Online-Vermögensverwaltung

Geldanlage der Zukunft: Bequem den Algorithmen beim Arbeiten zusehen | 08.11.2017

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© ING-DiBa

Es ist der Traum vieler Anleger: Einen professionellen Berater wählen, Geld überweisen und sich zurücklehnen. Konnte das in der Vergangenheit eher für gut betuchte Anleger in Erfüllung gehen, hat jetzt jeder, der möchte, Zugang zu einer professionellen Vermögensverwaltung – die Digitalisierung macht´s möglich.

Worum geht es bei der Online Vermögensverwaltung?

Die Online-Variante der Vermögensverwaltung wird auch als „Robo-Advisor“ bezeichnet. In der Realität handelt es sich aber nicht um einen Roboter, sondern um automatisierte Computerprogramme mit standardisierten Anlagelösungen, sogenannte Algorithmen, entwickelt von menschlichen Experten aus Fleisch und Blut. Eingebettet in eine Onlineplattform sollen sie Anlegern dabei helfen, die Geldanlage zu vereinfachen und zu optimieren.

Die ersten Unternehmen, die sich auf die digitale Vermögensverwaltung spezialisierten, wie z.B. Betterment, wurden 2008 in den USA gegründet. In Deutschland wurden die ersten Online-Vermögensverwaltungen in den Jahren 2014 bis 2016 gegründet, wie z.B. Scalable Capital, LIQID oder Whitebox. Und der Markt boomt: Nach einer aktuellen Studie von Oliver Wyman vertrauen immer mehr Anleger ihr Geld den Robo-Beratern an. Marktführer in Deutschland ist Scalable Capital, die mehr als 500 Millionen Euro für über 15.000 Kunden verwalten.

Wie genau läuft die Online-Vermögensverwaltung ab?

Vom Ablauf her unterscheidet sich die Online-Variante von der klassischen Variante der Vermögensverwaltung nicht wesentlich. Wie bei einem Beratungsgespräch in einer Filiale werden Sie im Rahmen der Geeignetheitsprüfung nach dem Wertpapierhandelsgesetz zunächst zu Ihrer finanziellen Situation, Ihren Anlagezielen, Ihrem Kenntnisstand im Umgang mit verschiedenen Anlageklassen, dem beabsichtigten Anlagehorizont und natürlich zu Ihrer Risikobereitschaft befragt.

Haben Sie die Fragen beantwortet, werden Ihnen mehrere Anlagestrategien vorgeschlagen, die verschiedene Anlageklassen (Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Geldmarkt) und Regionen (z.B. Nordamerika, Europa, Asien, Japan) berücksichtigen. Die Gewichtung orientiert sich dabei an Ihrem Anlegerprofil und der Ihnen zugeordneten Risikokategorie. So wird der Algorithmus einem Anleger mit hoher Risikobereitschaft einen höheren Aktienanteil im Depot vorschlagen und bei Anlegern mit geringer Risikobereitschaft verstärkt auf als sicher geltende Anlagen, wie Anleihen von Staaten mit bester Kreditwürdigkeit setzen. Ist die Strategie gewählt, wird sie bei den meisten Anbietern über ETFs umgesetzt, deren Anteile ein Algorithmus vollautomatisch kauft und verkauft.

Tipp: Sollten Sie nachträglich feststellen, im Hinblick auf den Umgang mit Kursschwankungen doch etwas zu optimistisch gewesen zu sein, können Sie die Anlagestrategie jederzeit anpassen und eine niedrigere Risikokategorie wählen. Umgekehrt ist, nach erneuter Geeignetheitsprüfung, auch der Wechsel in eine höhere Risikokategorie möglich.

Welche Möglichkeiten bietet eine Online-Vermögensverwaltung?

Die Möglichkeit sein Geld von programmierten Bits und Bytes verwalten zu lassen, bietet einige interessante Vorteile:

  • Zeitersparnis

Ein wesentlicher Vorteil ist die Zeitersparnis. Statt eines Beratungsgesprächs in der Bankfiliale sind die Fragen zu Anlagezielen und Risikobereitschaft am PC oder Tablet schnell beantwortet – völlig zeit- und ortsunabhängig.

