Kennzahlen an der Börse

Warum der Cashflow für Privatanleger relevant ist | 28.09.2018

Cashflow einfach erklärt

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Aktien sind bei Privatanlegern in Deutschland laut Untersuchungen des Deutschen Aktieninstituts nicht sehr beliebt: 2017 hielten nur 10 Millionen Bundesbürger Aktien oder Aktienfonds. Das entspricht weniger als 16% der über 14-Jährigen. Ein Grund kann die Vielfalt der Informationen sein, die Anleger eigentlich kennen sollten, bevor sie Geld in ein Unternehmen stecken. Da geht es um Dividenden, Cashflow, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite und das wirkt gerade auf Kleinanleger zunächst oft abschreckend.

Oder haben Sie alles verstanden? Für professionelle Investoren ist dies natürlich kein Problem. "Vor einer Investition schauen sie sehr genau in das Zahlenwerk eines Unternehmens. Zudem werden sie von den Aktiengesellschaften auf speziellen Informationsveranstaltungen umworben", sagt Falk von Kriegsheim, Investor-Relations-Experte und ausgebildeter Investment-Analyst.

Die Höhe der Dividende allein ist nicht aussagekräftig

Das Problem? Privatanlegern sind einige dieser Kennzahlen allerdings nicht immer zugänglich. Ein Indiz beeindruckt aber oft auch Laien am Aktienmarkt: Die Höhe der Dividende. Dies ist die Gewinnbeteiligung für Aktionäre, die pro Aktie vom Unternehmen ausgeschüttet wird. Hält ein Anleger beispielsweise 100 Aktien der Firma A und schüttet diese im Jahr 2,50 Euro pro Anteilsschein aus, bekommt der Aktionär 250 Euro Dividende. Von Kriegsheim: "Die Dividende sagt aber nichts über die Nachhaltigkeit des Unternehmensgewinns aus." Schließlich könne eine Dividendenzahlung auch zu Lasten von Investitionen gehen. Was dann die Zukunftsfähigkeit der AG beeinträchtigen könne.

Der Cashflow gibt Aufschluss über die Zahlungskraft

Professionelle Investoren untersuchen weitaus mehr Daten als die Dividende. Dazu gehören beispielsweise der Verschuldungsgrad, die Marktstellung des Unternehmens in der jeweiligen Branche, die nachhaltige Ertragskraft, die Dividendenkontinuität, Investitionen in das Zukunftsgeschäft und auch die Qualität des Managements.

Eine besonders wichtige Kennzahl bei der Bewertung eines Unternehmens ist der sogenannte Cashflow, auf Deutsch auch Geldfluss oder Kapitalfluss. "Dies ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, bei der – vereinfacht ausgedrückt – Einnahmen und Auszahlungen eines Unternehmens beispielsweise für ein Geschäftsjahr saldiert werden. Dies gibt dann Auskunft über die Liquidität einer Firma", sagt von Kriegsheim.

Cashflow ist nicht manipulierbar

Die Cashflow-Rechnung eines Jahres gibt außerdem Auskunft darüber, ob eine Firma kreditwürdig ist. Denn aus ihr lässt sich schließen, ob die Firma überhaupt die Mittel hat, ein Darlehen zurückzuzahlen. Von Kriegsheim: "Ein Vorteil des Cashflows ist, dass dieser Wert nicht mittels Bilanzkosmetik schön gerechnet werden kann." Das unterscheidet ihn von der Dividende. Unternehmen zahlen sie mitunter auch dann, wenn eigentlich gar kein üppiger Gewinn erzielt wurde. "Das ist dann eher als Beruhigungspille für Investoren gedacht", sagt der Investor-Relations-Experte.

Auch ein negativer Cashflow kann positiv sein

Ein hoher Cashflow signalisiert vor allem: Das Unternehmen könnte viel Geld an seine Eigentümer, sprich die Aktionäre, verteilen. Um aber auch morgen konkurrenzfähig zu sein kann es mitunter betriebswirtschaftlich sinnvoller sein, dieses Geld zu investieren, um beispielsweise moderne Maschinen anzuschaffen oder in Forschung und Entwicklung zu investieren. Das kann dazu führen, dass aufgrund der hohen Auszahlungen ein Cashflow negativ ist. Anders ausgedrückt: Die Auszahlungen waren höher als die Einnahmen. Von Kriegsheim: "Anleger müssen daher wirklich in den Geschäftsbericht schauen um zu erkennen, warum diese Kennzahl auch mal negativ sein kann und dennoch Positives bedeutet."

