Betrugsmaschen

So fies zocken Kriminelle Senioren ab | 02.08.2017

Pflege von Angehörigen

© ING-DiBa

Mal ist es der Enkeltrick, mal wird Hilfsbereitschaft gnadenlos ausgenutzt – Senioren werden immer wieder zu Opfern von Dieben oder Trickbetrügern. Zwar weist die offizielle Kriminalstatistik keine genauen altersbezogenen Daten aus, aber mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko, Opfer von Kriminellen zu werden. Das ergab beispielsweise eine Untersuchung der Polizei Bremen vor einigen Jahren. Vor dem 70. Geburtstag ist im Schnitt weniger als eine Person je 1.000 Einwohner betroffen, in den nächsten 20 Lebensjahren steigt die Zahl jedoch auf mehr als vier Fälle je 1.000 Einwohner.

Polizei setzt auf Prävention

Dabei kann man sich wirkungsvoll vor solch kriminellen Aktivitäten schützen. Im gesamten Bundesgebiet bietet die Polizei entsprechende Präventionsangebote an. Im Internet gibt es eine entsprechende Suchmaschine für die jeweils zuständige Dienststelle. Grundsätzlich gilt: Wer die gängigen Betrugsmaschen kennt und durchschaut, fällt wahrscheinlich seltener darauf rein und kann sich mit einfachen Tricks gegen Diebe oder Betrüger schützen. Wie das klappt, lässt sich unter www.polizei-beratung.de nachlesen – ein Portal zur Kriminalitäts-Prävention von Bund und Ländern. Dort gibt es auch zahlreiche Broschüren, die teils gemeinsam mit der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ entwickelt wurden. Empfehlenswert sind unter anderem "Sicher leben" oder "Sicher zu Hause", die es kostenlos gibt.

Und das sind die häufigsten Fallen:

Der Enkeltrick

"Oma, rate mal, wer hier ist." Mit solch einem Anruf startet oft der sogenannte Enkeltrick. Jemand gibt vor, ein Verwandter zu sein. Im Telefongespräch wird schnell von einer finanziellen Notlage erzählt. Das können Schulden bei einem aggressiven Eintreiber sein oder man hatte einen Unfall und muss den Schaden schnell begleichen, da sonst die Polizei geholt wird. Immer wieder kommt es vor, dass ältere Menschen darauf hereinfallen und sogar noch das Geld an einen Boten überreichen, da der vermeintliche Enkel unabkömmlich ist. Experten raten:

  • Niemals Geld an unbekannte Personen geben.
  • Den echten Enkel unter der Telefonnummer zurückrufen, die einem bekannt ist. So fliegt ein Betrugsversuch schnell auf.
  • Wenn möglich die Telefonnummer des Anrufers notieren und unverzüglich die Polizei informieren.

Unter falscher Flagge

Die Technik macht eine ganz besonders dreiste Abzockmasche möglich: Per Internet-Telefonie ist es heutzutage kein Problem, jemanden unter falscher Flagge anzurufen. Auf dem Display des Angerufenen erscheint beispielsweise die Notrufnummer 110 oder der Anschluss einer wirklich existierenden Polizeiwache. In der Vergangenheit gaben sich Betrüger so als Polizisten aus und forderten Senioren auf, ihr Bargeld bereitzuhalten, da ein Einbruch bevorstehe. Ein Polizist käme vorbei, um das Geld oder andere Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen.

Den besten Schutz gewährt eine einfache Strategie:

  • Lassen Sie den angeblichen Polizeibeamten vor der Haustür stehen, schauen Sie auf den Dienstausweis und rufen Sie die Dienststelle des "Polizisten" an (Nummer selbst heraussuchen).
  • Niemand ist grundsätzlich verpflichtet, jemanden unangemeldet ins Haus oder die Wohnung zu lassen. Das gilt auch für vermeintliche Mitarbeiter von Stadtwerken oder Heizungsableser, die unangemeldet kommen. Oft geben sich Kriminelle so einen seriösen Anschein, um in die Wohnung zu gelangen und Beute zu machen. Oder sie lenken das Opfer ab, um einen Komplizen hereinzulassen.
  • Auch lässt ein Kontrollanruf beim angeblichen Arbeitgeber diese Betrugsmasche schnell auffliegen.

Falsche Gewinnversprechen

Eine beliebte Masche von Betrügern kommt zunächst als gute Nachricht getarnt: „Glückwunsch, Sie haben gewonnen“, heißt es dann am Telefon. Vor der Auszahlung soll der Gewinner allerdings zunächst eine „Bearbeitungsgebühr“ bezahlen. Die Polizei rät:

  • Geben Sie kein Geld aus, um einen Gewinn anzufordern.
  • Lassen Sie sich Name, Adresse und Telefonnummer des Gewinnspielbetreibers nennen.
  • Sie selbst sollten hingegen nie irgendwelche persönlichen Daten preisgeben.