  • Kleine Anlagebeträge und Sparplan möglich

Die Online-Vermögensverwaltung ist schon mit relativ kleinen Anlagebeträgen möglich, die je nach Anbieter zwischen 0 und 10.000 Euro variieren. Für eine klassische professionelle Vermögensverwaltung wird dagegen oftmals eine mindestens sechsstellige Anlagesumme gefordert. Neben den privatanlegerfreundlichen Beträgen für die Einmalanlage offerieren viele Anbieter ihren Kunden auch die Möglichkeit einen Sparplan einzurichten und monatlich eine bestimmte Summe (z.B. 50 Euro) in die gewählte Anlagestrategie zu investieren.

  • Objektive Produktauswahl

Anders als viele Bankberater sind die digitalen Vermögensverwalter in ihrer Produktauswahl völlig frei und können die ETFs wählen, die am besten zur jeweiligen Strategie passen. Finden Algorithmen einen ETF, der sich dafür besser eignet, nehmen sie automatisch eine Anpassung vor.

  • Risikostreuung und Anpassung an Marktlage

Ein wesentlicher Aspekt bei der Zusammenstellung des Depots ist die Risikostreuung über mehre Anlageklassen hinweg. Dadurch kann die schwächere Wertentwicklung einer Anlageklasse oder Region durch die positive Wertentwicklung andere Anlageklassen oder Regionen abgemildert, im Idealfall sogar mehr als ausgeglichen werden. Zugleich wird das Depot durch die Algorithmen fortlaufend optimiert. Ändert sich die Marktlage oder verschiebt sich die Gewichtung einzelner Anlageklassen, erfolgt eine automatische Anpassung, um die Zielvorgaben der jeweiligen Strategie einzuhalten.

  • Disziplinierte Verfolgung des Anlageziels

Die automatische Anpassung bei veränderter Marktlage zeigt einen weiteren Vorteil auf: die disziplinierte Umsetzung der einmal gewählten Anlagestrategie. Zwar kann die Zusammenstellung eines ETF-Depots auch ein erfahrener Privatanleger vornehmen. Allerdings ist er jeden Tag aufs Neue seinen Emotionen ausgesetzt. Und diese können gerade in Zeiten allgemeiner Euphorie oder eines überbordenden Pessimismus schwer zu kontrollieren sein. Für den Algorithmus ist dies kein Thema. Werden bestimmte Toleranzen überschritten reagiert er automatisch.

  • Niedrige Kosten

Durch den Verzicht auf Berater, Analysten und Filialen sowie den Einsatz kostengünstiger ETFs ist die Online-Vermögensverwaltung sehr günstig. Bei den meisten Anbietern belaufen sich die jährlichen Gebühren auf weniger als 1 Prozent des verwalteten
Vermögens. Darin enthalten sind die Gebühren für die Verwaltung des Vermögens sowie die Abwicklung der ETF-Käufe und Verkäufe durch die jeweilige Bank. Hinzu kommen die Kosten für die ETFs, die allerdings nicht gesondert in Rechnung, sondern direkt im Kurs der ETFs berücksichtigt werden.

  • Hohe Flexibilität

Bei Online-Vermögensverwaltungen gibt es in der Regel keine festen Laufzeiten, die Verträge können jederzeit gekündigt werden.

  • Sicherheit im Insolvenzfall

Die Online-Vermögensverwalter arbeiten mit Banken als Partner zusammen, bei denen der Kunde ein entsprechendes Konto einrichtet. ETFs sind, wie auch Investmentfonds, rechtlich „Sondervermögen“. Das bedeutet für Sie: Zur Sicherheit wird Ihre Investition strikt getrennt vom Vermögen der Online-Vermögensverwaltung oder der Bank, so dass Sie immer darauf zugreifen können – auch im Falle einer Insolvenz.

Welche Risiken muss ich berücksichtigen?

Frei von Risiken ist die Online-Vermögensverwaltung natürlich nicht. Je nach Risikoeinstufung müssen Sie bereit sein, mehr oder weniger starke Kursschwankungen auszuhalten. Zwar sind die Anbieter bestrebt, durch Diversifikation und komplexe Risikomodelle in ihren Algorithmen auf die jeweilige Marktlage automatisch zu reagieren und das Risiko von Kursverlusten zu begrenzen. Allerdings zeigte sich während der Finanzkrise, dass es Zeiten gibt, in denen viele Anlageklassen gleichzeitig fallende Kursnotierungen verzeichnen.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der digitalen Vermögensverwaltung noch um einen relativ jungen Bereich der Geldanlage handelt und das Umfeld insbesondere an den internationalen Aktienmärkten in den letzten Jahren sehr günstig war. Zwar gab es immer wieder einmal Phasen mit sinkenden Kursnotierungen. Der letzte große Bärenmarkt, ausgelöst durch die Finanzkrise, liegt jedoch schon fast 10 Jahre zurück. Die Feuertaufe steht den Algorithmen also noch bevor. Dies umso mehr, da sich die Berechnungen der Modelle auf Kursentwicklungen in der Vergangenheit stützen. Und diese sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Da sich die künftige Entwicklung nicht vorhersagen lässt, besteht zugleich das Risiko, dass die Erwartungen an die prognostizierten Renditechancen enttäuscht werden, z. B. weil der Markt nach einem Kurseinbruch längere Zeit benötigt, um auf neue Höhen vorzustoßen, als gedacht.

