Altersvorsorge

Leibrente oder Auszahlplan – Was sich für wen eignet | 05.10.2018

Finanziell abgesichert im Alter

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Vier von zehn Deutschen planen, mindestens 100.000 Euro zu vererben. Das besagen Zahlen des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie „Erbschaften in Deutschland 2017“. Auch Langzeitsparer mit einer Lebensversicherung können in gewissen Fällen auf eine sechsstellige Summe hoffen. In Zeiten historisch niedriger Zinsen stellt sich aber immer wieder die Frage: In welcher Form kann ich von dem mir zur Verfügung stehenden Geld am besten profitieren? Bei welcher Variante können auch Nachkommen daran teilhaben und bei welcher wird das Kapital aufgebraucht?
Experten nennen in der Regel drei Varianten, wie sich Senioren mittels einer großen Summe, den Lebensabend finanziell angenehm gestalten könnten:

  • eine Leibrente,
  • einen Bank-
  • oder einen Fondsauszahlplan.

Aufgepasst: Wie so oft in finanziellen Dingen kommt es auf den Einzelfall an. Denn nicht alle Senioren werden über hohe Summen im Alter verfügen können. Im Folgenden daher eine Übersicht über die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen vorgenannten Varianten.

Leibrente: Lebenslange Auszahlungen garantiert – das aber zu einem hohen Preis

Vorteil: Das Geld kann in eine Versicherung eingezahlt werden, die entweder von sofort an oder erst zu einem späteren Zeitpunkt in monatlichen Raten ausgezahlt wird. Der Versicherer überweist jeden Monat den vereinbarten Betrag – bis die versicherte Person stirbt. Egal, ob Sie 70, 80 oder mehr als 100 Jahre alt werden. Selbst, wenn das eingezahlte Geld nach einer gewissen Zeit bereits aufgebraucht ist, bekommen Versicherungsnehmer ihre Leibrente bis zum Tod. "Die Leibrente ist somit eine Art Spekulation auf ein ziemlich langes Leben", sagt Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Leibrente in erster Linie eine Option für alle ist, die gesund sind und die davon ausgehen, richtig alt zu werden.

Nachteile: „Garantien gibt es nicht umsonst", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Versicherung lässt sich die lebenslange Garantie sowie die üblichen Provisionen bezahlen. Die entsprechenden Entgelte vermindern daher den Auszahlbetrag. In der Regel entnehmen die Versicherer ihre Kosten direkt am Anfang von der ursprünglich vorhandenen Summe. Ein weiterer Nachteil: Stirbt der Versicherungsnehmer doch sehr früh und ist das einmalig einbezahlte Kapital noch nicht aufgebraucht, kommt das Geld der Versichertengemeinschaft der jeweiligen Assekuranz zugute. Die Restsumme kann nicht vererbt werden. Hinzu kommt, dass Überschüsse womöglich geringer ausfallen als erwartet oder gegebenenfalls sogar ganz entfallen können. Dann besteht die Leibrente nur aus dem garantierten Teil.

Gut zu wissen: Immobilieneigentümer haben eine weitere Möglichkeit, das eigene Einkommen im Alter auch ohne Erwerbstätigkeit aufzubessern: Sie können das Eigenheim mit einer Umkehrhypothek oder einer Immobilien-Leibrente belasten. Informationen dazu finden Sie hier.

Bankauszahlplan: Auch Erben können profitieren

Vorteile: Beim Bankauszahlplan zahlt der Verbraucher zunächst einen Einmalbetrag an sein Geldhaus. Anschließend erhält der Sparer jeden Monat eine vertraglich vereinbarte Summe ausbezahlt. Im Internet gibt es unterschiedliche Rechner, mit deren Hilfe Szenarien durchgespielt werden können. Mit dem Ende der Laufzeit ist in der Regel das Kapital aufgebraucht, weitere Zahlungen gibt es nicht. Aber: Anders als bei der Leibrente geht das noch nicht ausbezahlte Kapital automatisch an die Erben über, wenn der Bankkunde vor Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit stirbt. Wichtig: Geht eine Bank pleite, sind die Gelder, die in einen Bankauszahlplan einbezahlt worden sind, bis zur in der EU-üblichen Höhe (zurzeit 100.000 Euro) durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Darauf weist Ralf Scherfling hin.

