Das Zuhause sichern

So schützen Sie sich vor Einbrechern | 13.06.2017

20150624_Baukosten_artikel

© contrastwerkstatt – fotolia.com

Es ist der Alptraum schlechthin: Die Rückkehr in das traute Heim, nachdem dieses von Einbrechern verwüstet und geplündert wurde. Nicht selten tragen Einbruchsopfer neben dem materiellen, auch einen psychischen Schaden davon.

Dabei bieten schon simple Maßnahmen grundsätzlichen Schutz. Das Sprichwort „Gelegenheit macht Diebe“ kommt nicht von ungefähr, denn gekippte Fenster, offene Terrassentüren und nur zugezogene Haustüren sind eine Einladung für Kriminelle. Wer in den Urlaub fährt, sollte Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren. Ideal ist es, wenn sich Licht und Rollläden per Zeitschaltuhr steuern lassen, und so auch während Ihrer Abwesenheit Anwesenheit suggerieren. Ganz wichtig: Hinterlassen Sie keine Hinweise auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken zu einer bevorstehenden Reise.

Einbrecher möglichst lange Hinhalten

Einbrecher brauchen nur Sekunden, um Türen und Fenster aufzuhebeln, oder um sie schlicht einzuschlagen. Maximal 20 Minuten dauert ein solcher Coup insgesamt. Kommen die Täter nicht innerhalb von fünf Minuten in das Gebäude, ziehen sie meist wieder ab. Alles, was Einbrecher aufhält, ist an Schutzmaßnahmen daher ratsam.

Die Polizei und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind sich einig, dass mechanische Sicherungsmaßnahmen zwar nicht unüberwindbar, aber wirksam sind. „Denn jeder dritte Einbruchversuch scheitert an mechanischer Sicherung“, sagt Alexander Erdland, Präsident des GDV. Auch Bewegungsmelder schützen. Dunkle Ecken sind potentielle Einbruchstellen. Elektronische Sicherungsmaßnahmen wie Alarmanlagen oder Smart-Home-Systeme sind nützlich, sollten aber erst im zweiten Schritt integriert werden.

Wer ganz genau wissen will, wie einbruchsicher das eigene Zuhause ist, kann bei der Polizei eine kostenlose Vor-Ort-Beratung vereinbaren. Seriöse Fachfirma in der näheren Umgebung lassen sich über das Fachfirmenverzeichnis des Bundesverbandes Sicherheitstechnik (BHE) finden.

Mechanischer Schutz – wirksam und KfW-gefördert

Wie sinnvoll eine solche Investition ist, zeigt zum Beispiel die seit 15 Jahren sinkende Zahl vollendeter Einbrüche. Doch vor allem Mieter scheuen sich oft, Geld für den Einbruchschutz in die Hand zu nehmen. Fenster und Türen nachzurüsten, kostet aber nicht zwangsläufig ein Vermögen: Sicherungen für Rollläden und gute abschließbare Fenster- oder Türgriffe gibt es schon ab 30 Euro.

Ein Anreiz, Einbrechern das Leben schwer zu machen: Die KfW-Bank fördert seit diesem Jahr selbst kleinere Investitionssummen ab 500 Euro. Die Zuschüsse betragen 10 % und die maximale Erstattungssumme liegt derzeit bei 1.500 Euro. Ein Förderantrag kann ganz einfach online ausgefüllt werden.

Hiermit lassen sich Fenster und Türen einbruchhemmend nachrüsten:

  • Sicherheitsschlösser, Schutzbeschläge und Schließbleche für Eingangstüren
  • Tür-Scharniere zusätzlich durch Haken sichern
  • Querriegel- und Kastenschlösser
  • abschließbare Fenster- und Türgriffe
  • Verbundsicherheitsgläser
  • Fenstergitter

Dieser Schutz wirkt: Erstmals seit zehn Jahren sank die Zahl der angezeigten Fälle wieder – laut Kriminalstatistik 2016 auf 151.000. Das sind 9,5 % weniger als noch in 2015. Optimistisch stimmt ebenfalls, dass vergangenes Jahr 17 statt 15,2 % der Einbrüche aufgeklärt werden konnten. Und auch laut Einbruch-Report 2017 des GDV ist die Zahl der versicherungspflichtigen Wohnungseinbrüche mit 140.000 Fällen nach einem Jahrzehnt wieder rückläufig. Ein erfreulicher Lichtblick sei das, meint GDV-Verbandspräsident Erdland. „Allerdings verzeichnen wir immer noch deutlich mehr Einbrüche als vor fünf oder zehn Jahren – von einer Trendwende können wir derzeit also nicht ausgehen.“

Treffen kann es jeden

Zu beliebtem Diebesgut zählen vor allem Wertgegenstände, die sich leicht transportieren lassen: Handys, Tablet-Computer, Bargeld und Schmuck. Die Hausratversicherer überwiesen vergangenes Jahr insgesamt 470 Millionen Euro an Einbruchsopfer und damit 60 Millionen Euro weniger als 2015. Durchschnittlich betrug der Schaden laut GDV-Report um die 3.300 Euro.

