Goodbye 500-Euro-Schein

Die letzten 6 Monate der größten Banknote | 07.05.2018

Alt= Bargeld

© AleksandarNakic - istock.com

Bald ist es so weit: Die Eurozone wird sich langfristig von ihrer größten Banknote, dem 500-Euro-Schein, verabschieden. Am 04.05.2016 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank, dass ab Ende 2018 keine neuen 500er mehr ausgegeben werden. Im Umlauf befindliche Banknoten behalten bis auf weiteres zusammen mit den übrigen Euroscheinen der ersten Serie ihre Gültigkeit und können zeitlich unbegrenzt bei den nationalen Notenbanken wie der Bundesbank eingetauscht werden. Begründet wurde dieser Schritt mit der Bedeutung des Geldscheins für illegale Aktivitäten.

Dieser Beschluss der EZB kam in einer Phase, in der bereits über den Sinn des Bargelds und seine mögliche Abschaffung diskutiert wurde, und heizte die hierzulande ohnehin schon emotionale Debatte weiter an. Als Einstieg in den Ausstieg aus dem Bargeld werteten Kritiker diese Entscheidung, als einen Schritt auf dem Weg zum gläsernen Bürger und zur kalten Enteignung durch Negativzinsen, denen sich der Sparer nicht mehr durch Bargeldhaltung würde entziehen können. Das klare Bekenntnis der EZB zu den nächstgrößeren Banknoten im Wert von 100 und 200 Euro, deren zweite Serie sich derzeit in Vorbereitung befindet, verhallte damals weitgehend ungehört.

Unabhängig von dieser Diskussion schätzen deutsche Konsumenten die praktischen Folgen einer Abschaffung des größten Euroscheins aber als gering ein. Nur knapp über 6% der Befragten erwarten Auswirkungen auf ihre persönlichen Finanzen – damit liegen die Deutschen nur leicht über dem europäischen Durchschnitt. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der ING-DiBa in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA. Im Rahmen der Umfrage wurden fast 15.000 Verbraucher zu ihren Einstellungen und Gewohnheiten rund um Bargeld, dessen rückläufige Nutzung und die Abwicklung von Zahlungen befragt.

Kritischer wird eine mögliche Abschaffung der größten Banknote anderswo gesehen – wobei dieser Vergleich natürlich hinkt. Der Wert, den diese jeweils darstellt, ist von Währungsraum zu Währungsraum verschieden. So ist die größte in den USA verwendete Note der 100-Dollar-Schein mit einem Gegenwert von derzeit rund 92 Euro – die türkische 200-Lira-Note ist sogar nur rund 51 Euro wert. Kein Wunder, dass der Gedanke an eine Abschaffung dieser Scheine den dortigen Verbrauchern stärkere Bauchschmerzen bereitet, als das bei der im Alltag nur selten verwendeten 500-Euro-Note der Fall ist. Entspannter als die Deutschen sind hingegen die Briten: Trotz eines vergleichsweise geringen Gegenwerts von aktuell 59 Euro würde eine Abschaffung der 50-Pfund-Note ihnen keine schlaflosen Nächte bereiten. Abwarten und Tee trinken, wäre vermutlich die Devise.

Autor: Dieser Artikel erschien ursprünglich in Carsten Brzeskis Blog


Ihre Meinung

Kommentare (36)


Kommentare

Michi

19.05.2018

Das ist der Beginn, schrittweise nach und nach dem bargeldliebenden Deutschen das Bargeld wegzunehmen. Nach Vorbild von z.B. Schweden, wo sich die Bürger auch mit der Zeit an den bargeldlosen Zustand gewöhnen mußten! Ich finde man sollte jedem seine eigene Freiheit lassen ob man lieber bar oder unbar bezahlt, aber in heutiger Zeit übernimmt der Staat immer mehr die Kontrolle über den Bürger und beraubt uns schrittweise unserer Freiheit !! Ich bin dafür das Bargeld beizubehalten.


Anett Eckardt

18.05.2018

Mir als Kunde bzw. Durchschnittsbürger dürfte der 'Ersatz' der größte Stückelung durch 100 und 200€ Banknoten kaum schwer fallen. Meist bezahle ich den Wochendendkauf und die neuen Manolo's ;-) bargeldlos...wir werden uns gewöhnen.


