Grünes Investment

Aktien und Fonds für nachhaltige Geldanlagen | 01.09.2017

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© Erikona – iStockphoto.com

Immer mehr Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit und immer mehr Aktionäre investieren bewusst in ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen. Das ist gut für die Öko-Bilanz und: Nachhaltige Investitionen haben Potenzial auf gute Renditen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in unserem Alltag immer präsenter. Immer mehr Verbraucher wählen beispielsweise beim Einkauf bewusst Produkte, die aus einer nachhaltigen Bewirtschaftung stammen, vermeiden Plastikverpackungen, wo dies möglich ist und trennen Müll, der sich nicht vermeiden lässt, um möglichst viel davon zu recyceln. Wer konsequent nachhaltig leben möchte, sollte sich seine Öko-Bilanz nicht durch Investitionen in wenig nachhaltige Geldanlagen, etwa in die Betreiber von Kohlekraftwerken, zerstören.

Nachhaltige Geldanlagen stärker gefragt

Die gute Nachricht: Der Deutsche Derivate Verband bestätigt im Mai 2017 ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Der Anteil der 3.300 Befragten, für die ethisch-ökologische Aspekte bei der Geldanlage einen hohen Stellenwert haben, stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 18,9%. Etwas mehr als ein Viertel der Umfrageteilnehmer wollte diese Kriterien künftig für nachhaltige Geldanlagen in Betracht ziehen. Bei den Befragten handelt es sich in der Regel um gut informierte Anleger, die als Selbstentscheider investieren.

Im Frühjahr 2017 befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bremen 1.056 Anleger über 18 Jahre zu Nachhaltigkeitsstandards bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Dabei sprachen sich 74% der Befragten für die Einführung ethisch-ökologischer Mindeststandards bei staatlich geförderten Rentenprodukten aus. Die Hälfte fand zudem, dass grundsätzlich alle Altersvorsorgeverträge Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen sollten. Beide Studien zeigen: Nachhaltige Geldanlagen sind gefragt.

Passende nachhaltige Geldanlagen finden

Eine steigende Zahl an Unternehmen unterschiedlichster Branchen räumt der Nachhaltigkeit inzwischen einen immer größeren Stellenwert ein und berichtet in regelmäßigen Abständen über Initiativen und ihr Engagement in diesem Bereich. Wer sein Geld in nachhaltige Geldanlagen wie eine Aktie, ETF oder einen anderen Fonds anlegen möchte, kann solche Berichte gut als Informationsquelle zu Nachhaltigkeitskriterien nutzen.

Keine Zeit oder Lust, die nicht selten mehr als 100 Seiten umfassenden Berichte zu wälzen, um nachhaltige Geldanlagen zu finden? Hier kommen Investmentfonds ins Spiel. Bei einem Fondsinvestment entscheidet der Fondsmanager, wo und wie er investiert. Inzwischen sind in allen wichtigen Fondsgruppen wie Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds oder ETFs genügend Produkte, bei denen die Manager ethische, ökologische, oder soziale Maßstäbe für passende Aktien ansetzen.

Nachhaltige Investitionen: Produkte, Strategien und Beratungskonzepte

Da es bislang keine allgemeingültigen Nachhaltigkeitskriterien gibt, ist jeder selbst gefordert, sich vor einer Geldanlage im Fondsprospekt über ein grünes Anlageprofil mit nachhaltigen Auswahlkriterien des jeweiligen Investmentfonds zu informieren. Alternativ können sich Anleger bei der Bank oder unabhängigen Beratern informieren oder Unterstützung holen. Die Herangehensweise Aktien, ETFs oder Fonds zu finden, die am besten zu den eigenen Maßstäben an ethisch-ökologische und nachhaltige Geldanlagen passen, ist ganz unterschiedlich:

