Mein Garten, meine Regeln?

Was Sie Ihren Nachbarn zumuten dürfen | 20.04.2017

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Der eine Gartenbesitzer kann es kaum abwarten, die Grillsaison zu eröffnen, dem anderen graust es bereits jetzt vor den Rauchschwaden. Doch wer sitzt in diesem Fall am längeren Hebel? Hier erfahren Sie, was im heimischen Garten erlaubt ist.

Endlich wieder grillen, sich sonnen und zu später Stunde noch die lauwarmen Sommernächte im Freien genießen. Die meisten können es kaum abwarten, die Gartensaison einzuleiten – zum Leidwesen vieler Nachbarn. Denn was auf der einen Seite des Gartenzauns freudig erwartet wird, kann auf der anderen zu Verärgerung führen. Um die Nerven Ihrer Nachbarn nicht überzustrapazieren, empfiehlt es sich, Folgendes zu beachten.

Haben Sie sich schon einmal durch Lärm oder Grillgeruch von Ihrem Nachbarn belästigt gefühlt?

Darf ich samstags Rasen mähen?

Vor allem berufstätige Hobbygärtner kennen das Problem: Nach der Arbeit bleibt meist keine Zeit zum Rasenmähen. Zudem ist bundesweit gesetzlich geregelt, dass werktags nur zwischen 7 und 20 Uhr gemäht werden darf. Bleibt also nur noch das Wochenende. Aber auch nicht das ganze. Denn der Sonntag gilt als Ruhetag. Deshalb sind Arbeiten untersagt, die mit einer großen Geräuschkulisse einhergehen. Selbiges trifft auf Feiertage zu. Samstags hingegen darf gemäht werden. Dieser Tag zählt in Deutschland zu den Werktagen. Allerdings gelten in bestimmten Bundesländern und Kommunen werktags zusätzliche Ruhepausen in der Mittagszeit. So ist es etwa in Rheinland-Pfalz verboten, zwischen 13 und 15 Uhr seinen Rasen zu mähen. Auskunft, wann gemäht werden darf, gibt das Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde. Wer lautere Krachmacher einsetzen möchte, muss weitere Einschränkungen beachten. So dürfen Motorkettensägen oder Laubbläser bundesweit werktags nur von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr eingeschaltet werden. Munter weiterarbeiten dürfen nur diejenigen, die Geräte mit einem Umweltsiegel der Europäischen Union besitzen. Für diese gelten die üblichen Ruhezeiten zwischen 20 und 7 Uhr – und gegebenenfalls Einschränkungen durch Länder- oder Ortsregelungen.

Bis wann darf gefeiert werden?

Grundsätzlich gilt: Partyteilnehmer müssen die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr einhalten. Das schreibt das Landes-Immissionsschutzgesetz vor. Nichtsdestotrotz darf man in dieser Zeitspanne auch weiterhin draußen sitzen – vorausgesetzt, man dreht die Musik runter und unterhält sich leise. Sind im Mietvertrag Regelungen für eine Mittagsruhe aufgeführt, müssen auch diese eingehalten werden: üblicherweise von 12 bis 15 Uhr.

Wie oft darf gegrillt werden?

Grundsätzlich ist es erlaubt, seine Steaks im Garten zu brutzeln. Allerdings gelten bestimmte Spielregeln: Ist im Mietvertrag das Grillen verboten, müssen sich Mieter daran halten. Wer dennoch den Grill anfeuert, riskiert eine Abmahnung durch den Vermieter. Zudem sollte man darauf achten, den Grill möglichst so zu platzieren, dass der Nachbar vom Rauch verschont bleibt. Grund zur Beschwerde ist meist der Qualm vom Holzkohlegrill. Deshalb rät der Mieterbund, anstelle eines Holzkohlegrills einen  Elektrogrill zu nutzen und Aluminiumschalen zu verwenden. Wie oft gebrutzelt werden darf, ist gesetzlich nicht geregelt. Manche Gerichte halten es für zumutbar, zweimal die Woche den Grill anzuschmeißen. Andere beschränken die Grillzeit auf vier Tage pro Jahr. Zudem gilt auch für jede Grillparty die Nachtruhe ab 22 Uhr.

Was passiert bei Regelverstoß?

Wer sich nicht an die Regeln hält, hat nicht nur Krach mit den Nachbarn zu befürchten, sondern auch eine saftige Geldstrafe. So kann ein Verstoß gegen die nächtliche Ruhezeit mit einem Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro bestraft werden. Noch härter kann es diejenigen treffen, die an Sonn- oder Feiertagen ihren Rasen mähen. Hier drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

Tipp: Versuchen Sie, eine gute Beziehung zu Ihren Nachbarn aufzubauen. Sollten Sie eine Grillparty planen, empfiehlt es sich, den Nachbarn vorab darüber zu informieren – oder ihn gleich mit einzuladen. Oftmals kann ein Nachbarschaftsstreit durch gegenseitige Rücksichtnahme vermieden werden.

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Röhrs, Horst-Albert

22.04.2017

Betr.: Mein Garten, meine Regeln
Der Beitrag ist sehr gut und hilfreich. Ich würde es begrüßen, wenn seitens der Kommunen oder Verwaltungen kostengünstige Grillmög-lichkeiten ähnlich denen in Australien und Amerika eingerichtet würden.


notting

20.04.2017

Wieso steht auch hier im Titel im Browser-Tab was von Plastikvezicht?!

Achja, ein wichtiger Tipp fehlt: Viele Gemeinden und einige Vereine haben auch außerorts Grillplätze die man mieten kann:
- I.d.R. keine Nachbarn die so nahe sind dass die sich am Rauch und am Lärm stören (oder wenn wenigstens erst ab 22h wenn eh Ruhe sein muss).
- Mehr Platz für Gäste.

Leider oft ohne Stromnetz-Anschluss und man muss viel Kram erstmal hinkarren (je nach Ausstattung vor Ort).

notting