Falschgeld

Weniger Blüten dank verbesserter Sicherheitsmerkmale | 31.01.2018

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Weltweit brachten Kriminelle 2017 laut Europäischer Zentralbank (EZB) rund 694.000 Euro-Blüten in Umlauf. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 1,5 Prozent gegenüber 2016. Einen deutlichen Rückgang von 11,3 Prozent auf rund 72.900 Fälschungen gab es nach Angaben der Bundesbank hingegen in Deutschland. Hier sank die Zahl gefälschter Scheine zum zweiten Mal in Folge – 2015 waren rund 95.000 Blüten im Umlauf.

Immerhin fiel weltweit der finanzielle Schaden durch Euro-Blüten trotz leicht gestiegener Falschgeldmenge 2017 geringer aus als 2016: Vergangenes Jahr waren es 36 Millionen Euro, 2016 noch 40 Millionen Euro. In Deutschland verringerte sich der rechnerische Schaden durch gefälschte Euro-Scheine ebenfalls um 2,4 Prozent auf rund 4,1 Millionen Euro.

Verbesserte Sicherheitsmerkmale

Grund für den Rückgang der Falschgeldmenge in Deutschland ist laut Bundesbank vor allem die Einführung verbesserter Sicherheitsmerkmale auf Fünfzigern und Zwanzigern. Dazu zählen etwa das durchsichtige Porträtfenster und die sogenannte Smaragdzahl. Beides erschwere Geldfälschern nachweislich das Handwerk. Gerade einmal 1.887 Fälschungen der im April 2017 neu ausgegebene Version des 50-Euro-Scheins wurden aus den Verkehr gezogen. Der neue Zwanziger war bereits im November 2015 unters Volk gebracht worden. Im ersten Halbjahr 2019 sollen überarbeitete 100- und 200-Euro-Scheine folgen.

Am beliebtesten bei Fälschern ist die 50-Euro-Banknote: Trotz Rückgang lag ihr Anteil an der Falschgeldmenge nach Angaben der Bundesbank in Deutschland bei 65 Prozent. Am häufigsten waren darunter Blüten der alten Serie von Fünfzigern zu finden. Auch in ganz Europa ist der Fünfzig-Euro-Schein besonders beliebt: Rund 53 Prozent der Banknoten-Fälschungen entfielen auf diesen.

Geringe Gefahr auf Blüten zu stoßen

Gemessen daran, dass insgesamt nahezu 21,4 Milliarden Euro-Banknoten im Gesamtwert von knapp 1,2 Billionen Euro im Umlauf sind, ist die Gefahr gering, einen falschen Geldschein zu bekommen. In Deutschland entfielen 2017 nach Angaben der Bundesbank nur neun Blüten auf 10.000 Einwohner. Rein rechnerisch müsste man also älter als 1.100 Jahre werden, um auf eine falsche Banknote zu stoßen.

Dennoch: Wer Falschgeld – auch unbewusst – als Zahlungsmittel verwendet, kann sich strafbar machen. Verbraucher sollten Geldscheine daher stets aufmerksam prüfen:

  • Fühlen: Auf der Vorderseite echter Banknoten sind Teile des Druckbildes ein wenig erhaben und können gefühlt werden. Bei der ersten Euro-Serie ist dies der Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand sowie bei der neuen Europa-Serie der erweiterte Schriftzug „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“. Auch Striche am rechten und linken Rand sind spürbar.
  • Sehen: Wer eine echte Banknote in den Händen und gegen das Licht hält, wird das Wasserzeichen im unbedruckten Bereich als Schattenbild entdecken. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie zusätzlich ein transparentes Fenster. Wenn hier nicht das Porträt der Frauenfigur „Europa“ zu sehen ist, handelt es sich um eine Blüte.
  • Kippen: Werden Euro-Geldscheine gekippt, verändern sich die Hologrammelemente. Auf der Rückseite der ersten Serie ist bei vielen Banknoten ein Farbwechsel der rechten Wertzahl von Rot nach Grün zu sehen. Die Banknoten der neuen Serie weisen auf der Vorderseite links zusätzlich die Smaragdzahl auf: Deren Farbe verändert sich beim Kippen so, dass ein heller Balken auf- beziehungsweise abwärts wandert.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Jonas

06.02.2018

da kann ich mich auch nur Jan anschließen. Von allem Bargeldlosen profitieren nur wieder die die Daten sammeln und niemand sonst. Ich finde auch, dass man bei dem ganzen bargeldlosen Bezahlen leicht den Überblick verliert. Ich bezahle auch oft mit Karte, vor allem größere Beträge, also tanken, Großeinkauf usw. aber ich habe auch Bedenken, dass es den Betrügern zuspielt wenn man ohne drüber nachzudenken überall seine Karte dran hält. Wer weiß schon nach einem Monat noch ob es 4,80 oder 6,20 am Kiosk waren. Es geht doch nichts über Bargeld.


Jochen

04.02.2018

Ist doch schön, wenn Bargeld sicherer wird ... nur deswegen gleich alles andere verdammen?
Nö, mir wäre es lieber wenn Apple Pay lieber heute wie morgen auch in Deutschland eingeführt werde würde, es macht das Bezahlen einfach auch komfortabler, seit meine KK contactless können, bezahle ich fast nur noch so ... fordere ich deswegen die Abschaffung des Bargelds?
Nein, Bargeld ist eben nur eine Form des Bezahlens, daher bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt


Sigrid

01.02.2018

Ich schließe mich den Worten " meines Vorredners " Jan 100 % an


Jan

31.01.2018

Da sieht man mal wieder geht doch.
Und nur Bares ist wahres!
Weg mit dem Dreck von Bitcoin, Applepay, Paybal, etc.