Fadenscheinig

17.05.2018

Um Fälschungsprobleme geht es wohl eher nicht. Der meist gefälschte Geldschein soll nach offiziellen Verlautbarungen der 50er (gewesen) sein. Es wird wohl darauf gehofft, dass die vielen privaten Geld-im-Koffer-am Fiskus-vorbei-Transporteure, die ihre Konten auserhalb der Landesgrenze persönlich füttern, verschreckt werden. Pustekuchen, diese feinen Damen und Herren werden sich entweder größere Koffer kaufen, bessere Verstecke suchen oder häufiger reisen. Liegt der wichtigste Grund vielleicht darin, dass der bargeldliebende deutsche Verbraucher endlich das bargeldlose Bezahlen bevorzugen soll?


Conny

17.05.2018

Man braucht keine großen Scheine oder Bargeld?
Wie kauft man dann ein gebrauchtes Auto?
Wie kauft der Mann seiner Frau ein Schmuckstück, wenn sie auf dem Kontoauszug sieht, wie viel er ausgegeben hat?
Wie bringen tausende Erntehelfer (Spargel-, Erdbeerpflücker, etc) ihr in zwei bis drei Monaten verdientes Geld nach Hause?
Im Geldkoffer?
Es gäbe genug Beispiele, wo große Scheine praktisch sind. Nur weil der deutsche Michel nicht mehr als 50 Euro im Geldbeutel mit sich herum trägt, heisst das nicht, das alle anderen, die diese großen Scheine benutzen Verbrecher sind. Und Letztere arbeiten eh' schon mit diversen weltweiten Konten und Kryptowährungen.


Reimund

16.05.2018

Illegale Aktivitäten mit 500 er Scheinen finde ich als Vorwand.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Ganoven an einen echten 500 er vergreifen, um ihn zu fälschen, da die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit bei Bezahlung viel zu groß.


Thorsten

16.05.2018

Mal ehrlich Leute, wer bezahlt denn heute noch Sachen die teurer sind als 1.000 € in bar?
Man muss schon ziemlich mutig sein, mit so einem Geldbündel durch die Straßen zu laufen. Viel zu unsicher!
Außerdem, welcher Grund steckt dahinter? Können ja eigentlich nur Schwarzgeld-Geschäfte sein oder wenn man etwas zu verheimlichen hat...
Von mir aus können auch die alle Scheine bis einschließlich der 100 Euro-Banknoten abgeschafft werden. Ich finde selbst 50 € Scheine teilweise zu groß. Auch hier schauen einen die Kassiererinnen teilweise doof an und fragen, ob man es nicht kleiner hat.


Jo

16.05.2018

auch ich meine, dass die Regulierungswut grasiert. Die Idee mit den Lohntüten find ich toll. Wir beschäftigen auf der einen Seite Datenschutzbeauftragte und hinterlassen andereseits freiwillig einen Kometenschweif an Daten im Internet???


Bargeldfan

16.05.2018

Mit Sicherheit gibt es auch heute noch kriminelle Personen oder Zirkel, die mit Bargeld arbeiten. Den Behörden sind die auf diesem Gebiet führenden Nationalitäten der Handelnden bestens bekannt. Im Vergleich mit den im Markt üblichen und gängigen Betrügereien (man denke allein an die steuerlichen Möglichkeiten) dürfte der dadurch entstehende Schaden aber nur marginal sein. Die Begründung mit Kriminalität ist daher nicht stichhaltig. Nein, es geht vielmehr um die mittel- bis langfristig geplante Abschaffung des Bargeldes. Und das ist einer der ersten Schritte. Die Zahlung hoher Beträge in Bar wird so fast unmöglich gemacht. Der Bürger wird in nicht gewünschte bargeldlose Geldtransaktionen gezwungen. Der Gipfel an Unverschämtheit und die Basis für noch wesentlich gefährlichere kriminelle Machenschaften und Manipulationsmöglichkeiten bildet die Entwicklung hin zu Bezahlfunktionen auf den Mobilteilen. Dann geht es mit den Betrügereien erst richtig los.


insle

16.05.2018

Ich weiß ja wirklich nicht, wieviele hier wirklich ein Problem damit hätten. Ich persönlich kann mich nicht daran erinnern schon einmal einen 500,00 € Schein in der Hand gehalten zu haben... kam sicherlich schon vor - ist aber definitiv nicht die Regel. Hier wurde schon richtig erwähnt, es ist ja noch nicht einmal leicht, einen zu bekommen, selbst wenn man einen haben möchte... ich persönlich habe fürs Gefühl gern Bares in der Tasche - aber nie in den Dimensionen. Also wirklich... wie oft kauft und verkauft ihr denn Autos privat? Und wollt ihr echt die großen Scheine, die man dann wieder nirgends in Umlauf bringen kann, weil sie keiner annimmt??? Und im Autohaus bekommt man ja als Barzahler nicht mal mehr Rabatt, bei Barzahlung - die sind doch nur noch auf Kredite aus... bin mir tatsächlich nicht sicher ob hier nicht überzogen wird...