Hilfsbereitschaft ausnutzen

Diebe versuchen immer wieder, die Hilfsbereitschaft von Menschen auszunutzen. Das kann die Bitte um ein Glas Wasser sein, um eine Tablette schlucken zu können, oder eine Mutter, deren Kind angeblich dringend auf Toilette muss. Die Kriminellen wollen aber nur eines: In Ihre Wohnung gelangen. Ist diese Hürde genommen, gelingt es ihnen leider verblüffend oft, Bewohner durch schauspielerisches Talent so abzulenken, dass ein Komplize die Wohnung durchsuchen kann. So schützen Sie sich:

  • Das benötigte Glas Wasser nur durch die mit einer Kette gesicherte Haustür reichen.
  • Wenn Sie einen Fremden dennoch in die Wohnung bitten wollen, holen Sie sich einen Nachbarn dazu, der mit aufpasst.

Die genannten Betrugsmaschen stellen nur beispielhaft mögliche Bedrohungen dar. Weitere Informationen finden Sie im Internet, in den bereits erwähnten Broschüren und bei Ihrer Polizei vor Ort.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (21)


Kommentare

Petsie.Ber

01.09.2017

Wo bin ich hier ? Ich denke wir reden hier über Betrüger am Telefon und an der Haustür und nicht über die Rentenpolitik der Regierung und den bevorstehenden Wahlen.
Bitte beim Thema bleiben.


Giovanni H.

22.08.2017

Abzocke in punkto Rente "hoch 3". Was sollen wir braven Bürger noch für Opfer bringen. Von meinem Versorgungbezügen (Pension) wird meine Knappschaftsrente abgezogen, zudem noch ein Versorgungs-ausgleich für meine geschiedene Frau, obwohl diese noch keine Rente erhält. Von der Steuer und der Krankenversicherung will ich gar nicht reden. Hauptsache den angeblichen Asylbewerbern geht es gut und auch denjenigen, die in ihren Leben noch nie etwas für ihre Altersversorgung getan haben. Ich bin mal gespannt, was Deutschland dieses Jahr wählt.


Horst R

20.08.2017

Die Tipps sind hilfreich. Wenn man folgendes auch nicht vergessen sollte:
- Von Unbekannten ist das vermeintliche Geschenk oft nur ein Trojanisches Pferd.
- Gier frisst Hirn
- den Enkeltrick kann man auch wie folgt begegnen: wenn der Anruf: "rate mal wer da ist" kommt, dann gibt man bewusst einen ganz falschen Namen mit einem falschen Ort an. Wird der dann vom Anrufer bestätigt, dann ist klar, das hier keiner aus der Familie anruft.


Paul

18.08.2017

Es ist einfach herrlich zu lesen wie unzufrieden wir Deutschen mit allem sind. Es gibt auf der ganzen Welt kein weiteres Volk den es gut geht, immer gesund älter werden, gut versorgt und betreut sind und trotzdem alle nur Jammern. Ich kenne in meinem Umfeld keinen der auf Rente steuern zahlt, den muss es aber sehr sehr gut gehen. MfG Paul


karola t

17.08.2017

sie alle haben Recht was sie geschrieben haben, in Deutschland wird nur noch abgezogt und betrogen es ist schon traurig was hier mittlerweile los ist, nur das Wählen nicht vergessen


GG

17.08.2017

Schön für die Betrüger.
Verfolgt werden die meist nicht.
Sollte mal einer ermittelt werden, so geschieht meist nichts-(nicht viel).
Parksünder werden in unserem Staat schärfer verfolgt.


Hans Hille

16.08.2017

Leider sterben die Dummen nicht aus und es wird leider so bleiben.


Anne

16.08.2017

Ich kann Horst M, om 2.8. ebenfalls nur zustimmen. Der größte Betrug in Deutschland ist die Rentenpolitik unserer Regierung.. Ich habe 49! Jahre hart gearbeitet und immer brav meine Beiträge bezahlt. Jetzt soll ich von dem bisschen Rente, was ich erhalte, auch noch Krankenkassenbeitrag und Steuern bezahlen! Da wird man doch doppelt bestraft. Ich hoffe, dass viele Rentner im September wählen gehen und unserer jetzigen Regierung einen Denkzettel verpassen!


Walter G.

16.08.2017

Ich kann Horst M. vom 02.08. nur zustimmen, was die Steuernabzüge für Rentner betrifft. Die das beschlossen haben, können jetzt am 24.09. (Wahlsonntag die Quittung dafür bekommen) dieses wäre ausnahmsweise -Steuerfrei-


Rothe

12.08.2017

Sehr guter informativer Service


Horst Brinkhoff (90)

10.08.2017

Immer lieber 2 mal denken und prüfen. Bei Verdacht SOFORT die Polizei anrufen. Geldtasche o.ä. nur in Innnentaschen aufbewahren.


