Fake Shops

Wie Sie mit einem angeblichen Schnäppchen ganz schnell ihr Geld los sind | 29.11.2017

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Es ist Weihnachtszeit. Sie durchstöbern das Netz nach Angeboten für die nicht ganz so kleinen Wünsche Ihrer Lieben. Vorsicht aber, wenn das Angebot allzu günstig klingt. Hier könnte es statt des Händlers ein Betrüger auf Ihr Geld abgesehen haben.

Fake Shops sind betrügerische Online Shops. Sie bieten oft angebliche Markenware zu sehr attraktiven Preisen an. Nach der Bezahlung wird aber entweder keine oder sehr minderwertige Ware geliefert. Ihr Geld sehen Sie in den meisten Fällen nicht wieder.

Nicht jedes Schnäppchen deutet gleich auf einen Fake Shop hin. Sticht ein Angebot preislich aber deutlich unter den Anbietern heraus, lohnt es sich erst einmal genauer hinzuschauen.
Fake Shops unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht von seriösen Online Händlern. Teilweise bauen die Betrüger auch bestehende Shop-Seiten täuschend echt nach, nutzen ähnliche Domain-Namen oder verstecken sich in der Umgebung größerer Plattformen.

Deshalb weisen große Internethändler – wie z.B. Amazon – inzwischen auch bei nahezu jedem Artikel mit einem Haftungsausschluss darauf hin, dass sie für die Qualität nicht gerade stehen.

Auch wenn Sie ein besonders gutes Angebot finden, vermeiden Sie Spontankäufe. Nehmen Sie sich lieber die Zeit, weitere Informationen über den Händler einzuholen.

Folgende Punkte sollen Sie dabei überprüfen:

6 mögliche Hinweise auf einen Fake Shop

  1. Das Impressum der Seite ist unvollständig. Es gibt kaum Möglichkeiten, den Händler zu kontaktieren.
  2. Es handelt sich um ausländische Firmen und/oder für inländische Online-Shops untypische Rechtsformen, beispielsweise „ltd“.
  3. Die Seite hat ausschließlich positive oder gar keine Bewertungen. Auf größeren Shopping Plattformen fehlen ebenfalls Bewertungen oder es gibt bereits Beschwerden von anderen Kunden, die keine Ware erhalten haben.
  4. Die einzigen Bezahlmöglichkeiten sind Vorkasse, Kreditkartenzahlung oder die Sendung per Nachnahme. Alternativ soll die Zahlung über Anbieter wie z.B. WesternUnion oder paysafe erfolgen.
  5. Die angegebene Bankverbindung ist im Ausland.
  6. Der Artikel hat eine verhältnismäßig lange Lieferzeit – dies lässt oft auf einen ausländischen Verkäufer schließen.

Zusätzlich kann es nie schaden, den Händler über eine Suchmaschine zu recherchieren oder alternativ bei der Verbraucherzentrale nachzufragen. Gibt es hier bereits einschlägige Erfahrungsberichte anderer Käufer, lassen Sie lieber die Finger von dem Kauf.

Was können Sie tun, wenn Sie auf einen Fake Shop hereingefallen sind?

Haben Sie die Ware bereits bezahlt, melden Sie sich so schnell wie möglich bei Ihrer Bank, bzw. bei Ihrem Kreditkarten-Anbieter. Mit etwas Glück können Sie die Zahlung noch stoppen. Haben Sie Ihre Kartendaten weitergebeben, sollten Sie auch die Karte sperren – am schnellsten geht das meistens im Internetbanking.

Auf jeden Fall sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten. Sichern Sie vorher am besten alle Beweise für Ihren Kauf, wie z.B. E-Mails, Bestellbestätigungen und die Zahlungsinformationen. Auch wenn Sie im schlimmsten Fall Ihr Geld nicht wiederbekommen, helfen Sie so bei der Verfolgung der betrügerischen Händler.