Dachsitrifer

16.05.2018

Früher hatten wir 1.000er DM.Banknoten, warum nicht jetzt
500er€-Banknoten behalten.?


Patrick

15.05.2018

Die Abschaffung des 500 € Scheines soll nur die Kontrollwut des Staates und Nachvollziehbarkeit der Geldströme fördern.
Warum wurde er den eingeführt? Sicherlich nicht um abgeschafft zu werden, oder?
Sinnvoller wäre die Abschaffung von z.B. 1 Cent Münzen. Kosten in der Herstellung mehr als sie Wert sind und bringen nicht wirklich etwas.


Michael

14.05.2018

So geht wieder ein Stück Freiheit verloren !
Auf zur totalen Transparenz Gerog Orwell 1984 läst Grüßen.


Emil

14.05.2018

Der Wechsel von der Lohntüte in das kostenlose Girokonto wurde später mit der Erhebung von Gebühren für die Geldabhebung und Überweisungen dem realistischen Ziel nähergebracht. Die Unabhängigkeit des Geldverkehrs wurde zu diesem Zeitpunkt schon in die Richtung gelenkt. Stufe 2 ist die totale Überwachung?!


Moll

14.05.2018

Bargeld muss sein. Auch ein 500€ Schein als letzte Reserve. Die Bankenkrise hat uns gezeigt, was passiert, wenn das Bargeld knapp wird. Ist mir auch schon beim Tanken in Luxemburg passiert. Fahrzeuge voll, Leute wollten zahlen, aber die Kartenzahlung funktionierte nicht. (Bei allen Kunden) Jetzt hol mal das Benzin wieder aus dem Tank, wenn du nicht genügend Bares dabei hast. Da mussten dann einige Leute ihren Personalausweis hinterlegen und später erneut zur Tankstelle kommen um zu zahlen. Deshalb gilt auch weiterhin. "Nur bares ist wahres"! Im übrigen geht es den Staat, den Handel und die Banken einen Dreck an, wo, wann und wie viel Geld ich ausgebe.


bimbo

14.05.2018

Wenn das so weitergeht ,führe ich in meinem Betrieb die Lohntüte wieder ein.


Michael

14.05.2018

@ Joe:
Mir wäre es lieber, ein gebrauchtes Auto gegen eine direkt am Verkaufsort durchgeführte Überweisung zu übergeben, wenn ich das Geld sofort auf meinem Konto sehe. Bei beispielsweise 10.000 € habe ich auch mit 500ern 20 Scheine, die ich evtl. erst am nächsten Tag einzahlen kann. Und was mache ich, wenn davon einer gefälscht ist? Wie wollen Sie das überprüfen?


Charly

14.05.2018

Es gibt in Deutschland viele arme Menschen die unter einer Brücke schlafen müssen, denen könnte man die 500 Euro Scheine schenken.


Steuerzahler

13.05.2018

Echt toll, soll ich mein nächsten PKW mit 10 Euro scheinen bezahlen?
Ich finde die Abschaffung der 500 Euro Note kein Fortschritt.
Es gibt viele Situationen wo es weiterhin Sinn macht die Banknote zu erhalten.


Garczarek Werner

13.05.2018

Was haben wir nur für Luxusproblemchen !!


Jean-Claud Junker

13.05.2018

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - in Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999.Jean-Claud Junker)"


Reimund

13.05.2018

Bares ist Wahres !!!


Bernhard

12.05.2018

Genauso wie mein Vorgänger Alex sehe ich die Sache auch. Die Abschaffung von Banknoten oder Münzen ist der sichere Weg in eine negative Verzinsung. Hiermit verweise ich nochmal auf den § 14 (1) des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank. "auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel". Klar bin ich auch für eine Bargeldobergrenze. Die sollte nach meiner Auffassung bei einer Billion Euro liegen. Ich hoffe man hat Verständnis dafür, dass ich hier die Messlatte hierbei sehr hoch anlege.


