Struktur ins Depot bringen

Nutzen Sie die Core-Satellite-Strategie! | 07.03.2019

Paar beim Onlineshopping

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Die internationalen Aktienmärkte bereiteten Investoren 2018 wenig Freude. Fast überall gaben die Leitindizes auf Jahressicht nach, manche mehr, manche etwas weniger. Gleichzeitig stieg die Volatilität, also die Schwankungsbreite der Aktienkurse deutlich an.

Sich vor diesem Hintergrund nach anderen Anlagemöglichkeiten umzusehen ist nachvollziehbar. Allerdings macht das derzeitige Niedrigzinsumfeld die Suche nach Alternativen im Bereich der verzinslichen Anlagen nicht gerade einfacher. Doch Anleger sind keinesfalls zum Nichtstun verdammt, denn selbst in einem herausfordernden Umfeld lassen sich durch eine ausgewogene Depotaufstellung Chancen nutzen und Risiken verteilen. Die Core-Satellite-Strategie kann dabei helfen, das Depot sinnvoll zu strukturieren.

Fester Kern und bewegliche Satelliten

Der Ansatz der Core-Satellite-Strategie besteht darin, das Depot in zwei Gruppen aufzuteilen, die sogenannten Kerninvestments (Core) und die Satelliteninvestments (Satellite). Die Kerninvestments bilden den größeren Teil und sollten ca. zwei Drittel bis zu drei Viertel des Depots ausmachen. Das Ziel der Kerninvestments besteht darin, dem Depot Stabilität zu verleihen und für einen nachhaltigen Wertzuwachs zu sorgen. Mit den Satelliteninvestments können Chancen auf höhere Renditen wahrgenommen werden. Da höhere Renditen aber zugleich mit einem höheren Risiko einhergehen, wird in die einzelnen Satelliten weniger Geld investiert, als in die Kerninvestments.

Verteilt man die Kern- und Satelliteninvestments auf unterschiedliche Anlageklassen, Anlageregionen und Branchen, können mögliche Verluste einer Anlageklasse/-region durch mögliche Gewinne einer anderen Anlageklasse/-region verringert oder ausgeglichen werden. Auf diese Weise lassen sich Risiken für das Depot reduzieren.

Als Kerninvestment kommen beispielsweise Investmentfonds oder kostengünstige ETFs infrage, die in Anleihen von Staaten oder Unternehmen mit guter Kreditwürdigkeit investieren. Die Chancen des Aktienmarktes lassen sich z. B. mit aktiv gemanagten Investmentfonds nutzen, die ein breit diversifiziertes, globales Aktienengagement ermöglichen. Auch Fonds, die speziell in dividendenstarke Titel investieren, wären ein denkbares Kerninvestment. Eine weitere Möglichkeit sind ETFs auf internationale Aktienindizes, die möglichst breit in Aktien aus verschiedenen Ländern mit entwickelten Märkten investieren. Einige ETF-Anbieter haben ETFs, die als mögliche Kerninvestments in Frage kommen, mit der Bezeichnung „Core“ versehen.

Als Satelliten bieten sich beispielsweise wachstumsstarke Regionen wie die Schwellenländer an. Diese können ebenfalls mit aktiv gemanagten Investmentfonds oder ETFs abgedeckt werden. Auch einzelne Branchen, Anlagethemen und weitere Anlageklassen wie Rohstoffe (z. B. über breit gefasste Rohstoffindizes) lassen sich als Satelliten dem Depot hinzufügen.

Umsetzung mit Sparplänen möglich

In der Praxis lässt sich die Core-Satellite-Strategie nicht nur mit Einmalinvestments, sondern auch mit Sparplänen auf Investmentfonds oder ETFs umsetzen. Angenommen es stehen 150 Euro im Monat zum Investieren zur Verfügung, kann diese Rate auf mehrere Wertpapier-Sparpläne aufgeteilt werden. So ist es leicht möglich, im Depot verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen zu berücksichtigen.

Durch die regelmäßige Investition eines gleichbleibenden Betrags werden bei sinkenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen weniger Anteile an den besparten Investmentfonds oder ETFs erworben. Zugleich umgehen Anleger aufgrund der Vielzahl an Sparplanausführungen die Schwierigkeit, den richtigen Einstiegszeitpunkt für ein Investment zu finden.

Auch wenn eine breite Streuung im Depot dabei helfen kann, das Risiko zu reduzieren, unterliegen Wertpapiere wie Aktien oder Investmentfondsanteile grundsätzlich dem Marktrisiko. Dieses kann sich z. B. in Kursverlusten realisieren. Die Finanzkrise 2008 hat zudem gezeigt, dass es in außergewöhnlichen Marktsituationen vorkommen kann, dass alle Anlageklassen fallende Kursnotierungen verzeichnen. Vor einem Investment sollten sich Anleger daher genau über die Risiken der verschiedenen Anlagemöglichkeiten informieren.

Autor: ING-DiBa AG


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Kommentare (4)


Kommentare

Adele

09.03.2019

Super Artikel! Sie sollten vielleicht noch erwähnen, dass 86 Prozent aller aktiv gemanagten Fonds den jeweiligen Index NICHT schlagen, also schlechter sind als Dax, Dow Jones, MSCI etc. Ach ja, und dass bei Fonds niemand weiß - und niemand kontrolliert - wieviel der erhalten Dividenden auch an die Fondsanleger ausgeschüttet werden und wieviel für "Management" abgezwackt werden. Ach ja, und dass, wer Fonds hält, steuerlich besch... wird dank der neuen steuerlichen Regelung. Aber sonst...


ING

08.03.2019

Hallo Frau Weber, haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar und die Anregung! Das haben wir gleich einmal weitergegeben. Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Ihr Social Media Team


Ilonka Weber

08.03.2019

Hallo, ING-Team ........
schön dargestellt ! Danke ! - Sie sagen, dass die Core - (also KERN-investments gut über Sparpläne dargestellt werden können...) aber, ich habe ein wenig vermisst, wie man am besten die Sateliten - Beimischung paltziert? auch wieder Sparplan ? oder Einmalanlage? - man hat ja auch nicht unendlich Kapazität für Sparpläne und folglich Diversifiizierungs-Möglichkeiten ..... trotzdem danke ! - Wäre schön , mal noch mehr über mögliche sateliten-Kandidaten bechrieben zu "bekommen" und wie man das am besten depottechnisch darstellt...........auch mit "begrenzten" Mittel, sprich als Klein-Anleger.........schönen Tach noch I. W.


Warenbufet

08.03.2019

Soso: "Die Chancen des Aktienmarktes lassen sich z. B. mit aktiv gemanagten Investmentfonds nutzen, die ein breit diversifiziertes, globales Aktienengagement ermöglichen. Auch Fonds, die speziell in dividendenstarke Titel investieren, wären ein denkbares Kerninvestment."