Autor: Kerstin Strube


Ihre Meinung

Kommentare (5)


Kommentare

Veronika

09.12.2017

Hallo Karsten,
Hallo Hermann,
das leuchtet ein. eine ähnliche Problematik wäre ja auch bei Zahlung im Voraus. Ich bezahle erst einen Artikel, dann wird geliefert. Und bei Versandhäusern oder Shops, die erst gerade ins Business eingestiegen sind, ist das wahrscheinlich eher besser, je nachdem, welche Art von Artikel zu welchem Preis und welchem Umfang gehandelt wird.
Es gibt doch auch dieses Rückgaberecht. Gilt das nicht grundsätzlich? Das würde ja schon einmal eine Sicherheit bedeuten.
Zudem gibt es so viele Register u. ä. z. B. Handelsregister, USt.ID-Listen beim Bzst. Vielleicht könnte man diese nutzen, um die Identität eines Shops zu prüfen, z. B. gibt es ja mitunter Schnittstellen bei den jeweiligen Registern, an die man seine Daten schicken und als Antwort ein OK oder nicht OK erhält. und wenn ein OK kommt, dann könnte man eine Nachricht anzeigen lassen, so dass Online-Shopper wissen, der Laden ist i. O. Ist er nicht i. O., könnte die Verkaufsfunktion für diesen Shop gesperrt werden, wenn das Ganze entsprechend modular aufgebaut ist. Würde man entsprechende Eingabefelder für jeden Verkäufer z. B. bei amazon hinterlegen mit regelmäßigen, automatischen Abfragen, wäre das Ding gegessen. Die Technik bzw. die Möglichkeiten so etwas zu implementieren gibt es ja, nur schade finde ich, dass so etwas niemand nutzt und es dann auf die Verbraucher "abwälzt". Überlegen Sie sich mal den Aufwand, der dieser simplen Abfrage gegenübersteht, wenn allein schon jeder Einkäufer bei amazon jeden Shop prüfen würde, bei dem er bestellt. Das widerspricht einem Ziel, welches manche IT-Systeme verfolgen: Einkaufen übersichtlicher, unkomplizierter, schneller zu machen. Zudem sind manche Leute mitunter nicht so technikaffin, aber soll man denen quasi verwehren oder ans Herz legen etwas tolles zu nutzen, nur weil sie nicht technikaffin sind - wie man teilweise hier an "Selber Schuld"-Kommentaren sehen kann?
In einer Doku zum Thema Darknet hatte ich mal gesehen, dass manche Techies freies Internet usw. verlangen, sich aber gleichzeitig aus Angst, man könne ihre Daten lesen, teilweise irgendwelche Chips mit Bezahlfunktion unter die Haut spritzen. Muss ich jetzt Informatik studieren oder Wirtschaftskriminalistik, um das Internet nutzen zu dürfen? Man sollte doch auch bedenken, dass die Leute noch ein Leben, Arbeit, Familie usw. haben, um die es sich zu sorgen gilt, und dass der technische Fortschritt immer weiter voranschreitet. Die Sicherheit sollte, m. E., vor allem bei den Leuten liegen, die diese Technik zur Verfügung stellen bzw. bauen. Die Einzelhändler, die Software für ihr Geschäft nutzen, wissen ja in der Regel auch nicht, wie das Ding im Detail funktioniert.


Jan

07.12.2017

Selber schuld!
Man sollte in die Läden und Kaufhäuser gehen, das hält Jobs bereit und man kann alles ansehen usw.
Große Sachen kann man sich dann auch liefern lassen.
Internet ist ja schön und gut, macht aber viel kaputt und Betrüger haben es wie man sieht sehr sehr leicht.
Noch mal: SELBER SCHULD !!!


Karsten

29.11.2017

Hallo Veronika,
die Antwort auf das Warum ,ist eigentlich ganz einfach.Kein Paketbote wartet bis Du den Inhalt Deines Paketes geprüft hast.Du bezahlst,er drückt Dir Dein Paket in die Hand und ist verschwunden.Es gibt auch keine Wartepflicht für Sie.Und wenn Du dann merkst es ist was faul,ist es zu spät.Du bekommst auch von keinem Paketboten das Geld zurück,also doch nicht so sicher wie es den Anschein hat.


Hermann

29.11.2017

Bei Nachnahme zahlst man und hat dann erst die Möglichkeit die Lieferung zu prüfen. Bis dahin ist der Kurierdienst schon wieder weg.


Veronika

29.11.2017

Warum genau ist Sendung per Nachnahme so gefährlich? Hier wird doch bezahlt zum Zeitpunkt der Warenlieferung. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade jüngere Versandhändler diese Option nutzen, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, da die ja das Geld vorstrecken müssen.
Was man, wenn man aus geschäftlichen Gründen etwas online bestellt, machen kann, ist die Umsatzsteuer-ID beim bzst (ausländische evatr) zu checken. Ich hatte vor ein paar Jahren den Fall, dass eine falsche angegeben war; die Firma existierte nicht, bei der jemand etwas bestellt hatte. Nicht mal Google kannte die... und das will was heißen.