Tobias

12.05.2018

@Alex: Von Bargeldabschaffung ist doch gar keine Rede. Nur kurz zu deinem Punkt 1: Es ist doch absehbar, dass die Zinsen bald wieder steigen werden, von daher glaube ich kaum, dass man den 500€-Schein abschafft, um negative Zinsen bei den Bürgern durchsetzen zu können. Amerikanische Staatsanleihen sind schon wieder bei über 3%. Die Fed hat den Leitzins schon wieder auf 1,5% bis 1,75% angehoben und bald erfolgt der Schritt auf 2%. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die EZB nachzieht. Ich tippe auf die erste Zinserhöhung in 2019.


Alex

11.05.2018

Bei der Bargeldabschaffung gibt es doch mehrere Motive:
1. Es geht darum negative Zinsen bei "Sparern" durchzusetzen. Die Flucht ins Bargeld/Schließfach ist dann nicht mehr möglich.
2. Totale Transparenz der Bürger bzgl. sämtlicher Geschäftsvorfälle. Dadurch können jede Menge persönliche Daten abgegriffen werden.
Anonymität durch Bargeldnutzung ist nicht mehr möglich.
3. Banken/Zahlungsdienstleister können beliebige Gebühren für bargeldloses Zahlen verlangen, wenn es erst mal kein Bargeld mehr gibt. Profitmaximierung für Banken, trifft auch die "verarmende breite Arbeiter-Masse".
4. Wer glaubt das Märchen, das Drogendealer, Geldwäscher etc. bei Bargeldabschaffung nicht andere Zahlungswege finden?
5. Politisch unerwünschten Bürgern kann auf Knopfdruck die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden. In unserer Demokratie natürlich unvorstellbar, aber es gibt ja genug totalitäre Staaten.

Nur so ein paar Ideen.


Nikita Paroli

11.05.2018

Die breite (Arbeiter-)Masse benötigt aufgrund der Verarmungstendenz keine so hohen Scheine.
Es sind nur die Reichen und die Kriminellen die mit solch großen Scheinen bequemer bzw. unauffälliger ihre Geldwäschegeschäfte betreiben können. (Koffergröße, etc. :-)


Tobias

11.05.2018

Ich habe es noch nie verstanden, warum Leute so große Geschäfte mit Bargeld durchführen wollen oder so viel Bargeld zu Hause bunkern. Mir wäre das viel zu unsicher. Ich würde mich äußerst unwohl fühlen, mehrere Tausend Euro zu Hause zu haben oder damit durch die Gegend zu laufen.

@Anke Niemand: Die größte Dollarbanknote ist $100 (ca. 83€). Die Größte Pfundnote ist £50 (ca. 57€). Daher wüsste ich nicht, warum hier zukünftig mit Dollar oder Pfund bezahlt werden sollte, nur weil keine neuen 500€-Noten ausgegeben werden und die 200€-Note in Zukunft die größte ist.


Cent-Münzen

11.05.2018

Von mir aus kann man gerne die 1 und 2ct Münzen abschaffen. Braucht kein Mensch! Dafür dann bitte 1€ Scheine!


Wirschaffendassschon

09.05.2018

Ein weiterer Schritt zur Entmündigung des Bürgers !


Anonym

09.05.2018

Am schlimmsten finde ich die Begründung - Bedeutung für kriminelle Aktivitäten. Damit wird jeder Bürger unter Generalverdacht gestellt. Und der Nutzen zur Kriminalitätsbekämpfung ist auch gleich null. Läßt sich ein Drogendealer abschrecken, nur weil der Kunde nicht mehr mit 500-Euro-Scheinen kommt? Bringt der Waffenhändler Polizei oder Staatsanwaltschaft mit, nur damit ihm sein Kunde keine verbotenen 500-Euro-Scheine andreht? Jegliche "Gründe" sind nur vorgeschoben und an Absurdität nicht zu überbieten.


Joe

09.05.2018

Ich würde niemals meinen Gebrauchtwagen hergeben, wenn der Käufer mit einem Scheck, auch mit Bestätigung, oder einer Smartphone-App oder sonst irgendwas daherkäme. Diese Art der Bezahlung macht ein Privatmensch nur alle paar Jahre mal und bei diesen Summe wollte ich schon sicher sein, dass nichts gefälscht ist. Und, lieber Jan, wenn das Auto nicht gerade auseinanderfällt, ist es leicht viel mehr als 2000 € wert.
Geld überweisen, und dann? Ist es weg, und das Auto vielleicht auch. Nö, dann lieber Bargeld.


