Tipps für den Heizölkauf

Niemand will frieren, alle wollen sparen: Mit etwas Geschick gelingt beides | 26.11.2018

Heizoelkauf

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Gewiefte Schnäppchenjäger kaufen Winterstiefel im Sommer, weil sie dann oft günstiger sind. Eine Parallele zum Kauf von Heizöl lässt sich jedoch nicht ableiten: Hier hängt der Preis von anderen Faktoren ab. Was außerdem zu beachten ist, wenn der Tank aufgefüllt werden muss.

Die Welt blickt auf den Öl-Preis – tun Sie es auch!

So lange die Weltwirtschaft noch in vielerlei Hinsicht abhängig von Erdöl ist, wird der Preis des Rohstoffes einer der wichtigsten an der Börse bleiben. Und der bestimmt damit auch zum Großteil den des Heizöls. „Ungefähr zwei Drittel des Heizölpreises entfallen auf den Einkaufspreis an den Ölmärkten, daher lassen sich kaum Vorhersagen hinsichtlich seiner Entwicklung treffen“, erklärt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Heizöl muss daher im Sommer nicht zwangsläufig günstiger sein als im Herbst oder Winter, wenn bei uns die Nachfrage steigt.
 
Experten-Tipp: Wer den Ölpreis über einen längeren Zeitraum beobachtet, hat die besten Chancen, Heizöl zu einem guten Preis einzukaufen. Zur Orientierung helfen Durchschnittspreise, die sich im Internet schnell recherchieren lassen (zum Beispiel unter www.zukunftsheizen.de/heizoelpreis). „Ölheizungen bieten den großen Vorteil, dass Verbraucher sich gezielt bevorraten und dabei die Preisentwicklung für sich nutzen können“, sagt Willig. Das Abwarten kann sich also lohnen, sofern der Tank noch verhältnismäßig gut gefüllt ist. Das sollte im Blick behalten werden, um die Lieferzeit mit einzukalkulieren. Die verlängert sich nämlich mit Beginn der Heizperiode. „Je nach Auftragslage können vor allem in der kalten Jahreszeit zwischen Bestellung und Lieferung in Spitzenzeiten 14 Tage, im Extremfall auch mehr als vier Wochen vergehen“, weiß Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) in Mannheim.

Regionale Preisunterschiede

Die Preise für Heizöl sind regional unterschiedlich, die Abweichungen können grundsätzlich einige Cent pro Liter betragen. Was den Preis aktuell beeinflusst: Nach dem trockenen Sommer und Herbst 2018 führt der Rhein Niedrigwasser, die Binnenschiffe können daher nicht voll beladen werden – es kommt zu Engpässen, auch bei der Kraftstoffanlieferung an Tankstellen. Variieren können neben dem Preis auch Lieferzeit, Zahlungsbedingungen und Service des Mineralölhändlers: Hier ist ein Vergleich von zwei Anbietern zu empfehlen. Auf besondere Gegebenheiten vor Ort, z.B. ein schlecht für den Tankwagen erreichbares Grundstück, muss bei der Bestellung unbedingt hingewiesen werden. Auch solche Faktoren können den Preis erhöhen.

Mehr Öl kostet weniger

Gemeinsam Geld sparen – dafür bietet sich bei Heizöl eine Sammelbestellung an. Nachbarn, die höchstens wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen, können sich zusammenschließen und gemeinsam ordern. Vorab kann ein Heizölrechner im Internet Auskunft über die Ersparnis geben. Die Experten von Finanztip raten dabei, unbedingt auf zwei Portalen parallel die Preise zu vergleichen. Nach einem Test von 2017 schnitten hierbei Heizöl24 und Esyoil am besten ab. „Bei größeren Abnahmemengen sinkt der Preis pro Liter. Sammelbestellungen, die man gemeinsam mit Nachbarn vornimmt, schränken allerdings die eigene Flexibilität, auf Preisschwankungen zu reagieren, erheblich ein“, gibt Adrian Willig zu bedenken. Mag die Nachbarschaft auch gut sein: Eine getrennte Bezahlung ist ratsam, denn fällt ein Beteiligter aus, haftet der Hauptbesteller für ihn mit. Zumindest, wenn das Öl schon im Tank ist, dann ist nämlich kein Widerruf mehr möglich.