  • Nachhaltige Unternehmen auswählen:
    Eine Möglichkeit in nachhaltige Geldanlagen zu investieren, besteht darin, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die sich innerhalb ihrer Branche durch ein besonders hohes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit auszeichnen. Das können z.B. ein Halbleiterproduzent sein, der stromsparende Computerchips herstellt, oder ein Softwareentwickler, dessen Programme ein effizientes Energiemanagement ermöglichen. Nachhaltig arbeitet ein Vorstand, der sich nicht auf einen kurzfristig starken Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis sondern einen langfristigen Unternehmenserfolg fokussiert. Dies schließt den verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit Ressourcen mit ein, was bedeutet: Nicht allein mit Rohstoffen, sondern auch mit Mitarbeitern verantwortungsbewusst umzugehen. Stichwort Work-Life-Balance. Der Vorteil eines so handelnden Unternehmens? Die verstärkte Konzentration auf nachhaltige Geschäftsmodelle verspricht ein nachhaltiges Wachstum – und das hilft wiederrum Anteilseignern von nachhaltigen Geldanlagen.
  • Ausschlusskriterien definieren:
    Für nachhaltige Geldanlagen ist es sinnvoll, bestimmte Unternehmen oder Branchen von einem Investment auszuschließen, die nicht nach entsprechenden Maßstäben handeln. Das können Unternehmen sein, die fossile Brennstoffe – allen voran Kohle – fördern. Unethisch sind beispielsweise Rüstungsfirmen, die Kriegswaffen produzieren oder solche, die mit Verstößen gegen Arbeits- oder Menschenrechte auffallen. Betreiber von Atom- oder Kohlekraftwerken fallen etwa unter das ökologische Ausschlusskriterium und passen nicht zu nachhaltigen Geldanlagen.
  • Staaten auf den Prüfstand stellen:
    Nachhaltigkeitskriterien lassen sich nicht nur bei Unternehmen und dessen Aktien oder Unternehmensanleihen prüfen. Das gilt genauso für Staaten und staatliche Anleihen wie z.B. ein Rentenfonds. Gängige Ausschlusskriterien bei nachhaltigen Geldanlagen sind die Verletzung von Menschenrechten, Kinderarbeit oder die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit. Ein wichtiger Standard für nachhaltige Geldanlagen sind Maßnahmen zum Klimaschutz wie z.B. die Ratifizierung des Pariser Übereinkommens zum Klimaschutz vom Dezember 2015. Tipp: Beschränkt sich ein passender Fonds auf eine bestimmte Region wie z.B. Europa, ist es unter dem Gesichtspunkt der Risikoverteilung sinnvoll, einen weiteren Fonds mit einem Anlageschwerpunkt in einer anderen Region hinzuzunehmen.

Nachhaltige Geldanlagen sind bei ETFs und Zertifikaten möglich

Die aufgrund ihrer günstigen Kostenstruktur beliebten ETFs decken das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls ab, indem sie die Entwicklung von Nachhaltigkeitsindizes großer Indexanbieter wie MSCI oder Dow Jones nachbilden. Hierbei entscheiden die Indexanbieter darüber, welche Unternehmen in den jeweiligen Index kommen. Aktionäre erkennen nachhaltige Geldanlagen, wie zum Beispiel ethisch-korrekte und ökologische ETFs, anhand der Bezeichnungen ESG (Environmental, Social and Governance), Sustainability oder Socially Responsible. Darüber hinaus ist es für Anleger möglich, mit Indexzertifikaten in Nachhaltigkeitsindizes von Anbietern wie STOXX oder Solactive nachhaltig zu investieren.

Aufgepasst: Wer mittels Indexzertifikaten in Nachhaltigkeitsindizes investiert, sollte das Emittentenrisiko im Hinterkopf behalten.

Nachhaltigkeit contra Performance?