Stefan Franke

08.05.2018

Für das Bezahlen von größeren Anschaffungen (Gebrauchtwagen, Wohnmobil usw.) brauchen wir eine Möglichkeit der Sofortüberweisung, die von beiden Parteien vor Ort direkt bestätigt werden kann (am Besten auf dem Smartphone; dabei müssen sich natürlich alle Banken auf ein Format/Vorgehen einigen).
Das wäre eine sehr sinnvolle Sache, da dann endlich das Beschaffen und Herumtragen von großen Bargeldmengen der Vergangenheit angehören würde.
Bitte liebe ING Diba daran arbeiten!

Zum Thema des Artikels: eine längst überfällige Reaktion der EZB auf die Realität. Eigentlich hätte man den 200er Schein auch gleich mit Abschaffen können. Aber das wird man dann beim nächsten Mal machen, wenn man dann sieht, dass überall die "keine 500-Euro-Scheine"-Aufkleber zu "keine 200-Euro-Scheine" abgeändert wurden.

In der ganzen Diskussion um die Abschaffung von Bargeld rate ich zur Ruhe. Im Moment kann auf Bargeld noch gar nicht verzichtet werden, da wir gar nicht die Vorraussetzungen geschaffen haben - wie zum Beispiel in Schweden. Dort kann man an jeder Pommesbude mit Karte bezahlen (worauf ich es auch angelegt habe - und es ging echt überall - auch für 2,34 EUR). Davon sind wir in Deutschland Lichtjahre entfernt...

Und selbst wenn es irgendwann technisch überall möglich ist, heißt das ja nicht automatisch das Bargeld an genau diesem Tag abgeschafft wird. Bargeld und digitaler Geldtransfer (zum Beispiel über NFC des Smartphones) werden auf Jahre nebenher möglich sein. Also mal alles nicht so heiß kochen.


Anke Niemand

08.05.2018

Für Privatkäufe im Tausenderbereich sollte es als Ersatz zuverlässige Überweisungsbestätigungen (von Banken, Onlinerinstiuten u.s.w. ) an Handys geben. Sonst werden Autos, Musikinstrumente, Wohnmobile auf dem Gebrauchtmarkt in Pfund oder Dollar bezahlt, soweit sich darauf geeinigt werden kann.


Anke Niemand

08.05.2018

Für Privatkäufe im Tausenderbereich sollte es als Ersatz zuverlässige Überweisungsbestätigungen (von Banken, Onlinerinstiuten u.s.w. ) an Handys geben. Sonst werden Autos, Musikinstrumente, Wohnmobile auf dem Gebrauchtmarkt in Pfund oder Dollar bezahlt, soweit sich darauf geeinigt werden kann.


Jan

08.05.2018

Wer braucht schon mehr als 2.000 Euro in Bar? Schwarzgeld?

Bargeld sollte nicht abgeschafft werden, aber für Beträge über 2.000 Euro gibt es bestätigte LZB-Schecks und man kann auch Geld überweisen.

Bargeld kann man außerdem zu leicht verlieren.


Raphael

07.05.2018

Wie sollen eigentlich dann Sektoren, wie der Gebrauchtwagenhandel, funktionieren? Ein gebrauchtes Auto von privat für 10.000 € ist sicher nicht ungewöhnlich. Es wären alleine 50 200 € Scheine nötig, um das zu bezahlen. Und am Bankautomaten - woanders kann man diese eher kleinen "großen" Beträge als ING-DiBa-Kunde ja auch nicht abheben, ich glaube erst ab 5000 € geht das mit der Reisebank - sind schon 100 € Scheine oft das Höchste der Gefühle.

Letztens habe ich 4000 € bar gebraucht. Es war ein riesen Akt herauszufinden, welcher Automat wenigstens 200 € Scheine herausgibt. Auch der ING-DiBa-eigene Automat hätte nur 50er herausgerückt. Da nützt mir auch das "klare Bekenntnis" der EZB zu den 200er und 100er Scheinen herzlich wenig.
500er kann man am Automaten und somit als ING-DiBa-Kunde eh vergessen.


xy

07.05.2018

Drecksladen EZB. Draghi der retter aller Südländer. Wo sind Parties die er feiert dieser Angeber