Hört bei Geld die Liebe auf?

Finanzregeln als Beziehungsretter | 19.05.2017

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Das Thema Geld in der Partnerschaft ist hochemotional. Abmachungen schonen deshalb nicht nur Nerven, sondern stärken auch die Liebe. Eines ist dabei unerlässlich: reden.

Wie Finanzregeln als Beziehungsretter dienen können.

Ob Unpünktlichkeit, die offene Zahnpasta-Tube auf dem Waschbecken, die herrenlosen Socken auf dem Boden oder die regelmäßigen Dramen vor dem Kleiderschrank. Es gibt viele Klischees, die Paare regelmäßig in mehr oder weniger ernste Krisen bringen.

„Schlechte Angewohnheiten“ sind dem Statistik-Portal Statista zufolge bei 38% der Deutschen der Auslöser für Streitereien in der Partnerschaft. Dicht gefolgt vom Thema „Unterschiedliche Auffassung von Ordnung und Sauberkeit“ (34%). Doch auch „Geldfragen“ haben bei 26% Konfliktpotenzial.

Kategorien gegen Streitereien

Damit die Harmonie rund um die Finanzen gar nicht erst ins Wanken gerät, empfiehlt Paartherapeut Michael Mary eine Kategorisierung von Geld in kühl, warm und heiß. Der Autor des Buchs „LiebesGeld –Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen“ beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten mit den Fallstricken innerhalb von Beziehungen. „Die Regeln haben sich verändert, rollenkonforme Regelungen sind quasi überholt“, sagt der Beziehungsexperte aus Hamburg. Das gilt natürlich auch für Geld.

Spätestens wenn es bei Paaren um ein gemeinsames Leben und damit auch um gemeinsame Ausgaben geht, ist es erforderlich, Abmachungen zu treffen. Sonst wird Geld schnell zum Konfliktthema, warnt Mary. Dafür hat er das Modell des kühlen, warmen und heißen Geldes erarbeitet.

Kühles Partnergeld

Kühl ist Partnergeld: Es hat nichts mit Leidenschaft zu tun, sondern mit Pflichten und Verlässlichkeit. Hier wird geregelt, wer was zum Paarprojekt beiträgt und wie die jeweiligen Beiträge ausgeglichen werden. Wenn die Frau ihre Karriere für Familie und Kinder hinten anstellt, dann muss ihr das anderweitig gut geschrieben werden. Ein Beispiel wäre finanziell oder mit Unterstützung in anderen Bereichen. Wenn der Mann weniger arbeitet, übernimmt er dafür mehr Aufgaben im Haus und in der Familie, wie zum Beispiel die Kinder von der Schule abzuholen.

Wichtig: Wer seinen vereinbarten Teil nicht erfüllt, darf dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine Möglichkeit, Diskussionen in Geldfragen zu vermeiden, ist ein gemeinsames Konto, auf das beide regelmäßig einen (ggf. unterschiedlichen) festen Betrag einzahlen und von dem bestimmte Kosten abgebucht werden.

Warmes Freundesgeld

Warm ist Freundesgeld: Es ist vor allem dann von Bedeutung, wenn einer über vergleichsweise mehr Geld verfügt und sich daher mehr leisten kann, wie zum Beispiel einen längeren Urlaub. Bei Freundesgeld geht es um das Wohl des anderen. Beispielsweise zahlt man einen größeren Anteil beim Urlaub. Im Gegensatz zum kühlen Geld wird warmes Geld nicht aufgerechnet und darf auch nicht eingefordert werden.

Wichtig: Es dient dem Ausgleich von Geben und Nehmen, wobei materielle Gaben durchaus mit nichtmateriellen Gaben ausgeglichen werden können. Nach dem Motto: „Du zahlst mehr, dafür organisiere ich den Urlaub.“

Schon einen konkreten Wunsch vor Augen? Dann bestimmen Sie mit dem Wunsch-Countdown doch gleich, wie schnell Sie am Ziel sind.

Umfrage:

Heißes Geschenkegeld

Heißes Geld ist geschenktes Geld: Es dient weder dem Leistungsausgleich noch ist es eine Gabe, es dient dem Ausdruck der eigenen Liebe. Deshalb können keine unterschwelligen oder insgeheimen Bedingungen daran geknüpft werden.