Zwar lassen sich allein anhand historischer Wertentwicklungen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung von nachhaltigen Investitionen ziehen. Eine Analyse des Verbrauchermagazins Finanztest (Ausgabe 07/2017) zeigt jedoch, dass nachhaltige Geldanlagen nicht zulasten der Performance gehen. Beispielsweise erzielten Aktien, ETFs und andere Fonds, die in verantwortungsbewusste Unternehmen aus dem Euroraum investierten, auf Sicht von fünf Jahren eine jährliche Rendite zwischen 13 und 14%. Zum Vergleich: Ein Investment in den DAX hätte in den vergangenen fünf Jahren eine jährliche Rendite von 12,2% gebracht.

Tipp: Frei von Risiken sind nachhaltige Geldanlagen natürlich nicht. Fonds, die Geld und Anteile anhand ethischer und ökologischer Kriterien investieren, unterliegen wie jede andere Geldanlage an der Börse Kursschwankungen. Wer sein Depot nachhaltig und sauber ausrichten möchte, kann Risiken verteilen, indem er verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Geldmarktangebote von ethisch handelnden Banken berücksichtigt.

5-Jahres-Chart DAX (Monatsbasis, 1 Kerze = 1 Monat)

Hinweis: Historische Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen.
Quelle: tradesignalonline, Stand: 17.08.2017

Tipp: Frei von Risiken sind nachhaltige Anlagen natürlich nicht. So unterliegen auch die Anteile von Investmentfonds, die anhand ethischer und ökologischer Kriterien investieren, Kursschwankungen. Wer sein Depot ethisch und ökologisch sauber ausrichten möchte, sollte daher Risiken verteilen, indem er verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Geldmarktangebote von ethisch handelnden Banken berücksichtigt.

Autor: Natascha Derbort


Ihre Meinung

Kommentare (16)


Kommentare

Karlos

08.01.2019

Nachhaltige Produkte? Bisher habe ich gesehen würde ich mehr Gebühren etc. zahlen, als Gewinn machen.
Sprich ich spende ein Haufen Geld in Form von Gebühren an die jeweilige Bank oder so.

Da wäre Crowdfunding besser...so wie ich unten gelesen haben mit der GLS Bank als Partner bzw. Mitkreditgeber.


Roland

31.10.2018

Seit Mai 2018 keine Antwort auf die Frage nach nachhaltigen Produkten der Diba.
Schade.
Die diba hätte die Möglichkeit sich von anderen Banken abzugrenzen.
Dann doch der Wechsel zu GLS oder Triodos Bank.


ING-DiBa

28.05.2018

Hallo Hannes, Danke für den Wunsch - diesen geben wir gerne an die zuständigen Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Hannes

28.05.2018

@ ING DiBa

Wie wäre es wenn ihr mal Produkte anbieten würdet und nicht nur groß darüber schreibt?!?!?!

Nehmt Euch als Beispiel die GLS, Triodoros Bank, .....

Habe "plant.b" auf ZDF gesehen, dort wurde dann über die GLS + Kundencrowdfunding in creaPaper investiert, so 1,2 Mio. Hälfte Bank, Hälfte Kundencrowdfunding, was innerhalb kurzer Zeit voll war.
creaPaper macht Pellets für die Papierherstellung, welche aus 40% Gras bestehen - Material der Zukunft? Aber da haben auch Kunden Crowdfunding Interesse und Vertrauen, wenn sogar die Bank eigenes Geld investiert - klar ist Crowd ein nachrangiges Darlehen und kann verloren gehen, aber hey, wo ist heut zu tage kein Risiko mehr?
Und bevor ich verar***t werde von Vermittlern und anderen und mein Geld verliere, riskiere ich lieber den Verlust des Geldes für eine "gute" Idee.

Also FAKT:
DiBa bietet nachhaltiges Investment an und wie GLS in Verbindung mit Crowdfunding!!!!

Das bringt viele Kunden - klar werden wieder diejenigen die vielleicht Geld verlieren sollten jammern und klagen, aber hey....die Leute klagen ja heute schon wenn sie die Augen zu machen, über die Autobahn rennen und zum invaliden gefahren werden.


