ETFs

Attraktive Produkte für den Vermögensaufbau? | 01.11.2017

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© svetikd – istock.com

Börsennotierte Indexfonds, kurz ETFs, ermöglichen es, einfach und diversifiziert in verschiedene Märkte zu investieren – und das mit niedrigen Kosten. Kein Wunder, dass sich die Produkte bei Anlegern anhaltender Beliebtheit erfreuen.

Deutsche Sparer arbeiten hart für ihr Geld. So lautet ein Fazit des Ende September 2017 veröffentlichten Allianz Global Wealth Reports. Danach legte das Brutto-Geldvermögen hierzulande im vergangenen Jahr um 4,7% zu. Das entsprach in etwa dem Niveau des Vorjahres. Auffällig dabei: In Deutschland trugen Sparleistungen aus dem Arbeitseinkommen zum Vermögensaufbau bei. In fast allen anderen Ländern des Euroraums wuchsen die Vermögen allein durch Wertveränderungen und Wiederanlage von Vermögenseinkommen. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre trugen in Deutschland Wertveränderungen im Bestand (z.B. bei Investmentfonds) nur gut ein Viertel zum Vermögenswachstum bei – im übrigen Euroraum war es knapp 70%. (Quelle: Allianz Global Wealth Report)

Hohe Nachfrage nach Indexfonds

Was den Vermögensaufbau betrifft, können sich deutsche Anleger ein Beispiel an ihren europäischen Nachbarn nehmen. Dazu gehört natürlich auch, die passenden Anlageformen zu wählen und Alternativen zu Sparbuch oder Tagesgeldkonto in Betracht zu ziehen. Eine sinnvolle Investmentmöglichkeit stellen ETFs (Exchange Traded Funds) dar. ETFs sind Indexfonds, die die Wertentwicklung eines bestimmten Index nachbilden und ebenso wie Aktien über die Börse gehandelt werden können. Die Produkte erfreuen sich anhaltender Beliebtheit unter Investoren. So stieg das europaweit in börsengehandelte Indexfonds investierte Geld (AuM, Assets under Management) 2016 auf rund 546 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor beliefen sich die AuM auf rund 466 Mrd. Euro. (Quelle: Morningstar Direct, Stand: 31.12.2016)

Auch im laufenden Jahr zeichnet sich bislang eine hohe Nachfrage ab. Die in Europa in den ersten sechs Monaten 2017 verbuchten ETF-Nettozuflüsse in Höhe von 57,4 Mrd. Euro übertrafen bereits die Nettozuflüsse des gesamten Jahres 2016 (47,9 Mrd. Euro). Setzt sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr fort, könnte 2017 sogar der Rekord bei den Nettozuflüssen in Höhe von 71,3 Mrd. Euro aus dem Jahr 2015 übertroffen werden. (Quelle: Morningstar Direct, Stand: 30.06.2017)

Drei Nachbildungsvarianten

Je nachdem, wie ein ETF die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index nachbildet, unterscheidet man zwischen vollständig replizierenden und synthetischen Produktvarianten. Bei der vollständigen Nachbildung werden die in einem Index enthaltenen Einzelwerte entsprechend ihrer Gewichtung im Index gekauft. Diese Methode wird oft bei großen Aktienindizes angewandt, deren Einzelwerte an den Börsen rege gehandelt werden. Bei Indizes, deren Liquidität nicht so hoch ist, kann auf die optimierte Nachbildung zurückgegriffen werden, bei der nur die liquidesten oder repräsentativsten Titel gekauft werden, die den größten Einfluss auf den Index haben. Die synthetische Indexnachbildung erfolgt über ein Tauschgeschäft (Swap). Im Gegensatz zur vollständigen Nachbildung kann ein synthetischer ETF auch in andere Wertpapiere als die im zugrunde liegenden Index enthaltenen Titel investieren. Diese Variante erleichtert den Zugang zu Märkten mit geringerer Liquidität und ermöglicht zudem besondere Produktvarianten, die z.B. die Wertentwicklung eines Index gehebelt nachvollziehen oder an fallenden Indizes positiv partizipieren (Short-ETFs).

Diese Chancen bieten ETFs

Als Anlageprodukt erfreuen sich ETFs bei privaten wie institutionellen Investoren anhaltender Beliebtheit. Ausschlaggebend dafür sind die Chancen, die diese Anlageprodukte bieten:

  • Transparente Indexnachbildung

Hohe Transparenz bei Indexnachbildung, da gleiche Zusammensetzung wie der zugrunde liegende Index. Die Abweichung vom Index lässt sich anhand des Tracking Difference messen. Je niedriger der Tracking Difference, desto höher ist die Übereinstimmung zwischen der Wertentwicklung des ETFs und des jeweiligen Index.

