Vorsicht beim Schimpfen im Straßenverkehr

Ein Mal "Bei dir piept's wohl" macht 750 Euro! | 17.05.2017

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© ING-DiBa

"Bei dir piept's wohl!", "Trottel!", "Dumme Kuh!" – liegt Ihnen das auch manchmal beim Autofahren auf der Zunge? Sprechen Sie Ihre Gedanken besser nicht lautstark aus und seien Sie vorsichtig mit beleidigenden Gesten – das kann nämlich richtig teuer werden. Vor allem, wenn Ihnen ein Polizist gegenübersteht.

Beleidigung ist eine Straftat

Sie wollen ganz schnell 750 Euro loswerden? Dann werfen Sie am besten jemanden "du Holzkopf" oder "dumme Kuh" an den Kopf und sorgen Sie dafür, dass Ihnen die bösen Worte nachgewiesen werden können. Zeigt der oder die "Beleidigte" Sie daraufhin an, winkt Ihnen unter Umständen eine hohe Geldstrafe. Denn laut Paragraf 185 Strafgesetzbuch (StGB) ist eine Beleidigung eine Straftat.

Umfrage:

Jeder Fall wird individuell bewertet

Mit welcher Strafe Sie konkret bei Beleidigungen im Straßenverkehr rechnen können, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum Beispiel, ob Sie Wiederholungstäter sind, wie das Gericht die Tat bewertet und wie hoch Ihr Einkommen ist. Ein einheitlicher Strafkatalog existiert nicht, sondern Sie müssen - im Falle einer Anzeige - die Entscheidung des Gerichts abwarten. Die folgenden Geldstrafen basieren auf Gerichtsurteilen:

Beleidigungen durch Worte (Beispiele)

  • "Bekloppter": 250 Euro
  • "Leck mich": 300 Euro
  • "Dumme Kuh": 300-600 Euro
  • "Blödes Schwein": 500 Euro
  • "Bei dir piept's wohl?": 750 Euro
  • "Wichser": 1.000 Euro
  • "Arschloch": 1.000 Euro
  • "Trottel": 1.000 Euro
  • "Schlampe": 1.900 Euro
  • "Miststück": 2.500 Euro
  • "Alte Sau": 2.500 Euro

Beleidigungen durch Gesten (Beispiele)

  • Zunge rausstrecken: 150 - 300 Euro
  • Vogel zeigen: 750 Euro
  • Scheibenwischer (mit Hand vor Gesicht wedeln): 350 - 1.000 Euro
  • Stinkefinger: 600 - 4.000 Euro

Besser keine Polizisten beleidigen

Noch teurer kann es für Sie werden, wenn Sie sich mit einem Polizisten oder einer Politesse anlegen. Einer Politesse wegen eines Strafzettels einen Vogel zeigen, kann Sie bis zu 1.000 Euro kosten. Und Vorsicht! Auch indirekte Beleidigungen wie "am liebsten würde ich dich jetzt als dumme Kuh bezeichnen" gelten als Beleidigung.

Beleidigung eines Polizisten (Beispiele)

  • Zunge rausstrecken: 300 Euro
  • "Dumme Kuh": 300 Euro
  • "Du Holzkopf": 750 Euro
  • Vogel zeigen: 1.000 Euro
  • "Bullenschwein": 1.000 Euro
  • "Wichser": 1.000 Euro
  • "Trottel (in Uniform)": 1.500 Euro
  • "Du Schlampe": 2.000 Euro
  • "Sie Schwein": 2.000 Euro
  • Stinkefinger: 4.000 Euro

Sie wollen sich gegen eine Beleidigung wehren?

Ein anderer Autofahrer beschimpft Sie als A…. und Sie wollen das nicht auf sich sitzen lassen? Dann können Sie innerhalb von drei Monaten bei der Polizei eine Strafanzeige wegen Beleidigung stellen. Wichtig: Achten Sie darauf, Zeugen anzugeben, sofern Sie welche haben. Ansonsten steht Aussage gegen Aussage und Ihre Chancen, dass der andere eine Strafe bekommt, reduzieren sich.

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (15)


Kommentare

Mr

30.05.2017

Was hat das auf meiner Bank-Seite zu suchen, dafür gibt es echt genug pseudo-nachrichten seiten...


anonymus

30.05.2017

Bekloppter und idiotischer geht's wohl kaum noch. Wieder eine sinnlose und hinterhältige Masche, uns armen Leuten das Geld aus dem Geldbeutel zu zerren, nur damit sich ein paar Vollidioten ganz oben die Taschen damit vollstopfen und ein Leben in Saus und Braus führen können !

also echt mal - Langsam reichts !


