Der Big Mac als Wirtschaftsindex

Was ein Burger über den Zustand einer Währung aussagt | 06.09.2018

Paar beim Onlineshopping

© ING-DiBa

Das erste Halbjahr 2018 stand ganz im Zeichen des US-Dollars. Verzeichnete die amerikanische Währung im vergangenen Jahr gegenüber dem Euro noch die größten Verluste seit 2003, so wertete der Dollar in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung wieder kräftig auf. Einer der Hauptgründe für den Höhenflug des Greenbacks, wie die US-Währung gerne genannt wird, ist vor allem das unterschiedliche Zinsniveau in den beiden Währungsräumen. Während die amerikanische Notenbank schon länger dabei ist, die Zinsen schrittweise nach oben zu führen, scheint die Europäische Zentralbank mit der Zinswende noch keine Eile zu haben. Steigende Zinsen und damit verbundene höhere Renditen erhöhen die Attraktivität für Investoren, ihr Geld im Dollar-Raum anzulegen.

Ausreichend Spielraum für Zinsanhebungen durch die amerikanische Notenbank bieten die starken Wirtschaftsdaten in den USA. Unterstützt durch die große Steuerreform, eine niedrige Arbeitslosenquote und ein gewaltiges Investitionsprogramm, zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit auf einem stärkeren Wachstumskurs als Europa. Inflations- und Zinsspekulationen erhalten in den USA damit weitere Nahrung. Allerdings: Nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate ist der US-Dollar gegenüber den meisten Währungen der Welt inzwischen überbewertet – jedenfalls wenn es nach den neuesten Auswertungen des Big Mac Index geht.

Seit 1986 wird der Index alle sechs Monate vom britischen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ veröffentlicht. Für die Berechnung des Index fragen die Redakteure die Preise des McDonald’s-Burgers in den Lokalwährungen der einzelnen Länder ab und vereinheitlichen diese durch die Umrechnung in den US-Dollar. Durch den Vergleich der Preise in den einzelnen Ländern mit dem Original Big Mac Preis in den USA ziehen die Wirtschaftsexperten ihre Rückschlüsse über die Kaufkraft der einzelnen Währungen und die Devisenmärkte.

Der Big Mac Index stützt sich dabei auf die von David Ricardo im 19. Jahrhundert aufgestellte Theorie der Kaufkraftparität. Ihr zufolge gleichen sich die Preise für identische Warenkörbe aus Gütern und Dienstleistungen in zwei beliebigen Ländern auf lange Sicht an. Bis dahin werden von Finanzmarktteilnehmern die Preisdifferenzen für sogenannte Arbitrage-Geschäfte ausgenutzt. Weil der Big Mac in rund 120 Ländern der Erde als hochstandardisiertes Produkt vertrieben wird, eignet sich der Burger ausgezeichnet als zu vergleichender Warenkorb.

Grundsätzlich gilt: Währungen der Länder mit einem höheren Big Mac Preis als in den USA gelten als überbewertet und dürften zumindest langfristig nachgeben, während ein niedriger Big Mac Preis tendenziell für eine bevorstehende Aufwertung der Währung spricht. Allerdings hat auch der schnell und einfach zu berechnende Index seine Grenzen: Selbst ein hochstandardisiertes Produkt wie ein Big Mac steht bei der Preisfindung unter dem Einfluss zahlreicher lokaler Faktoren, die in der Berechnung des Index unberücksichtigt bleiben.

Autor: ING-DiBa


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Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

Günter

18.09.2018

So hier kommt der 12. Kommentar. Bei zig Mio Kunden. Zu wenige Informationen, Tabellen etc.


Erwin

11.09.2018

So ein langer Artikel und dann gibt es keine Zahlen zum Index. Noch nicht einmal Zahlen zur Euro/Dollar Bewertung…..der Rest ist Allgemeinwissen und ohne konkrete Zahlen in einem "Newsletter" ohne Bedeutugn


Sandra

10.09.2018

Sie verweisen in dem Artikel auf die Kaufkraftparität als fundamentaler Faktor zur Bestimmung der Wechselkurs. Sie erwähnen auch den dabei verwendeten Warenkorb. Der BigMac-Index ist besser ein Preisindex, da hoch standardisiert. Ich halte die Analyse auf der Basis eines Produktes mit einem hohen Dienstleistungsanteil für völlig ausreichend. Ihre Anmerkungen zum Schluss des Artikels finde ich sehr gut!


Kleiner Lümmel

09.09.2018

Mhhh, Big Mac...


Jörg

08.09.2018

eine graphische oder tabellarische Drastellung des Big Mac Index wäre sehr interessant


Norbert Braems

08.09.2018

Sie verweisen in dem Artikel auf die Kaufkraftparität als fundamentaler Faktor zur Bestimmung der Wechselkurs. Sie erwähnen auch den dabei verwendeten Warenkorb. Warum soll der BigMac-Index besser sein als ein Preisindex , der einen repräsentativen Warenkorb abbildet. Ich halte die Analyse auf der Basis eines
Produktes mit einem hohen Dienstleistungsanteil für viel zu kurz gegriffen. Ihre Anmerkungen zum Schluss des Artikels sind mir daher zu kurz und unpräzise.


Ralf R

08.09.2018

Unfug, weil z.B. Franzosen oder Griechen traditionell mehr Geld für gutes Essen (da gehört allerdings der Burger nicht dazu) ausgeben als die Deutschen.


Cheeseburger

07.09.2018

Schade, dass der aktuelle Index nicht gezeigt wird.


Uwe

07.09.2018

Eine Auflistung des Index währe gut


Ulrich Schach

07.09.2018

Ich würde es begrüßen, wenn der aktuelle Big Mac Index bzw. der Link zu den aktuellen Werten genannt wird.


Stefan Schmidt

07.09.2018

Hallo,
jetzt ist einem das Wasser im Mund zusammen gelaufen, aber man weiß immer noch nicht wo man Urlaub machen soll, weil keine Auswertung im Artikel vorhanden ist. Schade.


Uwe D

06.09.2018

Es wäre interessant, mal einen zeitlichen Überblick von dem BIC Mac Index zu bekommen, nicht nur die Erläuterung. Danke.