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (24)


Kommentare

ING

30.11.2018

Hallo Frau Lindner, können wir etwas für Sie tun? Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Yassin Lindner

29.11.2018

Hallo, bin Gehörlos..... wissen versuche Kampf um gerade wieder........ Mit freundlichen Grüßen


ING

24.10.2018

Hallo Herr Hanke, detaillierte Informationen zur Berechnung finden Sie zum Beispiel hier: www.wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/cashflow-29173 oder www.de.wikipedia.org/wiki/Cashflow Viele Grüße, Ihr Social Media Team


war o.k.

22.10.2018

zum eigentlichen Thema Cashflow fehlen Beispiele - stattdessen gibt es Zahlen zur Dividende. Thema leider verfehlt...


Ernst Hanke

22.10.2018

Wie berechnet sich denn jetzt der Cash flow? -- steht leider nicht im Text.


Dietmar Thamm

19.10.2018

ne so bitte nicht, betriebswirtschaftlich heißt es präzise entweder Einnahmen minus Ausgaben und Einzahlungen minus Auszahlungen.


DS

19.10.2018

Viel überflüssiger Text und keine genaue Definition: Was ist ist ..., wie wird er berechnet, wo liegt die optimale Bandbreite?


K.-C.

19.10.2018

Bitte etwas genauer bei der Begriffswahl ! Wir Ökonomen unterscheiden ua. Einz a h l u n g e n vs. Aus z a h l u n g e n; Ein n a h m e n vs. Aus g a b e n; E r l ö s e/Erträge vs. Aufwendungen.


Partymarc

18.10.2018

Ich habe immer noch nicht kapiert was Cashflow ist....
Um ein Unternehmen zu beurteilen müssen meiner Meinung nach Einnahmen irgendein Verhältnis gesetzt werden


T. Dessbesell

18.10.2018

In Ihrem Beitrag stellen Sie "Auszahlungen" und "Einnahmen" gegenüber. Diese Begriffgegenüberstellung einer namhaften Bank erstaunt und irritiert mich doch sehr, sodass ich mich frage, welche Fachkompetenz hier am Werk ist.:
Einnahen - Ausgaben
Einzahlungen - Auszahlungen
(Realschulewissen u. Gymnasium Unterstufe)
Sorry, das ist wenig seriös.


ING

18.10.2018

Hallo Herr Güldenring, danke für Ihr Feedback. Sie können die Schriftgröße am PC übrigens ganz leicht anpassen: Einfach die "Strg"-Taste gedrückt halten und die Schriftgröße per Mausrad anpassen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Heiner Güldenring

18.10.2018

Es ist eine Zumutung Ihre Artikel in dieser Minischriftgrösse anzubieten und das schon seit Monaten.


Sara

09.10.2018

@Peter

Das stimmt so nicht ganz....auch negatives kann positiv sein.

Du hast Ausgaben (als Firma / Privatperson) das ist negativ, wenn du es dann von der Steuer absetzen kannst ist es positiv oder nicht?


Peter

05.10.2018

Also den Cashflow habt Ihr sehr laienhaft erklärt. Vor Allem, dass ein negativer Cashflow auch positiv sein kann ist etwas lustig. Negativ ist negativ. Beim Cashflow über kleine Zeiträume sind Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc. zu beachten.


Frank

04.10.2018

@Hako
Unternehmensanleihen sind aber auch nicht sicher. Ich dachte bis vor einer Weile, dass Anleihen sicher wären. So wie du sagst 1.000 Euro einzahlen und am Ende 1.000 Euro wieder bekommen und dazu halt noch die Zinsen.
Ist aber schon lange nicht mehr so.

Und für Anleihen brauche ich 1.000 Euro oder mehr.
Aktien bekomme ich schon für einen günstigeren Kurswert.

Tagesgeld für 1,2%? Natürlich Ausland, sollte man aber darauf achten, dass die im Einlagensicherungsfonds sind.

Trotzdem, bei 2 bis 2,3% Inflation derzeit muss man schon Anlagen ab 3% steigend haben.

Und Immobilien sind nicht immer eine gute Alternative.

Egal wo man sein Geld anlegt...überall kann man schnell rein fallen heut zu tage.

Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, Riester, etc. etc.
Man weiß nicht was raus kommt, aber kommt sicher nicht so viel raus wie dir die Anbieter beim Verkauf immer vorrechnen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich bis zur Rente in meiner Riester 112.000 Euro hätte. Bin gerade mal bei 18.000 Euro, gehe in 25 Jahren in Rente und zahle mtl. nur 150 Euro ein, jährliche Zulage 175 Euro (jetzt neu?).
Also Frage...wie sollen noch 45.000 Euro Anlage + 18.000 Euro drin am Ende 112.000 Euro rauskommen? Sind 63.000 Euro.
Ist zwar auf Fondsbasis, aber dann müsste der Fonds ja noch mind. auch wieder 63.000 Euro bringen - also bis in 25 Jahren 50%??!!

