Cocooning

Kuschelfaktor mit Stil | 28.06.2017

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© Westend61 - gettyimages.com

Entspannt und stilvoll die Freizeit genießen – zuhause, in gemütlicher Atmosphäre, ohne Hektik, ohne Trubel. Ein Verhalten, das absolut im Trend liegt. Der passende Begriff dafür ist Cocooning. Der Ausdruck kommt von Kokon und bedeutet so viel wie sich zurückziehen, sich einkuscheln, wie die Wohnexpertin Katharina Semling erklärt. Klassischerweise sehnen sich viele Menschen vor allem in der kalten Jahreszeit danach – aber auch im Sommer gewinnt Cocooning immer mehr an Bedeutung. „Es ist am wenigsten los“, erklärt Semling. „Die besinnlichste Zeit ist tatsächlich inzwischen der Sommer.“ Entscheidend dabei ist, dass man sich unbeobachtet und geschützt fühlt. An kühleren Tagen kein Problem – in der Wohnung oder im Haus kann man es sich in der Regel ohne neugierige Blicke gemütlich machen.

Wohnlichkeit für Drinnen und Draußen

Durchschnittlich rund 400 Euro geben die Deutschen laut Branchenangaben jedes Jahr für Einrichtungsgegenstände aus. Darunter findet sich nicht nur Praktisches, sondern auch Schönes für die eigene „Höhle“. Damit wohlige Gemütlichkeit entsteht, sorgt im Garten oder auf dem Balkon am besten für Sichtschutz und Überdachung, rät Semling. Ein solcher Sichtschutz für den Balkon bekommt man im unteren Preissegment laut Semling bereits ab 60 Euro.

Was die Möbel angeht, verschwimmen die Grenzen zwischen außen und innen laut der Expertin immer mehr: „Die Zeiten der Plastik-Klappstühle sind vorbei.“ Stattdessen laden Sofa-ähnliche Möbel aus Bast oder Rattan zum Wohlfühlen auf der Terasse oder dem Balkon ein. Die Preise können ganz unterschiedlich sein: Im mittleren Preissegment kostet ein solches Outdoor-Sofa laut Semling ungefähr 600 Euro. Im hochpreisigen Bereich gebe es hingegen auch solche für rund 14.000 Euro. Neben Sofas sind auch Stuhlsessel aus einem Rattangeflecht mit schmalen Lehnen im Trend. Und die Expertin ist sich sicher: Auch Hollywoodschaukeln kommen wieder. Die Preise für die nostalgischen Schwingsofas mit der markanten Überdachung liegen zwischen unter 100 und über 500 Euro.

Wichtig ist: Kissenbezüge und Polster aus Outdoor-Stoffen wählen, dann können sie einfach draußen bleiben. Was die Deko für laue Sommerabende angeht, rät Semling zu Solarlichtern und Kerzen. „Die gehen immer.“

Auf das Sofa kommt es an

Um es sich im Haus oder in der Wohnung so richtig gemütlich zu machen, ist vor allem das richtige Sofa wichtig. Eines für alle gibt es natürlich nicht. Grundsätzlich sollte jeder sich in sein neues Sofa so richtig „verlieben“, meint Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Denn man besitze es durchschnittlich zwölf Jahre. Eine hohe Qualität zahlt sich deshalb aus. Bei der Budgetplanung sollte man daher nicht zu knauserig sein, rät der Verband. Ein guter Preis lasse sich allerdings pauschal nicht nennen. Es gebe zu viele Unterschiede und Angebote, erklärt Geismann. Für die einen seien 1.000 Euro ein guter Preis, für die anderen 5.000 Euro.

„Der Sofakauf ist ein Projekt, das gut vorbereitet werden will“, meint auch André Kunz, Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungshandels. Am besten überlegt man sich vorher genau, welche Erwartungen ein Sofa erfüllen muss. Wie viele Leute sollen Platz finden? Soll es verstellbar oder ein Schlafsofa sein? Auch über die Pflege sollte man sich vor dem Kauf Gedanken machen. Unempfindliche und waschbare Bezüge mit Klettverschluss sind zum Beispiel wichtig, wenn Kinder oder Haustiere auf dem Sofa mitkuscheln oder rumtoben.

Maß nehmen: Im Geschäft wirken Sofas meist kleiner

Zum Kauf bringt man am besten einen Grundriss mit. So weiß man, wo im Raum das Sofa genug Platz findet. „Darauf sollten wichtige Maße wie der Abstand zu anderen Möbeln und zu den Türen eingetragen sein“, empfiehlt Kunz. Man sollte auch einen Zollstock mitnehmen, denn im Geschäft wirken die Sofas viel kleiner als zu Hause. „Händler bieten zunehmend auch Apps oder andere elektronische Möglichkeiten an, sich das Wunschsofa in der eigenen häuslichen Umgebung anzusehen“, sagt Kunz. „Dann braucht man ein digitales Fotos von zu Hause.“

Entscheidend ist auch die Polsterung. „Die Deutschen lieben traditionell eher eine straffe Sitzfläche“, weiß Geismann. „Kunden sollten ausführlich probesitzen und den Verkäufer fragen, ob sich die Polsterung mit dem Gebrauch verändert“, sagt Geismann. Denn: Nach ein, zwei Jahren geben manche Schaumstoffe nach. Das kann zum Beispiel das Aufstehen vom Sofa erschweren.

Autor: ING-DiBa


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