Trotz sinkender Einbruchzahlen hat mittlerweile jedoch jeder dritte Deutsche Angst vor Einbrüchen, wie der Einbruch-Report 2017 ergab. Paradox erscheint da, dass trotzdem nur jeder Zehnte seine eigene Wohnung als besonders gefährdet einstuft. „Dieser Verdrängungsmechanismus ist so alt wie gefährlich: Es passiert anderen, aber nicht mir. Ein fataler Fehler, denn jeder kann Opfer eines Einbruchs werden“, sagt Erdland. Ein weiterer Irrglaube ist, dass nur nachts eingebrochen wird – von den 151.000 Einbrüchen fanden rund 63.000 Einbrüche tagsüber statt.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (13)


Kommentare

Harri100

04.08.2017

Hallo Lola, um an den Staat 50 % Steuern zu zahlen, muss ich kein Vermögen verdienen. Lohnsteuer ca. 15-20 % ist Otto-Normalo. Dazu 7 -19% MwSt. auf den Einkauf von Lebensmitteln. Außerdem werden noch ca. 50 Artikel mit Sondersteuern belegt (Sekt-, Kaffeesteuer usw.).
Deshalb sagt der Bund der Steuerzahler, dass der Verdienst erst ab Mitte Juli beginnt, vorher sind es eben nahezu 50%.


Nasimi

25.06.2017

Meine Tür und Fenster sind an 220V angeschlossen .
Der deutsche Regierung ist nicht inder Lage die ......... Zu stopfen. Daher habe ich keine andere wal.


lollo

24.06.2017

alles was Einbrecher abschreckt ist recht aber Waffen und dann auch noch schießen und das alles bloß wegen ein paar alten Handys und Tablets. Ich denke da sterben schon genug Menschen wegen unserem fatalen Materialismus.

Aber wie gesagt, das ist meine Meinung.


Regina

23.06.2017

Es wurde versäumt mitzuteilen, dass auch Alarmanlagen von der KfW gefördert werden. Nicht nur mechanischer Einbruchschutz.


Kohl

23.06.2017

Kölner hat Recht. Ich habe in Eigenbau mit Pilzkopfverrieglung und Querriegelschlössern aufgerüstet. Im Schlafzimmer zusätzlich mit Gitter, weil Nachts offen.
Der Bürger ist immer der Dumme. Wir Zahlen und der Staat tut (fast ) nichts mit unseren Steuern. Laut einem Sicherheitsmannes im Fernsehen lädt die deutsche Gesetzgebung zur Kriminalität ein. Wer wirklich mal für ein paar Monate ins ein Fünfsternehotel muss, lacht alle anderen aus.


jan robert windgassen

22.06.2017

jedem hauseigentümer eine waffe und endlich das recht
zurückzuschiessen.

allerdings nur wirklichen hauseigentümern


Ling

21.06.2017

"Wie sinnvoll eine solche Investition ist, zeigt zum Beispiel die seit 15 Jahren sinkende Zahl vollendeter Einbrüche."
Hallo, was ist das denn für ein Schwachsinn. Es ist doch allgemein bekannt das die Anzahl der Einbrüche die letzten Jahre drastisch zugenommen hat.
Polizeistatistik München:
2013 Zunahme um 19,6%
2014 Zunahme um 38%, erste 3 Monate.


Ling

21.06.2017

"Wie sinnvoll eine solche Investition ist, zeigt zum Beispiel die seit 15 Jahren sinkende Zahl vollendeter Einbrüche."
Hallo, was ist das denn für ein Schwachsinn. Es ist doch allgemein bekannt das die Anzahl der Einbrüche die letzten Jahre drastisch zugenommen hat.
Polizeistatistik München:
2013 Zunahme um 19,6%
2014 Zunahme um 38%, erste 3 Monate.


lala

21.06.2017

Kritiker_01 muss schon sehr viel verdienen, wenn er 50 % Steuern bezahlt...


Der Meister

21.06.2017

Alle guten Maßnahmen verbessern die Sicherheit, klar. Da muß jeder seinen Teil beitragen. Was von Fachfirmen vor Allem aufgezeigt wird sind Möglichkeiten in einem privaten Umfeld "aufzurüsten". In Mietwohnungen ist dies ungleich schwieriger. Man darf in einem Mietshaus mit mehreren Parteien nicht einmal eine Überwachungskamera für seine "eigene" Tür anbringen ohne mit dem Gesetz zu kollidieren.
Und so lange die Aufklärungsrate und die Strafen bei diesem lächerlichen %-Satz liegen werden die Einbrecher und Diebe nicht abgeschreckt.


Kölner

21.06.2017

Leider gibt es von der KfW und auch vom Finanzamt nur Geld wenn die Sicherungsmaßnahmen von einer Fachfirma ausgeführt werden obwohl die meisten Sicherungen auch von guten Heimwerkern ausgeführt werden können. Die Sicherungen selbst kosten dann bei Ebay etc. oft nicht mal die Hälfte. Da ist Selbermachen trotz verpasster Zuschüsse oft die preiswertere Variante.


Kritiker_01

21.06.2017

Es nervt ungemein, wenn mir die Polizei bzw. der Staat, der für die innere Sicherheit verantwortlich ist, sagt, was ich gegen Wohnungseinbrüche tun soll. Wofür kassiert der Staat ca. 50% Steuern vom Bürger ?
Eine Aufklärungsquote bei Einbrüchen von ca. 10%, dass schreckt
keinen Einbrecher ab!


wowo

17.06.2017

Naja, alles ok,
aber es geht auch deutlich einfacher, effektiver und vor allem preiswerter wenn jeder bei sich zu Hause anfängt und die einfachsten Regeln und Erste Hilfe Massnahmen beherzigt.
Auf Anfrage gerne mehr sagt der ehemalige Bundespolizist sowie Verkehr- und Sicherheitsexperte der Verkehrswacht.