Und der absolute Hammer....wenn ich in Rente gehe, dann muss ich 100% versteuern. Bei Aktien und Fondsverkauf 25% Kapitalertragsteuer.

Das System von wegen 25% Strafsteuer, sorry, Kapitalertragsteuer muss wieder geändert werden. Ich bin langfristiger Anleger.
Von mir aus sollten die Zocker, die weniger als 1 bis 2 Jahren die Aktien halten 30 bis 40 % Zockersteuer zahlen.
Aber langfristige Anleger Steuerfrei bzw. max. 10% Kapitalertragsteuer zahlen.


Mr. America

02.10.2018

Ich kaufen amerikanische Aktien, da die 1/4 jährlich Dividende zahlen. Wenn man richtig kombiniert erhält man mtl. Dividendenzahlung wie z.B. Nova Scotia (Bank), Colgate-Palmolive (Konsumgüter) und PepsiCo (Nahrungsmittel).

Demnächst, ob das dann auf mtl. geht weiß ich nicht, aber auch 1/4 jährlich - McDonalds (Burgergeschäft - jetzt hauptsächlich in Immobilien), Cisco Systems (Elektronik, Chips) und Johnson & Johnson (Pharma).

Und alle diese Firmen zahlen über 40 bis 60 Jahre und sogar schon steigend eine Dividende.


Hako

02.10.2018

@Frank:
Unternehmensanleihen bringen durchaus 4-10%.
Sicherlich nicht kurzfristig realisierbar (ohne Verlust), jedoch jedenfalls mehr als die Inflation.
Sie sind eine echte Alternative zu spekulativen Aktien, da der Rückzahlungskurs (abgesehen von Konkurs o.ä.) feststeht.
Tagesgeld 1,2 %? Wo gibts denn soviel aufs Tagesgeld?
Die meisten Banken bieten 0,01% (auch die Diba) und damit wesentlich weniger als das Sparbuch.


Frank

01.10.2018

@Mr. Cash
Was fasselst du für einen Schwachsinn?
Aktien können jederzeit gekauft und so weit im Depot auch wieder jederzeit verkauft werden. Sie sind flexibel...

Auch das mit dem Gewinn stimmt nicht, wenn man Glück hat kann man schon in wenigen Tagen und Wochen mit Gewinn raus, kommt darauf an was du unter Gewinn verstehst.
Natürlich sollte man die Kaufgebühren drin haben und die anfallenden Steuern, die beim Gewinn anfallen, wenn man über dem Freistellungsauftrag ist oder keinen hat.

Bei der Inflation sollte man zur Zeit immer mit 2% rechnen.

Und lieber Cashy...welche Depotgebühren denn? Da sieht man mal, du hast kein Depot bei der DiBa.

Bessere Anlageformen? Da lache ich ja, das einzige was ich mit so 5% abzüglich dann der Steuer kenne ist Immobiliencrowdfunding und das ist nicht sicherer wie Aktien, höchstens eine Beimischung - kann auch Totalverlust bedeuten.

Besser? Tagesgeld für 1,2%?
Bansparbuch mit 0,00 bis 0,02%?

Denke doch an deine selbstgenannte Inflation von ca. 2%.

Welche Anlage bringt schon sichere bzw. größere Zinsen um die Inflation zu schlagen und Gewinn zu machen und ist Risikoarm?

Nenne mir diese Anlage und ich lege mein gesamtes Vermögen dort an.

Auch eine Immobilie ist nicht das non plus ultra...Renovierungen, Gerichtskosten (auch für Altfälle), gezeter und Unstimmigkeit mit Mitbewohnern ob Mieter oder Eigentümer - an die Beschlüsse der ETW-Versammlung wird sich oft nicht gehalten. Ob absichtlich, Ignorranz oder Vergesslichkeit.
Ist unflexibel und ob die Preise hoch oder auch mal runter gehen ist auch fraglich bzw. zu beachten und nicht zu beeinflussen.


