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Kfz-Versicherung unter die Lupe nehmen lohnt sich | 28.03.2018

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Keine Lust mehr auf hohe Beiträge bei der Kfz-Versicherung? Mit diesen Tipps und Tricks holen Sie das Beste aus Ihrer bestehenden Versicherung raus.

Genau hinschauen lohnt sich!

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jeden Autobesitzer Pflicht. Diese deckt aber nur den Schaden, den Sie anderen zugefügt haben. Um Ihren eigenen Schaden abzudecken, empfiehlt es sich, zusätzlich eine Kaskoversicherung abzuschließen. Und bei dieser können Sie innerhalb Ihres bestehenden Vertrags sparen.

Grobe Richtung zuerst

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen einer Teilkasko- und einer Vollkaskoversicherung.
Bei der Teilkasko sind Schäden an Ihrem Auto versichert, die durch Unwetter, Haarwild oder Diebstahl entstanden sind. Eigenverschulden und Vandalismus sind hingegen nicht versichert.
Durch eine Vollkasko sind diese Schäden in den meisten Fällen auch abgedeckt. Allerdings müssen Sie hier auch mit höheren Beiträgen rechnen. Da die Vollkasko bei einem Schaden in der Regel nur den Zeitwert des Autos ersetzt, lohnen sich die höheren Beiträge hauptsächlich bei einem Neuwagen.

Außerdem: Je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer der Beitrag. Und zwar bis zu 25% geringer.
Es kann sich sogar auszahlen, einen Schaden erst gar nicht an Ihre Versicherung zu melden. Denn dann behalten Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse und Ihre Beiträge werden nicht erhöht. Die Experten des Portals „Finanztip“ geben hier einen Richtwert von 1.300 Euro an, ab dem sich eine Schadensmeldung lohnt.

Fragen Sie sich: Was brauche ich wirklich?

Das gilt nicht nur für Voll- oder Teilkasko. Auch Ihre jährliche Fahrleistung sollten Sie realistisch einschätzen. Denn das hat einen großen Einfluss auf Ihren Beitrag – natürlich: Vielfahrer sind viel öfter der Gefahr eines Unfalls ausgesetzt. Schätzen Sie lieber zu wenig als zu viel. Aber Achtung: Wenn Sie doch mehr fahren als geplant, müssen Sie das auf jeden Fall nachmelden. Sonst kann es teuer werden! Denn bei falschen Angaben hat die Versicherung das Recht, die Leistung zu kürzen oder sogar komplett zu streichen.
 
Wie viele Fahrer Ihr Auto fahren, spielt auch eine Rolle. Wenn Sie nur bestimmte Fahrer eintragen lassen, können Sie sich über geringere Beiträge freuen.
 
Sie haben ein Cabrio und fahren es nur im Sommer? Dann lohnt sich ein Saisonkennzeichen – so zahlen Sie nur, wenn Sie Ihr Auto tatsächlich nutzen!

Satte Rabatte einstreichen

Viele Versicherungen bieten außerdem verschiedene Rabatte, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel:

  • Garagenrabatt:
    Durch eine abschließbare Garage ist Ihr Auto besser vor Diebstahl oder Beschädigung geschützt. Das belohnt die Versicherung.
  • Mitgliedschafts- oder Abo-Rabatte:
    Auch ADAC-Mitglieder erhalten bei einigen Versicherern Rabatte. Aber auch eine BahnCard oder Monatskarte kann sich lohnen – schließlich fahren Sie dann weniger Auto.
  • Zahlungsart:
    Auch, ob Sie jährlich oder monatlich Ihren Beitrag zahlen, macht sich bemerkbar. Bei einer jährlichen Zahlung mit Lastschriftverfahren können Sie bis zu 10% sparen.
  • Werkstattbindung:
    Wenn Sie die freie Wahl Ihrer Werkstatt aufgeben, können Sie bis zu 20% bei Ihrer Kfz-Versicherung sparen. Aber keine Angst, Ihr Auto ist trotzdem in guten Händen. Denn Partnerwerkstätten müssen bestimmte Auflagen erfüllen.