  • Flexibel handelbar

ETFs können täglich an der Börse gehandelt werden, wobei eine fortlaufende Preisfeststellung erfolgt. Dadurch können Anleger kurzfristig über ihr Kapital verfügen.

  • Risikostreuung gegenüber Einzelanlagen

Mit einem Investment in einen Index wird das Risiko automatisch auf mehrere Titel verteilt. Durch die Möglichkeit in verschiedene Regionen, Länder, Branchen oder Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffindizes) zu investieren, lässt sich das Depot weiter diversifizieren.

  • Geringe Kosten durch passive Verwaltung

Ein wesentlicher Vorteil des passiven Managements sind die im Vergleich zu einem aktiven Management deutlich niedrigeren Verwaltungsgebühren von ETFs. Zudem entfällt bei den börsengehandelten Indexfonds im Unterschied zu klassischen Investmentfonds der Ausgabeaufschlag.

  • ETFs sind Sondervermögen

Ebenso wie klassische Investmentfonds stellen auch ETFs ein Sondervermögen dar. Das bedeutet, dass das in ETFs investierte Geld der Kunden vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt und so im Falle der Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist.

Welche Risiken gilt es zu beachten?

Den Chancen, die ETFs bieten, stehen natürlich auch Risiken gegenüber, über die sich Anleger im Klaren sein sollten:

  • So gut oder schlecht wie der Markt

Die Indizes, die ETFs zugrunde liegen, unterliegen dem allgemeinen Marktrisiko. Steigende Kurse werden dabei durch den ETF ebenso nachvollzogen wie fallende Kurse, was zu Gewinnen aber auch zu Verlusten führen kann. Eine deutliche Outperformance oder die Minimierung von Verlusten, wie sie ein aktiver Fondsmanager erreichen kann, ist bei ETFs nicht zu erwarten.

  • Wechselkurseinflüsse

Anleger aus dem Euroraum, die über ETFs in Indizes investieren, die in ausländischen Währungen notiert sind, unterliegen Wechselkurseffekten. Diese können sich sowohl positiv als auch negativ auf die Wertentwicklung des ETFs auswirken.

  • Anlegerrechte

ETF-Anteilseigner geben mögliche Rechte wie z.B. das Stimmrecht für Aktien, in die der ETF investiert, an den ETF ab und haben somit keine Möglichkeit der Einflussnahme. Von den Unternehmen gezahlte Dividenden werden an die ETF-Anteilseigner weitergereicht.

  • Liquiditätsrisiko

Sollten zahlreiche Investoren ihre ETF-Anteile zum gleichen Zeitpunkt verkaufen wollen – man denke an außergewöhnliche Marktsituationen mit stark fallenden Kursnotierungen – kann es zu Liquiditätsengpässen in der Abwicklung der Aufträge kommen.

Sparpläne: mit kleinen Beträgen investieren

Neben der Einmalanlage kann mit ETFs auch über Sparpläne in die weltweit wichtigsten Indizes investiert werden. Hierfür reichen schon kleine Beträge von beispielsweise 50 Euro im Monat. Die Sparrate kann jederzeit angepasst oder ausgesetzt werden, je nachdem, wie sich die persönliche Situation gerade gestaltet. Durch die regelmäßige Investition eines festen Betrags in einen ETF werden bei fallenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen entsprechend weniger Anteile erworben. Auf diese Weise kann sich über einen längeren Zeitraum hinweg ein günstigerer Durchschnittspreis ergeben, als bei einer einmaligen Investition (Cost-Average-Effekt).

Mehrere ETFs unter einem Dach

Die Möglichkeit, schon mit wenigen Transaktionen ein breit diversifiziertes Depot aufzubauen, macht ETFs für die Geldanlage so attraktiv. Das inzwischen sehr umfangreiche Angebot an ETFs erleichtert diese Aufgabe jedoch nicht unbedingt. Wer sein Depot nicht selbst strukturieren möchte, für den können ETF-Dachfonds eine alternative Anlagemöglichkeit sein. Bei diesen Produkten trifft ein erfahrener Fondsmanager die Entscheidung, in welche ETFs das Geld der Anleger breit gestreut investiert wird. Zusätzlich zur Risikostreuung und der Zeitersparnis – schließlich muss man nicht mehr Stunden mit der Suche nach passenden Produkten verbringen – können ETF-Dachfonds die Ertragschancen verbessern, wenn der Manager ein gutes Gespür für die Märkte hat. Allerdings besteht zugleich das Risiko, dass in Märkte investiert wird, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Im Unterschied zu herkömmlichen ETFs fallen die Verwaltungsgebühren bei ETF-Dachfonds etwas höher aus, schließlich möchte der Fondsmanager, für seine Dienste auch bezahlt werden.

