Umwelt schützen, Geld sparen

Energieeffizient bauen lohnt sich auch für Sie! | 10.07.2017

20150624_Baukosten_artikel

© ING-DiBa

Packen Sie Ihr Zuhause gut ein

Eine perfekte Gebäudedämmung ist schon die halbe Miete – Sie sparen oft mehr als 50% Ihrer Heizkosten. Durchschnittlich 1.800 Euro weniger im Jahr zahlt beispielsweise eine vierköpfige Familie durch die Dämmung ihres 150 Quadratmeter großen Altbaus. Statt 2.700 Euro liegen die Heizkosten dann nur noch bei 900 Euro (bei einem Gaspreis von 6 Cent pro kWh). Die Dämmung senkt den jährlichen Heizenergiebedarf von 300 auf 100 kWh pro Quadratmeter.

Energieeffizienz, was heißt das eigentlich?

Ein energieeffizient gebautes oder saniertes Eigenheim wird zum Beispiel im Winter genauso warm, verbraucht dabei aber weniger Energie als ein herkömmliches Haus. Ihr Vorteil ist dabei neben einem guten Gewissen eine regelmäßige Ersparnis durch niedrigere Betriebskosten. Erreicht wird dies unter anderem durch eine dichte Gebäudehülle, die ungewollte Wärmeverluste verhindert. Außenwände, Türen und Dach sind gedämmt, die Fenster haben Wärmeschutzverglasung. Haustechnik für Heizung und Wasser, die auch erneuerbare Energien nutzt, schont natürliche Ressourcen. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann ebenfalls dazu beitragen, die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen.

Energiebewusste Bauplaner können sich zum Beispiel an Fachbegriffen wie Passivhaus, Plusenergiehaus oder KfW-Effizienzhaus (55, 40 oder 40 Plus) orientieren.

Aktiv sparen mit dem Passivhaus

Bewohner eines Passivhauses benötigen in der Regel aufgrund einer optimalen Dämmung im Winter keine klassische Heizungsanlage und im Sommer keine Kühlung. Ein Großteil des Wärmebedarfs wird aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung sowie die Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt.

Umwelt und Zuhause im Plus

Ein Plusenergiehaus zeichnet sich durch eine extrem energiesparende Gebäudehülle aus – kombiniert mit modernster Haustechnik und solarer Energiegewinnung. Der Gebäudetyp erzeugt so viel Energie für Heizung und Warmwasser, dass Bewohner damit theoretisch den Nachbarn mitversorgen könnten – zumindest teilweise.

Der Staat gibt was dazu

Der Staat fördert Wohnhäuser mit den Effizienzhaus-Standards 55, 40 und 40 Plus durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Je kleiner die Zahl, desto besser ist die Energieeffizienz der Wohnimmobilie und desto höher ist die Förderung. Mit dem KfW-Programm Energieeffizient Bauen 153 können Sie ein günstiges Darlehen von bis zu 100.000 Euro bekommen, falls Sie neu bauen oder kaufen. Zusätzlich gibt es, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, einen Tilgungszuschuss. Zum Beispiel bis zu 5.000 Euro beim KfW-Effizienzhaus 55. Bei einem KfW-Effizienzhaus 40 Plus sind es maximal 15.000 Euro.

Wer eine Immobilie sanieren möchte, kann mit dem KfW-Programm Energieeffizient Sanieren 151 einen zinsgünstigen Kredit von 100.000 Euro pro Wohneinheit erhalten. Für Einzelmaßnahmen gibt es mit dem Programm 152 ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro – etwa für die Wärmedämmung von Außenwänden oder Dachflächen, für neue Fenster oder eine neue Heizungsanlage.

So sollten Sie vorgehen

Ganz wichtig: Erst die Förderungen beantragen, dann die Leistungen beauftragen.

Für einige Förderprogramme brauchen Sie einen Energieberater. Dieser gibt passend zu Ihrer Immobilie Empfehlungen, begleitet Sie bei der Planung und Durchführung und stellt danach eine Bescheinigung aus, dass das Objekt die technischen Mindestanforderungen erfüllt. Tipp: Auf www.deutschland-machts-effizient.de finden Sie Infos, unter welchen Voraussetzungen der Staat bis zu 60% der Beratungskosten übernimmt – für Ein- und Zweifamilienhäuser höchstens 800 Euro, für Gebäude ab drei Wohneinheiten maximal 1.100 Euro.

Ob Sie bauen oder sanieren – wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Autor: Ben Bernard


KfW-Check


Wie beantrage ich ein KfW-Programm?

Finanzierung anfragen

Zuerst fragen Sie ganz unverbindlich eine Neufinanzierung bei uns an. Sie bekommen von uns ein Berechnungsbeispiel mit der KfW-Förderung, das Ihnen eine erste Orientierung gibt. In nur 3 Minuten haben Sie das erledigt – gleich hier online.


Ihre Meinung

Kommentare (7)


Kommentare

Günni

08.09.2017

Bei unserem Austausch aller alten Fenster und Aussentüren waren die bürokratischen und technischen Anforderungen seitens der KfW für uns unangemessen hoch und zeitfressend. Wir haben es auch ohne die KfW geschafft. Aber wer will, kann und muss - bitteschön.


Andreas

14.08.2017

Die KfW hat ihr Einzugsverfahren schon seit längerem auf monatliche Zahlung geändert. Auch die Beantragung wurde auf online umgestellt.


ING-DiBa

10.08.2017

Hallo Herr Becker, vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben ihn zum Anlass genommen, unseren Artikel entsprechend zu ergänzen. Die Änderung wird zeitnah von uns vorgenommen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Martin Becker

08.08.2017

Hallo,
ich bin KfW-Sachverständiger und muss leider anmerken, dass Sie Ihren Kunden Sand in die Augen streuen: immer wieder erhalte auch ich Anfragen für eine "Bescheingiung". In den KfW-Programm-Merkblättern ist definiert, welche Leistungen vom SV zu erbringen sind. Wenn ich hierauf verweise und auch auf das damit verbundene Honorar, sind die Kunden i.d.R. sauer auf die lückenhafte Beratung durch die Bank. Legen Sie hier bitte nach und überarbeiten Sie Ihre Hinweise: Die Tätigkeit des SV ist nicht die Erstellung eines Beratungsberichtes, sondern eine ganzheitliche Baubegleitung in Form einer Planungsunterstützung und Qualitätssicherung.
mfG Martin Becker, Ingenieurbüro Becker, 59457 Werl - und ING-Diba-Kunde


Karin

08.08.2017

Die Vorgaben an Energieefizienz sind dermaßen hoch dass die Vorteile des günstigen Kredites nicht mehtr zum Tragen kommen. Für eine kleinere Sanierung mit neuer Heizung haben wir das mal beantragt. Die Vorgaben für neue Frenster waren unangebracht hoch, dass wir darauf verzichtet haben.


Thomas

20.07.2017

KFW bucht leider quartalsweise ab. Das ist ungünstig und wird oftmals im Vorfeld vergessen zu sagen.


Elmar

17.07.2017

Als wir 2012 gebaut haben waren die KfW Darlehen teurer und mit mehr Bürokratie verbunden als bei der Hausbank. Daher haben wir auf das KfW Angebot verzichtet.