Auch Fahranfänger können sparen

Aufgrund der erhöhten Unfallgefahr zahlen Fahranfänger meist sehr hohe Beiträge. Neben den schon genannten Tipps können sie Folgendes tun:

  1. Auto als Zweitwagen der Eltern versichern
  2. Teilnahme am Sicherheitstraining
  3. Schadenfreiheitsklasse übernehmen:
    zum Beispiel ihrer Großeltern. Es können aber nur so viele Stufen übernommen werden wie Jahre, die der Führerschein schon besteht (2 Jahre = 2 Stufen). Einmal abgegeben, kann man die Klassen aber nicht mehr zurückbekommen.
  4. Begleitetes Fahren:
    Führerschein mit 17 bringt bis zu 16% Rabatt bei Versicherern.
  5. Telematik-Tarife:
    Eine Box im Auto misst die Fahrweise und Vorbildlichkeit wird belohnt. Wer sich so etwas einbauen lässt, kann teilweise bis zu 40% sparen.

Und das heißt?

Der Einzelfall machts! Schauen Sie sich einfach genau an, was Ihre Police beinhaltet und was Sie wirklich brauchen. Und natürlich: welche Rabatte Ihre Versicherung anbietet.
 
Und wenn Sie ein neues Auto haben, können Sie dieses sowieso neu versichern.
Zum Beispiel bei unserem Kooperationspartner CosmosDirekt.

Sparen nach dem Crash

Nicht immer macht es Sinn, Unfallschäden von der Kfz-Versicherung regulieren zu lassen. Der Grund? Springt die Versicherung ein, stuft sie den Kunden beim Schadenfreiheitsrabatt zurück. Ein Rechner auf der Seite test.de von der Stiftung Warentest ermittelt, bis zu welcher Schadensumme es lohnt, die Kosten selbst zu tragen.

Tipp: Überlassen Sie die Schadensabwicklung zuerst dem Versicherer, selbst wenn es sich rechnet, den Schaden selbst zu tragen. Es bleiben bei den meisten Policen sechs Monate nach einem Unfall Zeit für einen sogenannten Schadenrückkauf. Das bietet den Vorteil, dass Versicherungen womöglich überhöhte Forderungen des Gegners im Zweifel auch über Gerichtsverfahren ablehnen. Für diese muss der Versicherte dann nicht selbst aufkommen. Prüfen Sie aber vorher auf jeden Fall Ihre Versicherungsbedingungen!

Autor: Linda Ruppel

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 28.03.2018.


Ihre Meinung

Kommentare (8)


Kommentare

Emma

31.03.2018

Also dieser Artikel ist alles andere als auf dem neuesten Stand und sehr lückenhaft. Ich arbeite als Vertriebsassistentin bei einer Versicherung und mache gerade die Weiterbildung zur Versicherungsfachfrau. Man kann nicht pauschal sagen ab welchem Betrag man selbst einen Schaden zahlen soll. Dies kann aber errechnet werden von der Versicherung, gemeldet sollte erstmal alles werden, dann kann man nach Schadensabschluss selbst entscheiden ob man den Schaden der Versicherung zurück zahlt, jede Versicherung ist dazu verpflichtet nach Schadensabschluss dem VN einen Brief mit der Info ob es sinnvoll ist selbst zu zahlen inklusive Frist bis wann dies erledigt sein muss zuzusenden.
Und außerdem ist wie bei Vorrednern auch schon erwähnt, bei TK viel mehr drin. Glasbruch, Brand, Diebstahl und Tierzusammenstoß (JEDE TIERART!) Das mit dem Haarwild gilt schon lange nicht mehr.
Und SF Rabatte können nicht nur abgegeben, sondern auch verliehen werden.
Steht alles bei Proximus.
Apropo Telematik, das geht bei uns sogar über eine App, damit steigen Führerscheinneulinge mit 60% ein.

