Kindergeld, Elterngeld & Co.

Diese 5 Fristen müssen werdende Eltern kennen | 04.02.2019

Kindergeld, Elterngeld & Co.

© boggy22 - iStock

Sie werden Eltern? Dann verpassen Sie bloß nicht, ein paar Fristen einzuhalten. Eine Checkliste.

Die Vorfreude ist in aller Regel riesig, wenn sich Nachwuchs ankündigt. Das Paar richtet ein Kinderzimmer ein, stellt Baby-Sachen zusammen und kauft erstes Spielzeug. Bei all dem dürfen Sie aber auch ein paar organisatorisch-bürokratische Dinge nicht aus dem Blick verlieren

1. Kindergeld beantragen

Ihr Baby hat endlich das Licht der Welt erblickt? Dann können Sie ab jetzt Kindergeld beantragen. Ihre Anlaufstelle ist die Familienkasse. Sie ist vielerorts im Gebäude der ortsansässigen Agentur für Arbeit zu finden. Sie müssen den Antrag schriftlich stellen.

Tipp: Fordern Sie das Antragsformular bereits zum Ende der Schwangerschaft an und füllen Sie es so weit wie möglich aus. Sobald Ihr Schützling geboren ist, können Sie den Antrag abschicken. „Je eher der Antrag abgeschickt wird, desto früher kann das Kindergeld bewilligt werden“, sagt Alexander Nöhring, Geschäftsführer des Zukunftsforums Familie e.V. in Berlin.

Achtung: Seit dem 1. Januar 2018 können Eltern das Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend erhalten – zuvor war das vier Jahre rückwirkend möglich. Das Kindergeld wird monatlich aufs Konto überwiesen. Derzeit gibt es:

  • Je 194 Euro für das erste und zweite Kind
  • 200 Euro für das dritte Kind
  • 225 Euro für jedes weitere Kind
  • Ab Juli 2019 sind es jeweils zehn Euro mehr.

Übrigens: Wenn Sie Angehöriger des öffentlichen Dienstes sind, müssen Sie Kindergeld bei der Stelle beantragen, die Ihre Bezüge festsetzt.

2. Elterngeld beantragen

Auch Elterngeld muss schriftlich beantragt werden – und zwar bei der zuständigen Elterngeldstelle. Dem Antrag müssen Sie die Geburtsbescheinigung mit dem Verwendungszweck „für Elterngeld“ sowie eine Kopie der Geburtsurkunde beifügen – beide Papiere bekommen Sie beim Standesamt.

Innerhalb der ersten vierzehn Lebensmonate eines Kindes kann Elterngeld beantragt werden. Wer ein Kind adoptieren will, für den ist das Datum entscheidend, zu dem der Junge oder das Mädchen im Haushalt aufgenommen wird.

Haben es Eltern nach der Geburt versäumt, Elterngeld zu beantragen, können sie dies für drei Monate rückwirkend tun. Das heißt: „Spätestens am letzten Tag des vierten Lebensmonats des Kindes muss der Antrag bei der zuständigen Behörde eingegangen sein, damit das Elterngeld rückwirkend ab Geburt des Kindes gezahlt wird“, erklärt Nöhring. Um die Frist zu wahren, kann der von beiden Elternteilen unterschriebene Antrag auch gefaxt werden. Hier geht es zum Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums, und hier gibt es weitere grundsätzliche Infos.

3. Steuerklasse wechseln

Unter Umständen lohnt es, dass sich werdende Eltern so früh wie möglich mit dem Thema Elterngeld auseinandersetzen. Denn: „Wie hoch die Zahlungen ausfallen, hängt vom Nettogehalt der Eltern ab“, erklärt Nöhring. Hierbei spielt die Steuerklasse eine wichtige Rolle. Ist ein Paar verheiratet und nutzt das Ehegattensplitting mit der Steuerklassenkombination III/V, kann sich ein Wechsel der Steuerklasse bezüglich des Elterngeldes rechnen. Befindet sich nämlich der Partner – meist die Frau –, auf dessen Gehalt das Elterngeld berechnet wird, in Steuerklasse V, fallen hier höhere Steuerabgaben an. Das verringert auch den Leistungsanspruch beim Elterngeld. Daher empfiehlt Nöhring: „Sobald sie erfahren, dass sie schwanger sind, sollten Frauen mit Steuerklasse V möglichst in Steuerklasse III wechseln.“

Achtung: Spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, muss der Antrag auf den Steuerklassen-Wechsel gestellt werden.

4. Krankenversicherung informieren

Schon während der Schwangerschaft sollten Eltern ihre zuständige Krankenversicherung darüber informieren, dass sie Nachwuchs erwarten. Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, wird das Kind kostenlos in der Krankenkasse eines Elternteils mitversichert. „Eltern benötigen über die Geburt ihres Kindes eine Bescheinigung für die Krankenkasse – sie bekommen dieses Papier bei der Anmeldung des Kindes auf dem Standesamt“, sagt Nöhring.