Tipp: In der Vergangenheit hat es sich oft ausgezahlt, in Wertpapiere langfristig anzulegen und nicht auf kurzfristige Effekte zu setzen. Daher sollte auch bei der Online-Vermögensverwaltung mit einem langfristigen Anlagehorizont (mindestens 5, besser 10 bis 20 Jahre) geplant werden.

Ihr Weg zur Online-Vermögensverwaltung

Bleibt die Frage, für wen sich diese Art der Vermögensverwaltung eignet? Mit Blick auf die bisherigen Ausführungen für jeden, der sich mit einer automatisierten Form der Vermögensverwaltung anfreunden kann, wohl wissend, dass er selbst die Zielvorgaben für die jeweilige Anlagestrategie bestimmt. Eine Form der Geldanlage, die insbesondere auch Frauen ansprechen dürfte, denen in Sachen Geldanlage ja ein rationaleres Vorgehen nachgesagt wird als den männlichen Anlegern. Aber sicher gibt es auch beim starken Geschlecht genug Anleger, die sich mit dem Gedanken anfreunden können, die Rolle eines entspannten Zuschauers einzunehmen und den Algorithmen beim Arbeiten zuzusehen.

Interessiert? Die ING-DiBa bietet Ihnen ab sofort die Möglichkeit, ihr Vermögen online verwalten zu lassen – vom Marktführer Scalable Capital. Ihre Vorteile:

  • Sie haben 2 Partner: Die ING-DiBa führt Ihr Depotund Verrechnungskonto. Scalable Capital erstellt Ihr Portfolio und steuert Käufe oder Verkäufe vollautomatisch.
  • Weltweit gestreut: Scalable Capital investiert für Sie ausschließlich in ETFs – kostengünstige Indexfonds, die weltweit in verschiedene Anlageklassen streuen.
  • Anlagebetrag: Ab 10.000 Euro können Sie bei Scalable Capital einsteigen.
  • Jederzeit kündigen: Die Online-Vermögensverwaltung hat keinerlei Laufzeit oder Kündigungsfrist.
  • Niedrige Gebühren: Sie zahlen 0,75% Gebühren Ihres verwalteten Vermögens pro Jahr.

Unter www.ing-diba.de/wertpapiere/online-vermoegensverwaltung/ finden Sie weitere Informationen und können direkt loslegen.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (14)


Kommentare

ING-DiBa

20.11.2017

Hallo Herr Sanantonio, informative Daten und Fakten finden Sie auf diesem Link: www.ing-diba.de/wertpapiere/online-vermoegensverwaltung/, eine direkte Verlinkung zu Scalable ist dort ebenfalls zu finden. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Francesco Sanantonio

19.11.2017

Verlinken Sie mal die durchschnittliche rendite der letzten Jahre?


Hans Langer

18.11.2017

Also mein persönlicher RoboAdvisor heißt "ETF auf den S&P500". Das macht der ganz toll und schon ganz lang und für nur 0,09% p.a. und sogar mit 'scalable' Beträgen! ;) Und mein RoboAdvisor sagt mir gerade "das machst Du richtig so, mehr brauchst Du nicht!


Tobias Walter

17.11.2017

RoboAdvisors sind nicht für jeden was. Ist auch nicht schlimm. Es steht jedem frei mit Kleinstbeträgen auf dem eigenen Depot zu handeln. Wobei die DIBA für kleinere Beträge leider zu teuer ist.
Darüber hinaus ist die Rendite von Scalable eher schwach, wenn man bedenkt welchen Kurszuwachs manche Fonds haben. Gibt welche mit fast 200% in 5 Jahren. Das macht kein Roboadvisor nach.