Nachteil: In Zeiten historisch niedriger Zinsen, lohnt es sich derzeit nur bedingt, eine größere Summe Geld langfristig festzulegen und dadurch nicht mehr autark darüber verfügen zu können.

Fondsauszahlplan: Nur etwas für risikobewusste Anleger

Vorteil: Wer mit mehr Risiko die Chance auf eine vielleicht höhere Rendite nutzen möchte, könnte auf einen Fondsauszahlplan setzen. Bei dieser Form kaufen Anleger Fondsanteile. Durch regelmäßige Verkäufe können sie, wenn alles gut läuft, eine Zusatzrente erzielen.

Nachteile: Dem Investor muss aber stets bewusst sein, dass eine höhere Rendite immer mit einem höheren Risiko einhergeht. Sinkende Kurse der Fonds bedeuten, dass das Geld bei unveränderter Entnahme nicht für den ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen ausreicht. Der Anleger muss sich in diesem Fall entscheiden, ob er gegebenenfalls die monatliche Entnahme reduziert oder sogar ganz aussetzt. Zusammengefasst bedeutet das: "Der Nachteil eines Fondsauszahlplans ist, dass es keine Garantien und keine lebenslangen Leistungen gibt", betont Morgenstern.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (7)


Kommentare

Jens Markwart

16.10.2018

@Renten Guru

Riester Rente? Ernsthaft? Diesen Betrug vermitteln mittlerweile selbst die abgekochtesten Makler nicht mehr. Sowas zu empfehlen ist schon extrem grenzwertig.


isotop

12.10.2018

zu: Nachteile der Leibrente
Es gibt Direktversicherer, die auch eine Witwe/Witwer Rente aus der ursprünglichen Rente anbieten.


Renten Guru

09.10.2018

Man sollte seine Rente auf mehrere Füße stellen:

1) Eigene Immobilie (Wohnung, Bungalow oder kleines Haus)
2) Riester-Rente (Fondsparplan)
3) vielleicht noch private Rente (Fondsparplan)
4) früher Lebensversicherung - jetzt? Hmmm, muss man prüfen - wenn dann zur Familienabsicherung oder Partner eine Risikolebensversicherung.
5) Aktien
6) Für Risikobewusste vielleicht Immobiliencrowdfunding - wobei die Immobilienpreise ja mal runter gehen sollen, auf der anderen Seite wird immer gebaut, hmmm....mal beobachten.
7) Und / Oder etwas in eine Betriebsrente.


Klara

09.10.2018

@Arthur
Klingt gut...ich würde 3 Fonds nehmen mit Entnahmeplan.
100% Aktienfonds damit was rein kommt, 60% Aktien 40% Anleihen damit was reinkommt und etwas sicher ist und einen 100% Anleihen damit ich abgesichert bin.
Dann immer wieder wenn der Aktienfonds gut plus hat, etwas in den zweiten und oder dritten Fonds umbuchen.


KHGS

08.10.2018

Was würden Sie mit einer größeren Geldsumme machen?

In Ausschüttende ETFs investieren mit monatlicher oder vierteljährlichen Ausschüttung.


Hias

08.10.2018

Was würden Sie mit einer größeren Geldsumme machen?

In Dividendentitel investieren und ein dauerhaftes passives Einkommen durch Dividenden anstreben, möglichst ohne Substanz anzugreifen (=Aktienverkäufe).
Solange die AG nicht gerade pleite geht, sind in diesem Fall auch sinkende Aktienkurse relativ irrelevant.


Arthur

05.10.2018

Was würden Sie mit einer größeren Geldsumme machen?

In Ausschüttende ETFs investieren mit monatlicher oder vierteljährlichen Ausschüttung.