Wort in Gottes Ohr. Ab einem gewissen Alter ist das warten doch auch oft sehr kurz. Also was tun ????
Machen wir uns doch nichts vor, die Welt spielt verrückt und am Ende muss der kleine Mann alles wieder ausbaden. Siehe Banken Griechenland Italien Zölle Amerika und dieser Wahnsinn Diesel. u.s.w.


Uwe

17.01.2019

Das ist wahr Fridolino nur müssten das die Kunden der ING lesen die sich über die Zinsen beim Extra Konto aufregen. Leider sind die Deutschen Aktien Muffel die ING zeigt wie es geht auf Ihren Seiten den Dax zB als ETF regelmässig kaufen Immo Aktien dazu gibt so viele Möglichkeiten. Nur trauen muss man .Ich fahre seit 15 Jahren damit super.


hpfw 54

17.01.2019

Die Börse wird 2019 die Spreu vom Weizen trennen.
Die Immobilienhause wird zum Stillstand kommen, danach entscheidet sich ob Europäisch Banken und Versicherer reagieren.
Wenn wir glück haben knallt es erst nächstes Jahr.


Fridolino

17.01.2019

keine Angst vor der Weltwirtschaft, nach einem Tief kommt immer zwei mal Hoch, langfristig denken.
Die Weltbevökerung wächst weiter.
Mehr Menschen brauchen- mehr Rohstoffe, mehr Energie
Mehr Menschen brauchen - mehr Essen, mehr Medizin, mehr Medizintechnik
u.s.w.
Langfristig gehts immer nach oben, auch mit Aktien u. Dividenden