Henry Bockmüller

14.11.2017

@ING-DiBa

Sie antworten mir mit Sparplänen bzw. aktiv gemanagten Fonds.
Ging es hier aber nicht um Scalable - RoboAdvisor? Also maschinell geführte Fonds?
Ist doch jetzt ein unterschied oder nicht?
Und wenn sowieso eine maschine alles macht...warum dann so Hohe Einstiegsbeträge?


Klara Mühlberger

14.11.2017

Die Anlage müsste ab 500,00 bzw. 1.000,00 Euro möglich sein, um auch sparen zu können.
Viele haben doch kaum was übrig, wie sollen die mal Vermögen aufbauen?
DiBa sollte eine Bank werden, die auch den sehr kleinen die Möglichkeit gibt ein Vermögen auf zu bauen oder wenigstens was für eine anständige Rente.
Es sollen nicht immer nur die Großverdiener, Vermögenden und Millionäre zu Geld kommen.


ING-DiBa

13.11.2017

Hallo Herr Bockmüller, im Vergleich zu anderen Vermögensverwaltungen, ist der Einstiegswert von 10.000 Euro bei Scalable Capital schon sehr niedrig. Natürlich haben wir auch für kleinere Anlagesummen aktiv gemanagte Fonds und ETFs mit attraktiven Konditionen. Oder wie wäre es mit einem Wertpapier-Sparplan? Bei diesem können Sie schon ab 50 Euro im Monat investieren. Schauen Sie mal unter www.ing-diba.de/wertpapiere/wertpapier-sparen/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Jan

11.11.2017

Wenn ich mal 10k über habe überlege ich mir das. Dann seh ich ob mein eigenes ETF Depot besser oder schlechter läuft. Die Erstanlage sollte für Diba Kunden ruhig ein wenig geringer sein.


Henry Bockmüller

10.11.2017

@ ING-DiBa
Der durchschnittliche Marktwert...also wenn alles fällt, dann sind auch die Gebühren niedriger? Sollte dann wohl so sein.

Und wie sieht es jetzt aus? Wie wäre es mit einer Einstiegsmöglichkeit bei RoboAdvisor mit 2.500 Euro oder besser weniger?
Wieso kann DiBa nicht Geld mehrer Kunden einsammeln, dass einer einfach mal nur so 100 Euro anlegt um zu sehen wie es geht oder monatlich und DiBa legt für die Körbchen-Kunden bei Scalable die 10.000 Euro an, sobald die zusammen sind bzw. mehr?

Ich habe keine 10.000 Euro, geschweige denn 1.000 Euro übrig....wenn es gut geht 50 Euro im Monat oder vielleicht 100 Euro und 5 Monate warten dann 500 Euro.
Alle anderen Anlagesummen sind utopisch...lest Ihr Euro eigenen Artikel nicht bzw. die Nachrichten?
7 Millionen Deutsche sind überschuldet, dass sind ca. 9%.
Jeder 5. Deutsche ist armutsgefährdet.


ING-DiBa

09.11.2017

Hallo Ole, Grundlage für die Gebührenberechnung ist der durchschnittliche Marktwert des verwalteten Vermögens pro Jahr. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Ole

09.11.2017

0,75% vom verwalteten Kapital ist ie Jahresgebühr. Das Kapital schwankt jedoch stark, wird im Optimalfall am Ende des Jahres höher als am Anfang des Jahres sein. Was ist die Grundlage?


Carsten Noth

09.11.2017

Eine Sparplanmöglichkeit ist bei Scalable vorhanden. Die 10 Riesen muss man aber dennoch vorher als Einlassgebühr vorgelegt haben


Hans-Jürgen Peschke

09.11.2017

Je länger man diesen Artikel liest, umso überlegenswerter ist die Möglichkeit dieser Online-Vermögensverwaltung, da der personelle Aufwand auf der Suche nach dem "richtigen" ETF viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Ernüchterung folgt kurz vor Ende des Artikels. Nicht jeder kann mal eben 10.000 € oder mehr aus der Portokasse
finanzieren. Da wird sich der Kleinanleger wohl lieber selber um sein Erspartes kümmern müssen. Schade.


Frank Kaufmann

08.11.2017

Die Einstiegssumme von 10.000 Euro und selbst 5.000 Euro ist für viele zum anlegen oder testen zu hoch.
2.500 Euro sind auch eine stolze Summe, die man erst mal ersparen bzw. haben muss. Es fehlt auch die Sparplanmöglichkeit....