Mr Cash

30.09.2018

Aktien werden völlig überbewertet. Wer in Aktien investiert, hat sein Kapital auf Jahre gebunden und kann nicht darauf zugreifen. Zumindest dann, wenn er mit einem Gewinn aus der Sache rausgehen will. Da die Inflation pro Jahr i.d.R. 1-2 Prozent beträgt, muss ich mit den Aktien in drei Jahren schon mehr als 6 Prozent erzielen, um überhaupt die Inflation auszugleichen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber immer noch keinen einzigen Cent Gewinn erzielt. Hinzu kommen noch die Depotgebühren. Sodass man je nach Größe des Investments 10 Prozent und mehr benötigt, um in die Gewinnzone zu kommen. Und dann ist da noch das Risiko eines Crashs oder eines Bärenmarkts.
Fazit: Aktien sind in meinen Augen nur reine Zockerei. Es kann gutgehen, es kann aber auch sehr viel Geld binden und verbrennen. Niemand kann die Zukunft vorhersehen und Crashs kommen immer dann, wenn man nicht damit rechnet. Es gibt viel bessere Anlageformen.


Ortwin

28.09.2018

Was Stefan schreibt, kann ja wohl nicht hinhauen. Cashflow heißt übersetzt ja tatsächlich "Geldfluss". Mit anderen Worten: Es werden tatsächlich nur hereinkommende und abfließende Gelder eines Betriebes für einen bestimmten Zeitraum gegenüber gestellt. Eine Abschreibung löst aber keinen Geldfluss aus und das gilt auch für die Bildung und/oder die Auflösung von Rückstellungen.


Jonas

28.09.2018

@Olli

Da muss ich eine Kleinigkeit korrigieren:
Jeder der überhaupt noch nie in Aktien etc. investiert hat, hat Geld verloren und verliert laufend Geld.

Die Inflation und Gebühren werden nur durch die Aktien geschlagen. Natürlich muss man sich breit aufstellen.

Mehr als 10 Positionen sollte man nicht halten. Vorsichtige Anleger könnten ja 5 beliebte Aktien - Einzeltitel halten und investieren und die anderen 5 Positionen in verschiedenen aktiv verwalteten Fonds. Am besten auch mischen. Je 1 Fonds mehr Aktien als Anleihen, 1 Fonds halb Aktien halb Anleihen, 1 Fonds rein Anleihen und 2 vielleicht als Themen- / Trendfonds - sagen wir mal Cybersecurity (Firmen die Antivirenschutzprogramme haben etc.) und Roboter- / Automationstechnik (Zukunft).

Man dazu aber sagen das immer ein Risiko von wegen Verlust oder Totalverlust besteht.
Natürlich kann man auch etwas, etwas mehr, viel mehr, unglaublich viel Gewinnen.

Wer einen Vergleich möchte:
Kauft euch z.B. ein gebrauchtes Auto, gebrauchten Kühlschrank etc. das kann gut gehen, paar Jahre oder so halten oder auch nach zwei, drei Wochen kaputt gehen.

Selbst die reichen Börsengurus a la Kostolany waren mind. 2 bis 3 mal Pleite.


Olli

28.09.2018

Seit ca. 5 Jahren investiere ich in Einzelwerte, sprich Aktien. Meine Erfahrung ist dass man noch so gut die Kennzahlen, Nachrichten und Analysen studieren kann und am Ende doch der Kurs anders reagiert wie gedacht. Sprich, es steht eigentlich gut für ein Unternehmen aber der Kurs entwickelt sich trotzdem negativ.
Als Kleinaktionär ist man eben auch Spielball der BigPlayer. Am Ende muss sich jeder bewusst sein das es nicht umsonst "spekulieren" heißt und es eben eine Wette bleibt!
Wer aber seit 2010 NICHT investierte hat eben auch Geld verloren!


Frank

28.09.2018

Es würden viel mehr ING DiBa Kunden Aktien kaufen, wenn man schon einen Sparplan ab 10, 15, 20, 25 Euro haben könnte.
Denn man will ja sein Vermögen streuen oder aber man hat mtl. nur 10 Euro zur Verfügung etc.
Klar kann man bei Euch zweimtl., viertelj. etc. Sparplan machen aber das ist unbefriedigend.
Ich möchte gleich sehen, wie das Vermögen wächst bzw. den Cost Average richtig ausnutzen.
Was bringt es mir, wenn kurz bevor ich zweimtl., viertelj. kaufe und genau dann der Kurs wieder oben ist?
Sprich, bei mtl. hätte ich einen besseren, günstigeren Cost Average für mich.
Außerdem wäre es toll wenn man mehr bzw. alle Aktien als Sparplan erwerben könnte.
Was bringt mir z.B. eine Amazon, Springli oder so, welche einen Wert über 200, 300, bis zu 1.500 Euro hat und ich nicht anteilsmäßig bzw. auf einmal kaufen kann....und dann nur 1 Aktie habe.


Stefan

28.09.2018

Sehr oberflächliche Darstellung. Bei der Erklärung des Cash Floss sollte u.
a. unbedingt auf ABSCHREIBUNGEN und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen eingegangen werden...