Kilometerleistung zu gering angeben kann übel ins Auge gehen. Viele Versicherungen verlangen dann sogar Nachzahlungen!!!


notting

28.03.2018

Da fehlt einiges im Artikel:
1. Bei der Haftpflicht sind 2,5 Mio. oder was auch immer gerade das Minimum ist schnell zu wenig. Mein Fahrlehrer brachte immer ein Beispiel mit einem von einem PKW bei einem Unfall aufgeschlitzten Frühchen-Spezialmilch-LKW, wo die Milch dann ganz schnell mit dem Helikopter geflogen werden musste. IIRC ist 100 Mio. die nächste Stufe.
2. Was die Haftpflicht bzw. die TK abdecken ist teilw. verschieden. Also nicht nur welche Tierarten genau abgedeckt sind (Haustiere z. B. oft nicht).
3. Die TK deckt oft u.a. auch ab
- Glasbruch (Steinschlag-Reparatur ohne Austausch der Scheibe meist ohne SB, egal wieviel SB vereinbart ist).
- Brandschäden inkl. bei Brandstiftung durch Dritte.
- Einbruchsversuch
4. Wenn man zu lange keine Kfz-Versicherung hatte (hier muss man HP, TK und VK völlig getrennt betrachten!) geht de SF-Rabatt verloren. Deswegen hat meine alte Schüssel noch VK. VK ist dafür rel. günstig. Z. T. wird wenn man aber wieder z. B. VK nimmt der TK(?)-SF-Rabatt als Startwert genommen.
5. ***Extrem gefährlicher Tipp im Artikel***: "Es kann sich sogar auszahlen, einen Schaden erst gar nicht an Ihre Versicherung zu melden."
Dann kann's sein dass wenn's doch teurer wird die Versicherung auch nicht zahlt... Weiter unter steht was sinnvolles zu dem Thema (wobei gute Versicherungsvertreter das auch ausrechnen bzw. z. T. hat man noch einen Rabattretter).
6. Das Fahrer-Alter ist vor allem bei U24 und z. T. auch Senioren auch sehr relevant!
7. "Garagenrabatt" -> Meist Unsinn. Einfach mal mit den Versicherungsrechnern im Internet durchspielen. Ob Straße oder Garage kostet oft das gleiche.
8. "Werkstattbindung" -> Die Werkstätten die mit Versicherungen Verträge haben stehen dann oft unter großem Preisdruck und arbeiten evtl. nicht so optimal, sind weit weg, ...
Lieber mit freier Werkstattwahl. Das ist gerade bei Leasing-Fahrzeugen extrem wichtig, Leasing-Vertrag lesen!
9. "Schadenfreiheitsklasse übernehmen" -> Vorsicht, da gibt's Grenzen wenn man die zu einer anderen Versicherung mitnehmen will oder derjenige der sie bekommt zu kurz der FS hast! (man kann nicht mehr übernehmen als man selber den FS hat)
10. "Telematik-Tarife": Machen die Preisgestaltung extrem intransparent. Die Rabatte sind in der Praxis oft gering und die Daten können einem schnell negativ ausgelegt werden, z. B. starkes beschleunigen um mit angepasster Geschwindigkeit auf eine Autoban oder so aufzufahren oder scharfes Bremsen wg. Unfallvermeidung.
11. Jedes Jahr zumindest bei der eigenen Versicherung fragen ob's neue günstigere Tarife gibt bzw. absehbare Änderungen z. B. eben bei der Fahrleistung durchgeben.

notting


P. H.

19.01.2018

Diese Info kommt zu spät.


Jemand

18.01.2018

warum die Info nicht vor 30.11. eines Jahres?


Niels P.