T.Hermann

10.08.2017

habe 41 Jahre Höchstbetrag bei Steuerkarte 5 eingezahlt.Als ich dann Erwerbsunfähig wurde , hatte ich eine Summe von 2000 DM erhalten-
inkl.Kindergeld.Als dann der Euro eingeführt wurde,bekam ich nur die Hälfte-also 1000 €. Wenn man bedenkt dass alle Händler seine Ware eins zu eins umgetausch haben, finde ich ,dass die Regierung mir meine Rente veruntreut hat.Bei 2000 DM wäre ich Fürst gewesen.Aber so geht es wohl allen Rentnern.Die Jugend soll nicht klagen,dass sie für uns einzahlen müssen.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Harry

08.08.2017

Ja seht Ihr im Alter kommt die Erkenntnis...ein Leben lang gearbeitet und dann nur noch besch...ssen und abkassiert...aber Ihr habt doch diese Kinder grossgezogen die Euch jetzt besch...ssen !
Also nicht jammern, bin selber BJ 1950


Holm Karlheinz

08.08.2017

Die größte Abzoge ist der zusätzliche Krankenkassenbeitrag auf Einmalzahlungen einer Direktversicherung. wir haben uns das Geld
vom Weihnachtsgeld gespart. Jetzt kassieren die 10Jahre alle Monat
nochmal ab.


Berti

08.08.2017

Die Technik macht eine ganz besonders dreiste Abzockmasche möglich: Per Internet-Telefonie ist es heutzutage kein Problem, jemanden unter - falscher Flagge - anzurufen.

Liebe Diba, bitte keine toten Link's verwenden ( falscher Flagge).


Klaus

06.08.2017

wir sind noch 2 Personen im Haushalt,und trotz 80 Jahre noch sehr
clever im Kopf.weder Bestellung noch noch noch <Gespräche mit Unbekannten am Telefon. Bei Handwerkern nur nach Rücksprache
bei der Gesellschaft.


Monika Whitworth

06.08.2017

Rene R.
Ich bin noch nicht so gut informiert, habe mich aber auch schon sehr über die Krankenkassenbeiträge auf die Rente geärgert. Weiß jemand, auf welche meiner privaten zusätzlichen Renten Versicherungen diese auch erhoben werden? Ich habe deswegen schon beschlossen, früher und mit Abzügen in Rente zu gehen, das kommt für mich am Ende vielleicht sogar günstiger, da ich so viel an Altersvorsorge gemacht habe - da ärgere ich mich schon fast drüber... Weil wenn die alles zusammen zählen und dann Steuer und Krankenkasse abziehen wird das echt schmerzhaft für mich! Ich finde die Krankenkassen Abzüge auf private Rentenversicherungen eine maßlose Unverschämtheit!


Rene R.

04.08.2017

Horst M.
Ich kann Horst M. nur zustimmen: Renten zu besteuern ist einfach nur (versteckte) Abzocke. Dazu kommen die unverschämten Krankenkassen-Beiträge. Nach 47 Jahren BEK-Mitglied werde ich nun auch noch mit einem Zusatzbeitrag "entlohnt". Und wenn ich dann noch mit 64 was für die Gesundheit tue und schwimmen gehe, zockt mich der Staat auch noch mit 19 % MWST für den Eintritt ab. Da verzichte ich dann drauf, geh häufiger zum Doc und stecke mir lieber noch eine an... (ist ja auch nicht schlecht für den Staat). Hier besteht Handlungsbedarf seitens der Politik - damit diese auch glaubwürdig bleibt :-)

02.08.2017
die größte Abzocke für Rentner haben Sie leider nicht erwähnt , die Versteuerung der Rente sowie jährliche prozentuale Kürzung durch den Staat ist schon ein Betrug an dem, der jahrelang Beiträge eingezahlt hat und jetzt noch mit Kürzungen ect. konfrontiert wird .. ein Schande für diese Rentenpolitik !


notting

03.08.2017

IMHO fehlen duchaus wichtige Sachen:
- Die windigen Callcenter-Typen, die irgendwie versuchen die Leute zu einem "ja" für irgendeinen Vertrag zu bekommen -> unabh. vom Alter sofort auflegen! Gab schon Fälle, wo das Gespräch so geschickt gemacht wurde, dass sie das so zusammenschneiden konnten wie die Betrüger das für ein "ja" brauchten.

- Und auch der Kaffeefahrtenmist mit den unseriösen Verkaufsveranstaltungen.

notting


Juliane Buschendorf

03.08.2017

Ich kann dem Kommentar von Horst M. nur beipflichten. Ich habe schon als Frau zu DDR Zeiten gut verdient, nach der Wende als Mitarbeiterin bei meinem Mann, hoch versteuert, gut verdient und was musste ich mir alles an Kürzungen bieten lassen. Ein Jahr Studium wurde mir als Staatsnah bezeichnet und dafür keine Rente gezahlt, obwohl ich jeden Monat meine Betrag gezahlt habe. Ob das Frau Merkel auch geschied, möchte ich ernsthaft bezweifel. Sie hatte mit Sicherheit auch diese Ausbildung, ansondsten war ein Weiterkommen beruflich gar nicht möglich.


Horst M.

02.08.2017

die größte Abzocke für Rentner haben Sie leider nicht erwähnt , die Versteuerung der Rente sowie jährliche prozentuale Kürzung durch den Staat ist schon ein Betrug an dem, der jahrelang Beiträge eingezahlt hat und jetzt noch mit Kürzungen ect. konfrontiert wird .. ein Schande für diese Rentenpolitik !