Thema Heizen

Das sollten Mieter und Vermieter wissen | 07.12.2018

Thema Heizen - das sollten Mieter und Vermieter beachten

© detailblick-foto – de.fotolia.com

Ist es kalt, soll es daheim kuschelig-warm sein. Also: Heizung an! Doch was, wenn die Heizanlage nicht einsatzbereit ist? Was Mieter und Vermieter zum Thema Heizen wissen müssen – Fragen und Antworten.

Das warme Wetter ist passé, jetzt wird wieder überall geheizt. Frieren in seiner Mietwohnung – das muss niemand. Denn der Vermieter ist dafür verantwortlich, die Heizanlagen in Betrieb zu nehmen und so einzustellen, dass sie für angenehme Raumtemperaturen sorgen.

Ab wann müssen Heizanlagen in Mietwohnungen einsatzbereit sein?

Gesetzliche Regeln für die Dauer der Heizperiode gibt es nicht“, sagt Rolf Janßen, Geschäftsführer des DMB Mieterschutzvereins in Frankfurt am Main. Es kommt darauf an, was dazu zwischen Mieter und Vermieter vereinbart ist. Gibt es in einem Mietvertrag hierzu keine Regelung, wird als Heizperiode allgemein die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April angesehen.

Muss es im Mietvertrag eine Angabe zur Mindesttemperatur in der Wohnung geben?

Nicht zwingend. Fehlt eine solche Angabe, dann wird eine Temperatur von mindestens 20 bis 22 Grad als ausreichend angesehen. „Wenn in einem Formularmietvertrag eine niedrigere Mindesttemperatur festgelegt ist, zum Beispiel 18 Grad, ist diese Regelung unwirksam“, so Janßen.

Ist es zulässig, dass in Mietverträgen eine bestimmte Heiztemperatur festgeschrieben ist?

Für den Mieter besteht keine grundsätzliche Heizpflicht, solange keine Schäden am Mietobjekt eintreten können. Drohen ein Einfrieren im Winter oder Feuchtigkeitsschäden, muss geheizt werden.

Haben Mieter einen Anspruch auf Mietminderung, wenn die Heizanlage nicht richtig funktioniert?

Nimmt der Vermieter die Heizanlage nicht in Betrieb oder kann der Mieter nur unzureichend heizen, besteht oft ein Recht zur Mietminderung. „Die Wohnung befindet sich damit nicht in vertragsmäßigem Zustand“, so Janßen. Die Höhe der Mietminderung hängt vom Einzelfall ab.

Gut zu wissen: Um Forderungen rechtlich geltend zu machen, sollte der Mieter im Beisein eines Zeugen in einer Tabelle dokumentieren, welche Temperatur in welchem Raum bei welcher Außentemperatur gemessen wurde.

Kann der Mieter Schadensersatz verlangen?

Ja, das ist möglich. Kommt der Vermieter trotz Abmahnung durch den Mieter seiner Pflicht zur Inbetriebnahme der Heizanlage nicht nach, kann der Mieter dem Vermieter etwa die Kosten für den Kauf eines elektrischen Heizofens in Rechnung stellen. Das gleiche gilt für den mit dem elektrischen Heizofen einhergehenden Stromverbrauch für rund zwölf Stunden täglich. „Darüber hinaus kann mangelhafte Beheizung den Mieter zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigen“, sagt Janßen.

Wie kann ein Mieter bei einer gemeinschaftlichen Heizanlage die korrekte Heizkostenabrechnung erfragen?

Hat der Mieter Zweifel an der Richtigkeit der Heizkostenabrechnung, muss der Vermieter ihn auf Wunsch die Originalberechnungsunterlagen einsehen lassen – das sind etwa Rechnungen, Lieferscheine und Quittungen. Der Mieter hat vor allem einen Anspruch darauf, neben seiner Einzelabrechnung auch die Gesamtabrechnung des Hauses zu prüfen. „Der Vermieter darf dies nicht unter Hinweis auf den Datenschutz verweigern“, sagt Janßen. Das gilt auch für Ablesebelege für die übrigen Wohnungen im Haus.

Kann ein Vermieter eine Wohnung auch ohne Heizung vermieten?

Ja. Allerdings ist es grundsätzlich Sache des Vermieters dafür zu sorgen, dass die Wohnung beheizbar ist. Das bedeutet: „Dem Mieter muss es durch entsprechende Vorrichtungen möglich sein, eigene Heizgeräte anzuschließen“, so Janßen.

Wo gibt es Hilfe?

Wer Probleme mit der Heizkostenabrechnung hat, kann sich bei Verbraucherorganisationen wie dem Deutschen Mieterbund oder den Verbraucherzentralen beraten lassen. Ein vom Bundesumweltministerium geförderter Heizspiegel mit bundesweiten Daten bietet eine erste Orientierung.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (0)