18.01.2018

Mir hat der HDI vor drei Jahren eine Box zwecks Telematik-Studie angeboten. In diesem Zusammenhang sollte es einen 20,-€ Tankgutschein geben.
Meine Rückfragen bezüglich der Art der gemessenen Daten sowie Folgen durch die Auswertung blieben verständlicherweise unbeantwortet. Meine Vermutung ist, dass durch "Spekulationen meines Fahrverhaltens" schnell eine Prämienerhöhung folgt. Warum sollte die Versicherung mir einen Rabatt einräumen? Den habe ich doch schon durch über 40 Jahre unfallfreies Fahren.
Ich kann jedem Fahrzeugbesitzer vor diesem "Glaskasten" nur warnen.


H.Eichg

18.01.2018

Meine Kfz Versicherung ,Die Gothaer hat einen Vertag mit mir abgeschlossen Haftpflicht und Vollkasko 667.04 €zum 1.1.18 : Heute kommt eine neue Rechnung über 861,68€ für die gleichen Bedingungen. Wie geht das denn? Das ist doch pure Abzocke!


Max Müller

15.01.2018

Wie oft musst Du "unfallvermeidenden Maßnahmen wie scharfes Bremsen" anwenden? Die zwei mal im Jahr gehen im Grundrauschen der Daten unter. Ich glaube nicht, das die Leute dann jemanden drauf fahren weil sie befürchten ihr Tarif wird teurer wenn sie bremsen. Dann wird es erst recht teuer. Dieses Argument ist Käse, auch wenn es immer wieder gern gebracht wird.
Abgesehen davon, wer ständig solche Bremsungen hinlegen muss, sollst evtl. doch mal seine eigene Fahrweise überdenken und mal ein paar Meter mehr Abstand halten, auch wenn es schwer fällt.
Ebenso Beschleunigungen. Wie oft fährt man auf eine Autobahn auf und wie oft geben andere Leute in der Stadt an jeder Ampel Gummi als gäbe es kein morgen. Ich denke schon das man das unterscheiden kann wenn man viele Daten hat. Digitale Fahrstiele (Vollgas/Vollbremsung) sind da durchaus erkennbar.

Ich finde es schade, das die Telematik-Tarife aktuell nur so begrenzt zu haben sind wenn man nicht zu einer besonderen Fahrergruppe gehört.
Ich finde als vernünftiger Fahrer sollten man sich belohnen lassen dürfen auch wenn man nicht mehr Anfang 20 ist.

Bezüglich der Krankenversicherung: Einen gewissen Risikozuschlag fände ich auch sehr gut. Wer mutwillig seine Gesundheit riskiert sollte mehr zahlen. Um nochmal auf das Auto zurückzukommen ... ich zahle auch mehr Versicherung, weil ich kein Eigenheim/Kinder habe und in einer bestimmten Region wohne. Oder der Rabatt mit einer Bahncard (ich fahre soviel Auto wie ich eben fahre ob mit oder ohne Bahncard) Das finde ich noch sinnloser als ein Risikozuschlag bei der Krankenkasse für Leute die wirklich dauernd ihren Hals riskieren.


notting

11.01.2018

Telematik-Tarife werden sehr schnell teuer kommen, vor allem wenn nicht klar ist, wie die zwischen unfallvermeidenden Maßnahmen wie scharfes Bremsen wenn's wirkl. eng wird obwohl man Vorfahrt hat oder starken Beschleunigen um vernünftig z. B. auf die Autobahn aufzufahren und schnell hochschalten zu können wg. Verbrauch und eben sinnlosem Beschleunigen und Bremsen unterscheiden wollen!

Anders ausgedrückt: Krankenversicherung für 1EUR/Jahr*!

* Preisaufschläge:
- Sportler: 50.000EUR/Jahr wg. Verletzungsgefahr.
- Couchpotatos: 50.000EUR/Jahr wg. Verfettungsgefahr usw.

notting