Genauer hinschauen lohnt sich

Steuertipp: Einkommensteuerbescheid prüfen | 07.07.2017

2014-06-06 | Einkommensteuer

© ING-DiBa

Zahlendreher, eine falsche Steuertabelle oder die Angabe zur Kinderzahl – nicht selten sind Steuerbescheide fehlerhaft. Deshalb empfiehlt es sich, den Bescheid auf Fehler zu prüfen. Denn ein rechtzeitiger Einspruch kann sich lohnen.

Worauf ist zu achten?

Die Sachbearbeiter der Finanzämter sind dazu verpflichtet, eine Abweichung von der Steuererklärung in einer Anlage zum Steuerbescheid zu begründen. Allerdings sind Begründungen nicht immer vollständig. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen im Steuerbescheid auf folgende Punkte zu prüfen:

  • Sind alle Freibeträge berücksichtigt?
  • Wurden bestimmte Aufwendungen nicht anerkannt? Falls ja, wird aus den Erläuterungen ersichtlich, warum?
  • Stimmt der Bruttoarbeitslohn im Steuerbescheid mit der Lohnsteuerbescheinigung überein?
  • Wurden die während des Jahres einbehaltene Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag mit den richtigen Beträgen berücksichtigt?
  • Hat das Finanzamt die Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt (Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung)?

Rechtzeitig Einspruch einlegen

Weist der Einkommensteuerbescheid Fehler auf, hat der Steuerzahler einen Monat Zeit, Einspruch einzureichen. Die Einspruchsfrist beginnt mit dem Tag, an dem das Finanzamt den Brief zur Post gegeben hat (Poststempel oder Datum des Steuerbescheids) plus drei Tage. Aber nicht nur Fehler der Finanzverwaltung können so behoben werden. Auch fehlende Belege für Aufwendungen oder vergessene Angaben kann der Steuerzahler im Zuge eines Einspruchs nachreichen. Nach Ablauf dieser Frist ist eine Korrektur nur in wenigen Fällen möglich.
Es empfiehlt sich, den Einspruch in schriftlicher Form einzureichen – wahlweise per Brief, E-Mail oder Fax. Es besteht aber auch die Möglichkeit, diesen mündlich beim Finanzamt protokollieren zu lassen. Wichtig ist es, zu verdeutlichen, dass Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind. Daher ist es ratsam, Worte wie "Einspruch", "Widerspruch" oder "Einwand" zu verwenden. Der Steuerzahler muss den Einspruch begründen. Ist hierfür zu wenig Zeit, kann die Begründung auch nachgereicht werden. Allerdings gilt: Ob Einspruch oder nicht, die Steuerschuld ist grundsätzlich pünktlich zu bezahlen.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps, die eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen können. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Aktualisiert am: 07.07.2017

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (11)


Kommentare

Ron Hope

23.07.2017

Nach meiner Erfahrung lohnt sich ein Einspruch bei Unstimmigkeiten - nicht nur für den aktuell zu beanstandenden Fall, sondern vor allem auch für die Zukunft. Zum einen ist ein Einspruch für einen Bearbeiter vermutlich immer unangenehm, zumal, wenn er erfolgreich endet. Finanzbeamte werden mit Sicherheit statistisch danach bewertet. Ich vermute stark, daß Steuerzahler mit einem erfolgreichen Einspruch nachfolgend anders behandelt werden als allzu "stille Steuerbürger".

Meine Erfahrungen mit dem Finanzamt Wunsiedel, Außenstelle Selb, sind recht gut. Die Bearbeitungsfristen sind kurz, und seit diesem Jahr ist zum Tag des Steuerbescheides (!) auch die Erstattung auf dem Konto, was ich erstklassig finde.


Rentner70

23.07.2017

Ein Tipp für Rentner, die Abgeltungsteuer zahlen:
Immer die Zinsen/Aktiengewinne/Dividenden erklären (Günstigerprüfung) , da der Altersentlastungsbetrag dadurch steigt.
Ich habe das leider einige Jahre versäumt, da ich nirgends dazu einen Hinweis fand (ELSTER). Als Ehepaar haben wir zwischen 2011 und 2014 dadurch ca. 6.000 € eingebüßt.


ING-DiBa

21.07.2017

Hallo Frau Wustrow, am besten fragen Sie dafür einmal bei Ihrem Steuerberater oder Finanzamt nach. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Udo Burlage

21.07.2017

Sehr gute Erfahrung habe ich mit dem Finanzamt Aurich gemacht. Dann kam der Umzug nach Olpe und der Schock. Teilweise unfreundliche Sachbearbeiter/innen. Beim Bescheid von 2015 mußte ich 2x Einspruch einlegen. Erst dann stimmte es.


Lena Wustrow

20.07.2017

Wie kann ich eigentlich "vergessene" steuermindernde
Ausgaben nachmelden? Innerhalb der Einspruchsfrist nach
dem EkSt-Bescheid?


Iagl

20.07.2017

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem Finanzamt Burghausen gemacht. Super nette Ansprechpartner und immer alles tiptop erledigt


Eva Marie Köchling

14.07.2017

Es wurden schonn desöfteren Fehler gemacht, die ich dann telef. super klären konnte. War nie ein Problem.


Emil Kraus

10.07.2017

Meine Steuerbescheide waren bisher immer korrekt und sehr schnell ausgefertigt. Bayern - FA Zeil im Kreis Haßberge - hält da Platz Nr. 1.
in Schnelligkeit! 37 Tage! SIC! Geht doch!


Ella

14.12.2016

Wichtig ist der Freistellungsauftrag mit persönlicher ID-Nummer, sonst wir er von der Bank nicht anerkannt


Peter9

23.09.2016

Es gelten zwar überall die gleichen Steuergestze in D aber nicht jedes FA legt sie auch gleich aus. Darüber hinaus gibt es Urteile des Finazgerichtes, die das FA per Verfügung nicht anwenden darf.

Bei der Erbschaftssteuer schätzt das FA i. d. Regel den Wert zu 150 % und mehr. Wer für einen Acker oder Wiese keinen Gutachter für 1000 € aus eigener Tasche bezahlen will zahlt eben diese überhöhten Steuern.
Mit Steuergerechtigkeit hat das alles wenig zu tun.


Blank

08.01.2016

Nicht immer ist es einfach mit den Beamten im Steueramt,über Internetrecherchen doch noch zum Geld gekommen.besser ist alles online,da ist man nicht den Machenschaften des mir zugeteilten Beamten ausgesetzt