T-Punkt

29.05.2017

Hier einfach nur Eurobeträe zu nennen ist schlicht unseriös und falsch. Geldstrafen werden nach Tagessätzen bemessen, deren Höhe einkommensabhängig ist und um das zu wissen, ist noch kein Jurastudium nötig. Das Niveau dieses Artikels würde besser in die BILD passen.


Matthias

28.05.2017

Ihr habt Sorgen ... selig sind die Bekloppten, die brauchen keinen Hammer.


Mario

27.05.2017

Moin Moin,
Als erstes möchte ich eines vorweg sagen. Die Ing Diba isr für die absolute Top Bank in Deutschland. Meinen Wechsel habe ich bisher nicht eine Sekunde bereut und werde Sie, wie auch schon geschehen weiter empfehlen.
Ich muss aber auch sagen, dass ich GPM recht geben muss. Mir fällt auf, dass z.B. In Hamburg, wo Automaten z.B. an Aral Tankstellen installiert sind, sehr veraltet "wirken". Sie funktionieren, keine Frage....aber meines Erachtens ist die Lebensdauer längst erreicht.
Hier sollte man doch einmal der Überlegung nachgehen, diese auf einen neuen Stand zu bringen.


Ferdi Fuchs

26.05.2017

Ich musste gerade herzlich lachen.
In einem Artikel, bei dem es um Beleidigung geht werden Polizistinnen "Politessen" genannt.
Sprechen Sie mal eine Polizistin bei einer allg. Verkehrskontrolle mit "Frau Politesse" an - ich wette, sie wird mehr als nur Führerschein und Fahrzeugpapiere prüfen. Die männliche Verballhornung wäre "Herr Wachtmeister"
P.S.: Wurde der Artikel von Ausbilder Schmidt geschrieben?


Bernhard

26.05.2017

Ich kann mich selber noch sehr gut an einen Vorfall im letzten Sommer erinnern. Ich fuhr mit meinem Fahrrad auf dem rechten Radweg. Dabei bin ich etwas auf die linke Seite des Weges geraten. Eine Frau, die mir mit ihrem Fahrrad entgegen kam meinte " ob ich Trottel nicht wüsste wo links oder rechts ist". Dazu muss ich sagen auf der anderen Straßenseite befand sich ebenfalls ein Radweg. Und den hätte diese militante Linksfahrerin nutzen müssen. Anderenfalls stellt das den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit dar. Ich habe mich dann auch im Ton vergriffen. Aber wenn sie das nicht hören will, muss sie eben künftig auf der richtigen Seite fahren.

Im übrigen finde ich die Bußgelder oder Strafen für Beleidigungen ziemlich überzogen. Da soll man sich doch mal keinen Zacken aus der Krone brechen. Selbst im Deutschen Bundestag sitzen diesbezüglich nicht nur Heilige. In dem Zusammenhang verweise ich mal auf den letzten Bundespostminister. Der wollte 1999, nach 23 Jahren Parlamentszugehörigkeit unbedingt unangenehm auffallen und hatte einen Abgeordneten der Grünen als "Drecksau" bezeichnet. Aber das ist wohl irgendwie im Trubel überhört worden, oder einfach untergegangen. Wo gehobelt wird fallen eben mal Späne. Isso


GPM

25.05.2017

Da fällt mir glatt nichts mehr ein. Die INGDiBa sollte ihre Energie lieber dazu verwenden das total veraltete Netz der Banken an denen man Geld abheben kann zu überarbeiten statt so einen Unsinn (Beleidigung?) zu veröffentlichen. Allein hier gibt es im Umkreis von 5km vier Banken die bei der INGDiBa falsch gelistet sind - sei es durch Schliessung oder Umzug. Das habe ich bereits vor über 6 Monaten mitgeteilt ... leider ist bis heute wenig passiert.


Discounter

24.05.2017

Das Niveau von solchen "Preislisten" kann erweitert werden - mir sind schnell hingeworfene Worte vieeel zu teuer. Es geht weitaus billiger wenn man in die Schmerzensgeldtabellen schaut :-)

z.B im Angebot: Verbrennungen an Gesicht, Hals und Oberkörper infolge eines Pfeffersprayangriffs 400 Euro LG Stendal, 2008,
Az. 22 S 124/07

<Ironiemodus aus>
PS: sind das wirklich wichtige Ratschläge welche ich von meiner vertrauten Bank erwarte?