Jonas

19.04.2018

@ Günter Helmhold

NICHTS MEHR!
Laufen nur noch Aktien und z.B. Crowdfunding - Risikoreich - mit 3 bis 8 Prozent Verzinsung.


ING-DiBa

19.02.2018

Hallo Günter Helmhold, schauen Sie am besten einfach mal hier: www.ing-diba.de/sparen/tagesgeld/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Günter Helmhold

17.02.2018

Wieviel Zinsen gibt es z.Zt. auf Guthaben?


Frank Kaufmann

09.11.2017

@Albrecht
Da gebe ich Dir recht, hätte ich auch gerne.
Der muss ja viel Geld haben, wenn man bedenkt, dass der Staat einem vom Gewinn 25% Steuern abzieht, nachdem der Freistellungsauftrag über 801 Euro ausgeschöpft ist.


Albrecht

12.10.2017

Gerne hätte ich von Herrn Borkner-Delcarlo einige praktische Tips gelesen.


Dr. Olaf Borkner-Delcarlo

29.09.2017

Ich halte jegliche Art von Fonds für un brauchbar, um eine vernünftige Einkommensplanung zu gewährleisten.

Wenn man in Fonds, oder auch ETF's investiert, dann kauft man Unternehmensteile, die man gar nicht haben möchte. Und dem Einwand, man könne damit etwaige Verluste minimieren halte ich entgegen, man minimiert damit leiser auch mögliche Gewinne.

Die einzige Methode ein Vermögen aufzubauen, sind Einzeltitel und wenn möglich keine europäischen, speziell deutsche. Die Aktien- und Dividendenkultur in Deutschland ist einfach zu schlecht.

Ich weiß wovon ich rede, ich lebe von Dividendeneinnahmen und das bereits seit mehr als 30 Jahren.


Sagstetter

15.09.2017

Ein investmentfond käme für mich nie in frage, weil ich seinen inhalt und die konditionen nicht komplett verstehen kann.
Meine grundregel: investiere nur in aktien oder andere sachwerte, wenn du es deinem 8jährigen in 3 sätzen erklären kannst.
Da bleibt nicht viel übrig......anleihen und fonds gehören nicht dazu ! :-)


ING-DiBa

07.09.2017

Hallo Rüdiger H., am besten rufen Sie einmal die Kollegen unter 069 / 50 60 30 50 an. Die werden Ihnen bestimmt direkt weiterhelfen können. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Rüdiger H.

06.09.2017

Haben Sie auch ethisch-ökologische Anleihen im Angebot? Ich bitte um Beispiele mit niedrigen Aufgabeaufschlägen.


Rüdiger H.

06.09.2017

Auf doch vergleichsweise kleinem Raum habe ich grundlegende Infos bekommen zu ethisch-ökologischen Investments . Gut, sehr gut. Bei der Konkurrenz (Santander) war es auch mit einer Vorbereitungszeit von vier Wochen nicht möglich hierüber angemessene Infos zu erhalten. Sie wollten hauruck - mäßig ihren neuen 3%-Fond verkaufen.


Peter

01.09.2017

Gute Informationen


Mark

01.09.2017

Richtig ist, dass die Kriterien für nachhaltige Fonds nicht einheitlich festgelegt sind und daher von jedem Fonds-Anbieter anders ausgelegt werden. Schauen Sie mal in den Rechenschaftsbericht eines solchen Fonds. Höchstwahrscheinlich werden Sie darin auch Wertpapiere von Unternehmen finden, die Sie selbst nie und nimmer als nachhaltig bezeichnet hätten. Die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Fonds ist also untrennbar mit der Glaubwürdigkeit der Fonds-Anbieter verbunden. Banken, die ein durchgängig nachhaltiges Geschäftsmodell haben und gleichzeitig eigene Fonds anbieten, sind die GLS Bank und die Triodos Bank. Beide Banken bieten übrigens auch Wertpapier-Depots, Sparprodukte oder Girokonten und eignen sich für Menschen mit Interesse an Nachhaltigkeit als Hausbank.