Wichtig: Heißes Geld bedeutet, dass es ein Geschenk ist und dafür nichts getan werden muss.

Reden hilft

Viele Streitereien rund ums Geld können vermieden werden, wenn die Partner darüber sprechen, wie ein bestimmtes Geld gemeint ist. Ist es Partner-, Freundes- oder Liebesgeld? Dient es dem Leistungsausgleich, ist es eine Gabe oder ein Geschenk? Jeder Streit, den man später gar nicht erst startet, ist es wert, die Romantikbrille für einen kühlen, warmen oder heißen Gedanken mal kurz abzusetzen – und danach wieder aufzusetzen.

Autor: ING-DiBa


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Kommentare (32)


Kommentare

Hans

28.06.2017

Soweit ich weiss kann bei einem gemeinsamen Konto Schenkungssteuer anfallen. Zwar nur bei über einen gewissen Freibetrag liegenden Beträgen, aber bei Auszahlung von Lebensversicherungen oder Erbschaften kann dieser Betrag schon mal überschritten werden.
Das Finanzamt betrachtet dann die Hälfte des Betrages als Schenkung an den anderen Kontoinhaber und versteuert dies.
Das spricht in solchen Fällen für getrennte Konten.


Petra

24.06.2017

Hallo W.Deussen ,Frage: was meinen sie mit BLÖDSINN ?


Mondtal

24.06.2017

Habe viel Kommentare gelesen. Bei uns war es bis vor zwei Jahren (33 Jahre) ganz witzig: Bei etwa gleichem Lohn gingen alle Festausgaben von meinem Konto ab, meine Mann behauptete immer, er gebe mehr für die Familie aus. Hab mich durchgesetzt, haben jetzt ein Wirtschaftskonto neben dem eigenen. ...Und siehe da, es sind jetzt schon meherere Tausend bei mir übrig geblieben!! Mein Diba- Tagesgeld freut sich... Nur schade, dass man nicht wirklich mehr Zinsen bekommt... Wenn ich früher über Geld reden wollte, hieß es immer, ich sei geldgierig.


Altedinger

23.06.2017

vermisse das Thema Gütertrennung und die steuerlichen Folgen bei Todesfall


Richard

23.06.2017

Klar, die bürgerliche Ehe und die postmoderne Partnerschaft bedürfen der Kalkulation, sie müssen sich rechnen und ich muss bedenken, wie ich bei Vertragsende gut rauskomme und wenn ich clever bin sogar noch meinen Schnitt mache. Wenn das im Leben meine Ziele sind, rechne ich klar durch, wo ich Urlaub, Smartphone und Sex am günstigsten beschaffe. Das geht mit einem eigenen Girokonto los und setzt sich über die Bürgschaft des Partners für meine Geschäfte fort und muss noch nicht bei der Übertragung seiner Vermögenswerte enden.....


Linda

22.06.2017

Hallo ich finde, dass jedes Paar das selber entscheiden soll. Ob ein gemeinsames oder getrenntes Konto für einen besser ist. Wir sind Verheiratet und haben getrennte Konten. Wir beide können auf alle Konten zugreifen. Und nur wegen der Ehe ein gemeinsames Konto einzurichten ist für uns nicht in Frage gekommen.
Ein Ehevertrag ist sinnvoll, da bei einer Scheidung meist der Konflikt festgefahren ist und man dem anderen nichts vergönnt.


ING-DiBa

22.06.2017

Hallo Frau Lassberg, meinen Sie ein Girokonto? Wenn beide Kontoinhaber die gleiche Adresse haben, sollte das eigentlich kein Problem sein. Am besten rufen Sie uns unter 069 / 34 22 24 an - die Kollegen können das sicherlich klären. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Thekla Lassberg

22.06.2017

Mein Lebensgefährte und ich wollen ein gemeinsame DiBa Konto einrichten, es wurde uns aber erklärt dass dies nicht möglich sei. Wurde dies nun geändert?
MfG
Thekla Lassberg


W.Deussen

22.06.2017

So einen Blödsinn über Ehe und Geld habe ich ( ingesamt über 40 Jahre verheiratet und bald zum 2. mal geschieden ) noch nie gelesen.