Eine weitere Möglichkeit, um in ETFs zu investieren und das investierte Geld professionell verwalten zu lassen, stellt die Online-Vermögensverwaltung dar. Verschiedene FinTech-Unternehmen bieten diesen Service inzwischen an und nutzen dabei ebenfalls die Vorteile von ETFs. Eine automatische Optimierung des Depots sorgt hier dafür, dass die jeweiligen Zielvorgaben des Anlegers hinsichtlich Risikobereitschaft und Renditeerwartung eingehalten werden.


Ihre Meinung

Kommentare (21)


Kommentare

Dieter Stahl

03.12.2018

Ich bin erst kurzfristig auf EFT aufmerksam gewordenb und bin auf die weitere 'Entwicklung gespannt.


cuprumcyprus

30.06.2018

Habe immer nur einzelne Aktien / Optionsscheine etc. gehandelt und bin damit in den letzten 35 Jahren hervorragend gefahren. Produkte wie Fonds und ETF sind eher etwas für Jemanden, der sich nicht intensiv mit der Materie befassen will und seinen Erfolg in die Hände anderer legt. Ob das Risiko geringer ist wage ich zu bezweifeln, auf jeden Fall sind die Chancen kleiner.


Evgenij Stepanov

31.05.2018

Hallo Team der Diba,

ich bin auch dafür, dass Sie kostenlose Sparpläne für alle 23 ETFs von der Firma Vanguard endlich sehr günstige, ausschüttende und vollständig replizierende ETFs kostenlos anbieten. ich würde mich freuen, wenn diese als kostenlose Sparplan gekauft werden könnten.
Das wäre genau das richtige für Sparer!
Viele Grüße


Aktionär

22.05.2018

ETF´s sind nur mehrere Aktien in einem, geringe Gebühren und vielleicht ohne aktive Verwaltung.

Das alles könnte ein Vorteil sein, aber auch Nachteil.

Warum macht ihr nicht Eure eigene Diversifikation, sucht Euch 5 bis 10 Aktien raus, investiert erst mal 2.000 Euro maximal pro Aktie.

Dann weiter ausbauen....

Eigene Aktien kann man besser und schneller verwalten. Kaufen, verkaufen etc. und ist einfacher zu überblicken als ein ETF mit einem Namen und man weiß nicht was drin steckt.

Den Fehler den viele machen, die denken ETF oder ein Fonds ist das Allheilmittelchen...wenn es hoch geht okay, aber sobald was fällt ist die Frage warum?
Keine Ahnung was und wie viel von etwas enthalten ist.

Reagieren kann man am schnellsten in der Eigenverwaltung...ja auch da kann man daneben greifen und?
Die nächste Aktie läuft besser bzw. holt alle Verluste rein plus einen Wachstum.

Man muss sich nur trauen Verluste hin zu nehmen...bis dahin hat man ja schon mal oder öfter Dividende kassiert? Also ist der Verlust dann gar nicht mehr so hoch.


Thomas_aus_Düsseldorf

23.04.2018

Natürlich sind möglichst geringe Gebühren bei Anschaffung und Verkauf von Wertpapieren immer willkommen, wenn es darum geht, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen.
Man sollte allerdings schon unterscheiden zwischen 1,75% einmaligen Kosten (wie im Falle eines ETF-Sparplans bei der ING-Diba) und laufenden (jährlichen) Kosten in ähnlicher Höhe. Erstere führen nur zu einer proportionalen/linearen Verschlechterung der Rendite, zweitere hingegen wirken wie eine Art "negativer Zinses-Zins-Effekt" Jahr für Jahr der normalen Entwicklung der Rendite entgegen.
Ich halte es deswegen immer noch für besser einen ETF-Sparplan zu bedienen (trotz 1,75% Einmalkosten), als sich stattdessen einen aktiv gemanagten Fonds ohne Ausgabeaufschlag, aber mit 1,x% laufenden Kosten ins Depot zu legen. Von der Variante eines gänzlichen Verzichts auf Wertpapiersparpläne, brauchen wir ja gar nicht zu reden :-)
Bis Ende März habe ich auch ETFs im Direkthandel gebührenfrei gekauft, was derzeit leider nicht geht.
Ich hoffe sehr, dass die neue ETF-Aktion ab 02.Mai für die meisten ETF-Sparer tatsächlich Vorteile gegenüber der derzeitigen Situation bietet und ein möglichst breites Spektrum an Produkten beinhaltet ist.


