Meins – deins – unseres!

Worauf es bei der Wahl des Gemeinschaftskontos ankommt │11.08.2017

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© BraunS – iStock.com

Wer mit seinem Partner zusammenzieht, sollte über ein Gemeinschaftskonto nachdenken: Das kann Sparen helfen und vielleicht sogar der Liebe gut tun.

Auch noch ums Bankkonto kümmern, wenn das Leben sowieso gerade Kopf steht? Die neue Wohnung renoviert oder eingerichtet werden will oder vielleicht sogar Nachwuchs ansteht? Jetzt erst recht: Denn das gemeinsame Konto kann klare Verhältnisse schaffen und so auch den Hausfrieden unterstützen. Gerade, wenn einer mehr verdient als der andere oder man sich zu einer Patchwork-Familie zusammen tut, kann ein Gemeinschaftskonto zum Ausgleich beitragen – nicht nur finanziell.

So funktioniert‘s

Meins, deins, unseres? Keine Angst, Ihre Freiheit müssen Sie nicht aufgeben. In den allermeisten Fällen wird das Gemeinschaftskonto als drittes Konto eröffnet. So behält jeder Partner seine Freiheit und über die gemeinsamen Ausgaben muss trotzdem nicht diskutiert werden. Das Gemeinschaftskonto ist in der Regel ein „Oder-Konto“, beide können unabhängig voneinander darauf zugreifen. Bei einem „Und-Konto“ kann nur gemeinsam verfügt werden – das ist aber eher selten.

Um ein Partnerkonto zu eröffnen, müssen die Beteiligten übrigens nicht mal verheiratet sein. Auch regelmäßige Geldeingänge oder ein Mindestumsatz sind in der Regel keine Bedingung. Eine gemeinsame Adresse reicht meist völlig aus.

Vollmacht für Einzelkonto – eine Alternative?

Sie überlegen, lieber Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin für ein bestehendes Konto eine Vollmacht zu erteilen? Das sollten Sie sich gut überlegen. Erstens ist die Vollmacht jederzeit widerrufbar. Zweitens haftet ausschließlich der Kontoinhaber. Und drittens müssen Gutschriften immer auf den Namen des Kontoinhabers ausgestellt werden. Wenn Sie Ihrem Partner vertrauen, macht ein Gemeinschaftskonto mehr Sinn. Und fühlt sich sicher auch nach mehr Gleichberechtigung an.

Aktualisiert am 11.08.2017

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (8)


Kommentare

charly

18.08.2017

Das Gemeinschaftskonto ist in unseren Fall seit 30 Jahren das Girokonto für die algemeinen Kosten.
Also kaum Zinsen und auch keine großen Guthaben.
Geldanlagen werden seperat geführt und entsprechend versteuert, auch die Erbfrage ist damit geregelt


ING-DiBa

18.08.2017

Hallo Uwe, sind Gemeinschaftskunden steuerlich getrennt veranlagt, kann jeder einen Einzel-Freistellungsauftrag einreichen. Über die Zinserträge und die gezahlte Abgeltungsteuer erhalten die Kontoinhaber jährlich eine Steuerbescheinigung, die sie dann im Rahmen der jeweiligen Steuererklärungen einreichen. Das Finanzamt verrechnet die Zinserträge dann entsprechend. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Uwe

17.08.2017

Wie sieht es denn eigentlich steuerlich aus?
Wenn Zinsen z. B. auf dem Extra-Konto anfallen ist mir nicht klar wer diese versteuern muss? Jeder die Hälfte? Diese Frage ist natürlich nur relevant wenn man nicht zusammen veranlagt werden kann.


Karliro

17.08.2017

Bei Unverheirateten Gemeinschaftskonten gibt es keinen Kontofreibetrag für die Steuer, es muß alles von 1 Cent an versteuert werden !


Martina K.

17.08.2017

Meine Eltern, fast 60 Jahre verheiratet, hatten nur ein Gemeinschaftskonto. Das wurde sofort gesperrt, als mein Vater starb. Da hatte meine Mutter in der Phase der Trauer, der Beerdigung und der damit verbundenen Neuordnung des gesamten Lebens erst einmal gar kein Zugang mehr zu Geld!
Sie konnte das Gemeinschaftskonto nicht einfach weiterführen, sondern mußte alles neu einrichten!


Christa Hagn

17.08.2017

Zu Ralph Audörsch: "Im Todesfall wird die Hälfte des Guthabens vererbt und der Hinterbliebene kann somit Guthaben verlieren an andere Erben"
Das gilt nur, wenn keine Testament existiert und die gesetzliche Erbfolge eintritt. Mit einem Testament kann man das verhindern.


Anton

17.08.2017

Sobald die Steuerklassen 3/5 gewählt werden und dadurch ein Partner erheblich weniger Netto bekommt, halte ich ein Gemeinschaftskonto für unausweichlich.
Ansonsten hat ein Ehepartner auf Kosten des anderen mehr Geld zur Verfügung.
Das gleiche gilt wenn einer aufgrund von Kindern weniger arbeitet und dadurch weniger verdient


Ralph Audörsch

17.08.2017

Ein Gemeinschaftskonto kann auch problematisch werden, da das Geld rechtlich jedem zur Hälfte gehört. Im Todesfall wird die Hälfte des Guthabens also vererbt und der Hinterbliebene kann somit Guthaben verlieren an andere Erben.