Haustiere versichern

Welche Policen sich wirklich lohnen │06.06.2018

© ING-DiBa

Ob Hund, Katze oder Wellensittich: Tiere bereichern den Alltag des Menschen. Deshalb leben wohl auch 44 Prozent der Haushalte mit einem Haustier zusammen, sagt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland. Doch was, wenn dem Tier etwas passiert – oder es gar jemanden verletzt? „Das kann schnell teuer werden“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Laut Stiftung Warentest können alleine für eine Voruntersuchung 750 Euro zusammenkommen. Gut, wenn der Besitzer in solchen Fällen versichert ist. Aber welche Versicherungen gibt es überhaupt, was kosten sie und wie sinnvoll sind sie eigentlich?

Grundsätzlich haben Tier-Halter die Wahl zwischen diesen Policen:

  • Haftpflichtversicherung
  • Krankenvollversicherung
  • OP-Versicherung
  • Unfallversicherung
  • Lebensversicherung

Haftpflichtversicherung für das Risiko auf vier Pfoten

„Eine Haftpflichtversicherung sollten Tierhalter auf jeden Fall haben, das ist die wichtigste Versicherung“, rät Boss. Denn es gilt: Halter haften für ihre Tiere. Wenn der Hund beispielsweise auf die Straße rennt und einen Autounfall verursacht, muss der Besitzer für alle anfallenden Kosten zahlen. „Da geht es ja mitunter um die eigene Existenz“, sagt die Expertin. Katzen und Kleintiere laufen oft über die eigene Privathaftpflicht.

Achtung: Bei exotischen Tieren solle man lieber nachfragen. Größere Tiere wie Hunde und Pferde brauchen aber auf jeden Fall eine eigene Haftpflichtversicherung. In sechs Bundesländern ist sie bereits für Hunde Pflicht: In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Laut BdV lohnt sie sich aber für alle Hundehalter. Sie kostet zwischen 50 und 80 Euro im Jahr, für Pferde zwischen 100 und 150 Euro. Worauf die Besitzer beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung achten sollten, hat der BdV in einer Checkliste zusammengefasst. Zum Beispiel rät er zu einer Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro.

Krankenvollversicherung lohnt sich oft nicht

Operationen und spezielle Untersuchungen können auch bei Tieren schnell ins Geld gehen. Eine Krankenvollversicherung übernimmt hier die Kosten. Aber Vorsicht: Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen und Wurmkuren sind entweder gar nicht oder nur teilweise mitversichert. „Eine Krankenversicherung für Tiere ist nicht günstig und enthält viele Stolpersteine“, sagt Boss. Ihr Tipp: Oft sei man besser beraten, Geld zur Seite zu legen und Tierarztkosten dann aus eigener Tasche zu zahlen. Denn je nach Rasse und Alter müssen Hunde-Besitzer laut BvD zwischen 25 und weit über 60 Euro pro Monat für eine Vollversicherung zahlen. Bei Pferden liegt der Beitrag sogar noch höher, bei Katzen ist er etwas niedriger. „Die Tier-Krankenvollversicherung ist meist nicht erforderlich und teuer“, sagt auch Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer sein Tier aber dennoch rundum absichern will, sollte das tun, solange es noch jung und gesund ist. Denn: Je älter das Tier, desto teurer die Beiträge. Manche Versicherer nehmen Tiere sogar nur bis zu einem gewissen Eintrittsalter auf, erklärt Boss.

OP-Versicherung vor allem für größere Tiere sinnvoll

Eine etwas günstigere Alternative zur Krankenvollversicherung ist eine reine OP-Versicherung. Die gibt es laut Verbraucherzentrale für Katzen ab 71 Euro und für Hunde ab 107 Euro pro Jahr. Aber auch hier sollten sich die Besitzer vorher das Kleingedruckte genau durchlesen. Denn: „Sterilisation oder Kastration werden nicht bezahlt“, sagt Boss, sondern nur medizinisch notwendige Operationen. Eine OP-Versicherung sei in den meisten Fällen nur für größere Tiere sinnvoll.

Unfall- und Lebensversicherung ist reiner Luxus

Alle anderen Versicherungen bewerten Experten als reinen Luxus. Eine Unfallversicherung zum Beispiel kommt nur für Schäden auf, die auch wirklich durch einen Unfall verursacht wurden. Eine Lebensversicherung lohnt sich eigentlich nur bei teuren Rennpferden.

Fazit: Tierbesitzer müssen natürlich stets selbst abwägen, ob ihnen eine Kranken- oder OP-Versicherung sinnvoll erscheint. Alle weiteren Versicherungen sind laut Experten eher ein Luxus. Einig sind sich jedoch alle in einem Punkt: Eine Haftpflichtversicherung ist ein Muss für Tierhalter. Und am besten sollte diese so früh wie möglich abgeschlossen werden – nämlich dann, wenn noch nichts passiert ist.

Autor: ING-DiBa


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