Beata

22.06.2017

Liebe und das liebe Geld! Meine Mutter hat immer gearbeitet ,eigne Wohnung und Haushalt gehabt und eignes Geld.Mit 54 Jahren hat sie das zweite mal geheiratet mit zugewien. Sie zog in eine andere Stadt, kümmertes sich um das Haus ihres Mannes um Haushalt, Garten usw.nun wurde ihr Mann Dementsprechend und nach 23 Jahren Ehe verstorben.Es wurde nichts geregelt,kein Vertrag,kein Testament.Der Sohn aus der erster Ehe mach ihr das Leben schwer.Er hat sich die vielen Jahre nicht um seinen Vater gekümmert, auch nicht wo sein Vater krank war(4 jahre).Meine Mutter ist jetzt 80 Jahre alt und steht vor Gericht mit ihm.Recht haben und recht bekommen - das ist immer so eine Sache. Meine Mutter hat wieder die Stadt verlassen - neue Wohnung, Haushalt neue Kontakte Eben neuer Anfang und alles was dazu gehört.Ich Trauer ihm nicht .Er spielt nur auf Zeit -80 Jahre -.Also doch lieber ein Vertrag oder besser ein Testament. !!!!aweg7


Richard

22.06.2017

Meine Liebste und ich leben seit 40 Jahren zusammen. Als Schüler und Studenten hatten wir nichts und jetzt leben wir im Wohlstand. Wir haben immer genug Sex und Gespräch. Geld ist wirklich das Allerletzte über was wir uns streiten würden. Wir haben wohl nur eine Regel: Die Liebe zuerst, der Rest findet sich. Geradezu eklig finden wir getrennte Konten....damit man sich heimlich ein Höschen oder einen Spoiler kaufen kann?


Jörg

21.06.2017

Mein Geld ist für den Alltag, das meiner Frau für größere Anschaffungen und den Urlaub. Klappt seit 26 Jahren super.


Peter

21.06.2017

Solange man zusammenleben will, sollte der, der mit Geld besser umgehen kann der Finanzminister sein. Getrenntes Geld, getrennte Konten sind in einer Ehe Unsinn.


H M

21.06.2017

Das Beste ist immer ein Ehevertrag, denn die wenigsten Partnerschaften halten bis zum Lebensende.


Jörg Rex

21.06.2017

Wir haben unter anderem ein gemeinsames Konto, um die fixen Kosten zu begleichen und den Urlaub zu finanzieren.


Gott

21.06.2017

Wo Die Liebe ist braucht man übers Geld nicht zu reden. Wir sind seit über 30 Jahren verheiratet und haben ein gemeinsames Konto schon immer gehabt. Wir würden niemals auf die Idee kommen über das Geld zu streiten. Eure Regeln, Abrechnungen, Pauschalen, Zuteilungen usw sind für mich krank und bedeuten nur dass ihr Egoisten seid und gar nicht heiraten solltet.


Birgit

21.06.2017

Der Autor hat das Thema auf den Punkt gebracht und tolle Tips gegeben, die wir uns in unserer Ehe hart erarbeiten mußten. Dafür haben wir jetzt die Bestätigung erhalten, dass wir es gut gemacht haben. Vielen Dank!


Koepp Jürgen

20.06.2017

alles ok


BARBARA

20.06.2017

Ich bin seit ca. 20 Jahren in 2. Ehe verheiratet. Wir sind beide Rentner.
Ich wollte aus Erfahrung keinen Zugriff durch meinen 2. Ehemann auf auf meine Konten und auch keinen Verfügung auf seine Konten..
Dann ist die Regelung der Gütergemeinschaft /Zugewinngemeinschaft ohne Ehevertrag jedoch sehr schecht.

u
zuichtet


Urs

19.06.2017

Ich finde ein gemeinsames Konto für Urlaub, Miete und die laufenden Kosten gut, worauf jeder monatlich seinen Anteil - je nachdem wer mehr verdient, sollte etwas mehr geben - darauf überweist. Ansonsten jeder noch ein eigenes Konto für Hobby's oder sich selbst was gönnen und natürlich zur Sicherheit. Das gemeinsame Konto werden wir anlegen, sobald mein Mann verdient. Geredet wird in unserer Ehe sehr offen über dieses Thema und über alles andere auch. Nur so verstehen wir uns bestens und etwaige Missverständnisse werden ausgeräumt :)
Die Tipps der Ing DiBa sind top :)


Tucanbird

15.06.2017

Seit unserer Heirat haben wir ein gemeinsames Konto da gehen beide Gehälter drauf. Davon wird alles bezahlt und per DA für Urlaub, Auto u.a. gespart. Der Rest wird 50:50 als "Taschengeld" sufgeteilt. Damit sind wir bis heute sehr gut gefahren und es gab noch nie Probleme ums Geld.