ING-DiBa

22.05.2017

Hallo Anonym, vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben das schon korrigiert. Und nein, ein Praktikant war es nicht. Aber selbst wenn - unsere machen einen super Job und wir sind froh, dass sie da sind. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Anonym

20.05.2017

Was für ein blödsinn! "Beamtenbeleidigung" gibt es zu mindestens in Deutschland nicht, es handelt sich hierbei um einen weit verbreiteten Irtum!

Wer stellt so ein Irrsinn zusammen? Ein Praktikant der beschäftigt werden muss?


Paul

19.05.2017

Diesen Unsinn, den Tatbestand einer Beleidigung so darzustellen, als gäbe es dafür einen Bußgeldkatalog kopiert ein Käseblatt vom Anderen. Mit welchem Schimpfwort jemand beleidigt wird, tut bei der Bemessung des Geldbetrages, sofern es überhaupt eine Geldstrafe geht, jedoch kaum zur Sache.

Wie ein Vorredner bereits erkannt hat, gibt es Strafen in Tagessätzen, deren Höhen vom Einkommen des Beschuldigten abhängen. Bei der Bemessung, wie viele Tagessätze es gibt, geht es auch nur sehr untergeordnet um die Wahl von Schimpfwörtern, sondern mehr darum, was die erfolgte Beleidigung unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls anrichten können. Höher fällt die Strafe z.B. aus, wenn die Beleidigung im Straßenverkehr stattgefunden hat (erhöhte Unfallgefahr) oder auf eine öffentlichkeitswirksame Weise erfolgt (eine öffentliche Beleidigung hat eine andere Qualität als eine, die niemand gehört hat). Stellt es sich hingegen als Fakt heraus, dass zwei Personen einen Umgang miteinander pflegen, bei dem der Austausch von Beleidigungen faktisch an der Tagesordnung steht, so ist eine Strafe sehr unwahrscheinlich.

Aber bevor ein Fall wegen Beleidigung überhaupt vor Gericht geht, kann es auch passieren, dass der Staatsanwalt nach §153a StPO bereit ist, von einem Verfahren abzusehen, wenn der Beschuldigte bereit ist, ein von ihm genannten Betrag an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen (z.B. von einem Verfahren wegen "Wichser" im Falle einer Spende von 1.000 Euro an die Caritas). An dieser Stelle sind dann weder die Einkommensverhältnisse des Beschuldigten bekannt, noch ist dessen Schuld festgestellt (was auch nur ein Richter dürfte). Es handelt sich dabei aber auch um ein freiwilliges Angebot, den Fall außergerichtlich zu schlichten und nicht um eine verhängte Strafe, denn der Beschuldigte kann in solch einem Fall auch auf das Verfahren bestehen.


Lächerlich

19.05.2017

Beamten Beleidigung gibt es nicht.

Sollen die gerichte sich mit was anderem beschäftigen. Was ist das für eine kranke Gesellschaft wo bekloppter holzkopf eine Beleidigung darstellt


peter

18.05.2017

der artikel ist absoluter unsinn, ist die welt nicht voll genug mit halbwahrheiten?


Bart Wux

17.05.2017

Sorry, aber an dem Artikel stimmt relativ wenig. Es handelt sich nicht um Bußgelder, sondern um Geldstrafen, deren Höhe von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, aber nicht zwingend an dem Wortlaut der Beleidigung an sich. Was im Text völlig unberücksichtigt bleibt: Es werden im Strafrecht keine festen Geldsummen ausgeurteilt, sondern Tagessätze. Sprich, die Höhe hängt davon ab, wie viel jemand verdient. Heißt, derjenige, der 300 Euro zahlen musste, kann eine höhere Strafe erhalten haben (30 TS zu je 10 Euro) als derjenige, der 2.000 Euro zahlen musste (5 Tagessätze zu 400 Euro). Der letztgenannte zahlt halt trotz geringerer Strafe mehr, da er 12.000 Euro im Monat verdient.

Beamtenbeleidigung existiert weder als eigener Tatbestand noch als Qualifikation. Es handelt sich um eine regulären Fall der Beleidigung, den Gerichte auch nicht zwingend härter bestrafen. Im Gegenteil finden sich in § 113 StGB eher noch vom Rechtsgedanken her eine Privilegierung von Tätern gegenüber der Polizei. Wer sich dagegen wehren, muss neben Anzeige auch Strafantrag stellen, da es sich um ein absolutes Antragsdelikt handelt. Mein Tip: Außer in klaren Extemfällen bleiben lassen. In der Regel erfolgt Einstellung oder Verweisung auf den Privatklageweg. So bedauerlich das auch sein mag, aber Staatsanwalt und Gerichte haben schlicht Wichtigeres zu tun.