Michael Weber

20.04.2018

ETFs sind auch meine Anlagen bei der ING Diba. Leider ist dies seit dem 29.03.2018 sehr unattraktiv geworden. Zu wenig Sparpläne, keine kostenlose Sparpläne, kein VL- ETF Sparen. Bitte schaut Euch die Wettbewerber an. Bitte tut was!! Ein Kunde der geht, kann nur teuer wieder zurückgeholt werden.


ING-DiBa

20.04.2018

Hallo Thomas_aus_Düsseldorf, derzeit können wir Ihnen noch keine konkreten Informationen geben. Alle Aktionen, die wir im Bereich Wertpapiere anbieten, werden immer rechtzeitig über unsere Homepage kommuniziert. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Thomas_aus_Düsseldorf

20.04.2018

An die ING-Diba - ein Teil der Community wartet sehnsüchtig auf die Bekanntgabe von Details zur "neuen ETF-Aktion" ab 02.Mai. Lang ist es ja nicht mehr hin bis zu diesem Datum...
Mit dem Auslauf der Aktion zum gebührenfreien Kauf von ETF ab 500 EUR Ende März (wie von Jock geschrieben) sind die Möglichkeiten zum günstigen Erwerb von ETFs tatsächlich stark eingeschränkt bzw. Eure Wettbewerber teils deutlich besser aufgestellt.
Danke schon vorab!


Jock

20.04.2018

Etf - ja unbedingt, aber nicht kaufen bzw. Sparplan bei der Diba, weil Kosten viel zu hoch! Bei der Konkurrenz bekommt man fast alle wichtigen Sparpläne wie MSCI-World u.s.w. kostenfrei! Darf hier keine Fremdwerbung machen, aber im Internet wird man schlauer!
Übrigens: man konnte bis zum 29.03.18 ETF ab 500 Euro auch bei der Diba kostenfrei erwerben. Dieser Vorteil ist nun auch weg! Danke dafür!


Zeller

18.04.2018

"Etfs" gehören unbedingt in Portfolio eines Sparplans, weil sie eine gute Anlageversion und kein Gebührenfresser sind!!!!!!!!!!!
- 1,75 % sind mit großer Sicherheit ein riesiger Gebührenfresser!!!!!!!
Bitte richtig vergleichen und rechnen!


lolo

13.01.2018

"Etfs gehören unbedingt in Portfolio eines Sparplans
weil sie eine gute Anlageversion und kein Gebührenfresser sind !!!"
-1,75% sind mit großer Sicherheit ein riesiger Gebührenfresser !!
Bitte richtig vergleichen und rechnen!


Günter

31.12.2017

Warum wird nicht näher auf die Gebühren, insbesondere Ausgabeaufschläge eingegangen?


ING-DiBa

11.12.2017

Hallo Der Frager, Hallo Peukert, unser Tipp: Rufen Sie doch kurz unsere Kollegen an unter 069 / 50 50 80 10, sie können gemeinsam mit Ihnen Ihre Fragen schnell klären. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Der Frager

09.12.2017

Bieten Sie sich VL unterstützte ETF‘s an


Peukert

25.11.2017

Bei einem Konkurs des ETF was bleibt für den Anlieger übrig jeweils bei den unterschiedlichen 3 Anliegervarianten?


ING-DiBa

20.11.2017

Hallo Herr Merschieve, alle Informationen zu ETFs finden Sie hier: www.ing-diba.de/wertpapiere/etf/ Gern können Sie auch unsere Kollegen unter 069 / 50 50 80 10 anrufen, sie helfen Ihnen in allen Fragen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Merschieve, Michael

20.11.2017

Wie hoch sind die Gebühren?


JÜRGEN

15.11.2017

Wie so sind bei ING DIBA die Sparpläne so teuer?


Scotch

10.11.2017

ETFs klingen interessant - war ein Grund für Diba


Spari

09.11.2017

Etfs gehören unbedingt in Portfolio eines Sparplans
weil sie eine gute Anlageversion und kein Gebührenfresser sind !!!


Wolfi

07.11.2017

Hallo Team der Diba,
nachdem jetzt mit Vanguard endlich sehr günstige, ausschüttende und vollständig replizierende ETF gibt, würde ich mich freuen, wenn diese als Sparplan gekauft werden könnten.
Das wäre genau das richtige für Sparer!
Viele Grüße