Überprüfung der Lieferung

Steht die Heizöl-Lieferung kurz bevor, macht es auf jeden Fall Sinn, vorher den Restbestand im Tank zu messen. Das funktioniert zwar nicht mathematisch exakt, aber Rückschlüsse auf eine korrekte Lieferung lassen sich ziehen. Bei einem quaderförmigen Tank kann die Füllhöhe außen mit einem Stift markiert werden, für kugel- oder kegelförmige Tanks gibt es ein Längenmaß ähnlich wie beim Automotor. Tankinhaltsrechner im Internet berechnen den ungefähren Inhalt für jede Tank-Form. Das Zählwerk der Messanlage am Tanklaster sollte auf „Null“ stehen. Zeichnen sich an den Sichtgläsern Eintrübungen oder Schaumbildung ab, ist das höchstwahrscheinlich auf Lufteinschlüsse zurückzuführen. Da die Luft regulär zur Lieferung mitgezählt wird, muss der Füllvorgang dann unterbrochen werden. Zum Abschluss sollte der Kunde überprüfen, ob die angegebene Menge des Zählers der auf dem Lieferschein entspricht.

Modernisierung als langfristiges Sparziel

Veraltete Öl-Heizungen stoßen viel CO2 aus. Eine Modernisierung kommt nicht nur der Heizkostenabrechnung, sondern auch dem Klima zugute. Adrian Willig benennt die Vorteile: „Eine neue Öl-Brennwertheizung ist besonders effizient und spart sofort ab Einbau bis zu 30% Energie und damit Heizkosten ein. Außerdem ist sie die ideale Ergänzung für erneuerbare Energien wie Solaranlagen und kann auch Strom aus der hauseigenen Photovoltaik-Anlage nutzen.“ Mit rund 10.000 Euro muss ein Hausbesitzer für eine Öl-Brennwertheizung rechnen, in Kombination mit einer Solaranlage für die Warmwasserbereitung beträgt das Kostenbeispiel des IWO 14.000 Euro. Der Staat unterstützt dieses Vorhaben mit Fördergeldern in Höhe von 10% bis 15% der Investitionssumme. Gut gegen Heizkosten, besser für die Umwelt – da wird einem doch warm ums Herz.

Autor: ING



Ihre Meinung

Kommentare (5)


Kommentare

@Carlos

06.12.2018

in welchen Etappen soll ich denn kaufen? Es passen eh nur 4000 Liter gesamt rein.
....könnt ja mal Fragen, ob ich mir das Öl auch in Kanistern abholen kann ;-)


Mande

27.11.2018

Bei 15 Grad und darunter besteht die Gefahr der Schimmelbildung, wenn die Taupunkt- Temperatur an Aussenwänden eine kritische Grenze erreicht und von nicht oder wenig zirkulierender Luft abgeschnitten ist. Wohnungsbewohner liefern auch dann Raumfeuchte , wenn ansonsten keinen zusätzlichen Eintrag durch Nassräume oder Aussenluft stattfindet.


Carlos @ @Carlos

26.11.2018

Da könntest sogar recht haben.
Dann am besten mit den Nachbarn zusammen tun und sehr große Menge auf einmal Ordern und dann aufteilen.
Sollte doch gehen?

Und 15 Grad, bei gut gedämmter Wohnung ohne ständig Fenster aufreißen geht schon.
Ist halt immer die Sache mit der "gefühlten" Temperatur.


@Carlos

26.11.2018

15 Grad sind schon arg happig. Das ist vielleicht ok für eine Werkstatt, aber nicht für eine Wohnung.
Zum Thema "In Etappen kaufen": Es gibt happige Aufschläge, wenn man Kleinmengen kauft. Da kann man viel leichter Aktien in Kleinmengen kaufen, da zahlt man eben 5 Euro mehr pro Auftrag. Das kann sich lohnen, wenn man günstige Preise erwischt. Aber bei Heizöl lohnt es sich nicht. Man sollte aber auch nicht abwarten, bis der Tank leer ist.


Carlos

26.11.2018

Meine Heizthermostate habe ich auf 15 Grad. Bisher friere ich nicht.
Gut am Wochenende hätte ich es im Wohnzimmer auf 18 Grad stellen können.

Man muss in der Wohnung nicht im Slip oder Short rum laufen. Wenn es etwas kühler ist, ist auch ein Pulli schön.
Erst wenn es kühler wird, sollte man der Öl-Industrie sein hart verdientes Geld in den Rachen werfen.

Wer Heizöl abhängig ist, wie in einem Bericht eine alte Oma, die für 0,66 Euro hätte Heizöl kaufen können, dann bis 0,92 Euro gewartet hat und jetzt 1,05 Euro zahlte - der sollte sich überlegen, das ganze Jahr über in Etappen zu kaufen...so wie man halt Aktien kauft.
Günstig - billig - teurer - sau teuer - billig - teuer - günstig - fast umsonst.
Und nun der Mittelwert...dann hat man den richtigen Preis gezahlt und der Tank ist voll und kein bedauern.