Sind beide Elternteile Mitglieder einer privaten Krankenversicherung, muss für das Baby eine eigene private Krankenversicherung abgeschlossen werden. Vom Tag der Geburt an wird für das Kind ein Krankenversicherungsbeitrag fällig.

5. Kita-Platz suchen

Egal, ob in einer Kita oder in einer Krippe – Plätze sind überall in Deutschland knapp. „Werdende Eltern sollten sich so früh wie möglich mit dem Thema auseinandersetzen“, betont Nöhring. Ideal ist es, dies bereits während der Schwangerschaft zu tun, allerdings nehmen viele Kitas eine Vormerkung erst ab Geburt des Kindes an. Die Wartezeiten können je nach Region sehr unterschiedlich sein. Es kann durchaus Sinn machen, sich bei mehreren Kitas auf die Warteliste setzen zu lassen. „Fairerweise sollte man, wenn ein Platz gefunden ist, die anderen kontaktierten Kitas darüber informieren“, betont Nöhring. Infos zu den Regelungen in den einzelnen Bundesländern gibt es hier.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (8)


Kommentare

HTh

11.02.2019

"Achtung: Spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, muss der Antrag auf den Steuerklassen-Wechsel gestellt werden. "

Im Klartext: am besten stellt man also den Antrag auf Steuerklassenwechsel schon, sobald auch nur der Kinderwunsch besteht und wartet nicht bis zu bestätigten Schwangerschaft.
Da der Mutterschutz 6 Wochen vor dem berechneten Geburtstermin beginnt und vor diesem Zeitpunkt der Antrag 7 Monate vorher abgegeben werden muss, bleibt so gut wie keine Zeit nach dem positiven Test.
Aber ansonsten ist der Tipp wirklich gut und in vielen Situation bares Geld wert. Ohne Steuerklassenwechsel hätte mein Frau mit Steuerklasse V nur ca 1.400 EUR Elterngeld bekommen. Mit Steuerklasse III reichte es hingegen zum Höchstsatz von 1.800 EUR. Bei einem Bezugszeitraum von typisch 10 Monaten (während der Mutterschutzzeit ab Geburt + 8 Wochen zahlen KV und AG den Verdienstausfall) macht das gut 4.000 EUR Unterschied aus.


Martin

10.02.2019

Ich finde die Umfragen bei euch ja immer Klasse,
Aber diesmal habt die Antwortmöglichkeiten echt schlecht recherchiert. Habt ihr euch mal mit werdenden Eltern unterhalten?
Auch wenn es rechtlich einen Anspruch auf einen Platz gibt, ist es so gut wie unmöglich eine geeignete Kita zu finden.
Die Voraussetzungen sind meistens, dass man im selben Ort wohnt und arbeitet, man Serviceleistungen mit macht in der Kita usw. Die Beiträge sind extrem überteuert und dann kommt noch Essensgeld hinzu.
Da ist noch viel Nachholbedarf in unserem Familienministerium.


Sames

07.02.2019

Wie lief Ihre Suche nach einem Krippenplatz?

- noch vor Geburt mit der Suche begonnen
- erst keinen Platz bekommen
- dann immer noch keinen Platz bekommen
- ... ... ...
- nach Klageandrohung ist dann "zufälligerweise" spontan ein "zumutbarer" Platz freigeworden, der nur eine eingeschränkte Berufsausübung zulässt.


Manuel

06.02.2019

Olga ich gebe dir recht, sucht so schnell wie möglich eine Hebamme.
Und bleibt bei euren Kindern Zuhause und kümmert euch um Sie und lasst dies nicht irgendeine Kita tun zu der Ihr womöglich noch lange hinfahrt- Nur um schnell wieder Geld zu verdienen?


Peter

05.02.2019

Super "Auswahl" der Antwortmöglichkeiten zur Krippenplatzsuche:
- in meinem Wohnort keine Einrichtung vorhanden
- extrem aufwendig
- erfolglos
- z.T erniedrigend
- keine "Chancengleichheit"
- Krippenplatz nicht bezahlbar
- nur Aussicht auf Erfolg bei Bereitschaft zu vielen Hilfsdiensten (putzen, Kochen, Krankheitsvertretung...)
usw. usw.

-


Olga

04.02.2019

Jana, ich würde keine von diesem To-Do im Krankenhaus bei der Geburt erledigen : ))) da hat man andere Themen :D höchstens "Krankenkasse informieren"... Alles andere kann wirklich paar Wochen warten.
Ganz wichtig hinzu: frühzeitig vor der Geburt Hebamme suchen ! am besten direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest!


Anonym

04.02.2019

Schade, daß die Umfrage den Eindruck erweckt, wir lebten in einer heilen Welt, und nichts mit der Realität gemein hat.


Jana

04.02.2019

Tolle Fristen....
Das meiste könnte doch schon bei der Geburt im Krankenhaus erledigt werden oder nicht?
Gut, vielleicht bräuchte das Krankenhaus dann noch einen Mitarbeiter mehr. Aber wäre auch wieder ein Arbeitsplatz oder nicht?