Mick

05.06.2017

Ehevertrag abschließen und hier alles regeln. Solange man sich liebt, kann man das. Andernfalls ist Ärger vorprogrammiert bei einer Trennung.


anonymus

01.06.2017

Da jeder eignes Geld haben sollte, hat sich das mit einem gemeinsamen Konto schon erledigt. Und Finanzregeln als Beziehungsretter zu betrachten, halte ich für Quatsch. Finanzregeln ja - aber nicht als Beziehungsretter !

Regeln sollte und muss es geben. Eigentlich kann ja jeder mit seinem Geld machen, was er will. Jedoch ist dies in einer Partnerschaft nicht so einfach.


Heidemarie Winter

31.05.2017

Die Finanzen mußte ich schon immer regeln und bis jetzt ist alles gut gelaufen. Es wird auch offen darüber gespochen.


Steffen

29.05.2017

Ich und meine Frau haben seit 7 Jahren ein gemeinsames Konto und eigene Konten. Auf das gemeinsame KOnto zahlen wir jeder einen Pauschalbetrag, der alle gemeinsamen Kosten deckt. Das erspart Abrechnung miteinander zum Beispiel für den Wocheneinkauf.
Ich möchte nicht, dass sich meine Frau für ein paar gekaufte Schuhe rechtfertigen muss, jeder sollte auch eigenes Geld haben.


Franz

28.05.2017

Meine Frau und ich haben seit 22 Jahren nur getrennte Konten. Ich überweise ihr monatlich einen festen Betrag als Haushaltsgeld. Auch das Kindergeld geht an meine Frau. Sie zahlt die Kosten für Nahrung und Kleidung in der Familie. Ich trage alle Ausgaben fürs Wohnen, die Mobilität, die Kommunikation und den Urlaub.
Mit dieser Regelung kommen wir bestens zurecht.


Reinhard

27.05.2017

Bin immernoch am lesen und Fragen beantworten. Hatte 2015 SHT nach Fahrradunfall und war froh , dass meine Frau (die Liebe) vieles für mich geregelt hat mit dem man von Versicherungen und Behörden "bombardiert" wird. Ich denke nach Ende der Reha werden wir klare Regeln treffen. Wenn ihr sowas passieren würde wäre ich in der Lage durchzudrehen und keine Hilfe.
ALLES WIRD GUT1 ;-)


Jan

27.05.2017

Das sind viel zu viele Regeln, finde ich. Ein gemeinsames Konto und einer von beiden plant. Dabei wird immer offen über die Finanzen gesprochen. Fertig. Man muss nur offen zueinander sein.


Anny

25.05.2017

Wir haben ein gemeinsames Konto und Geld es ist kein Tabu


Edith Dütsch

24.05.2017

Klare Regeln, schöne und wichtige Betrachtung zum Thema Geld.
Werde ich an meine Kinder als Empfehlung weitergeben.
Endlich habe ich zukünftig einen Namen für die " verschenkten Scheine" >> Heißes Geld <<<gefällt mir.
Vielen Dank.


Barbara M.

24.05.2017

Der Autor hat das Thema auf den Punkt gebracht und tolle Tips gegeben, die wir uns in unserer Ehe hart erarbeiten mußten. Dafür haben wir jetzt die Bestätigung erhalten, dass wir es gut gemacht haben. Vielen Dank!


saarprincess

19.05.2017

Guter Artikel - eine schöne und klare Betrachtung der verschiedenen Bedeutungen, die Geld in einer Beziehung haben kann. Jetzt weiß ich auch, warum mein Mann und ich keine Geldprobleme haben: wir haben bereits ein Konto für "kühles Geld"!