Orderwege

Handeln, gewusst wo: Börse vs. Direkthandel | 07.02.2019

Orderwege

© ING-DiBa AG

Viele Wege führen nach Rom, so viel ist allgemein bekannt. Und genauso, wie sich die italienische Hauptstadt auf verschiedenen Wegen erreichen lässt, können Anleger auch den Kapitalmarkt auf unterschiedlichem Weg erreichen: zum einen über den Handel an der Börse, zum anderen über den Direkthandel. Beide Varianten haben ihre speziellen Vorteile.

Handel an der Börse: reguliert, überwacht, liquide

Die Hauptaufgabe einer Börse besteht darin, das Angebot an und die Nachfrage nach Wertpapieren zusammenzuführen und die Preisbildung zu koordinieren. Bei der ING können Anleger Wertpapiere unter anderem an allen Börsen in Deutschland (Xetra, München, Frankfurt, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Hamburg/Hannover) ordern. Während die Handelszeiten dabei weitgehend angeglichen sind (8 bis 20 Uhr, Stuttgart 8 bis 22 Uhr), hat jede der Börsen beim Handel mit Anlageprodukten einen Schwerpunkt. Wer beispielsweise Aktien ausländischer Unternehmen handeln möchte, kann die Börse Berlin als Handelsplatz bevorzugen, deren Produktschwerpunkt Auslandsaktien bilden. Bei der Börse Stuttgart liegen die Schwerpunkte neben Aktien auch bei Anleihen und mit dem Handelssegment EUWAX bei Zertifikaten und Hebelprodukten.

Wer sich für die Aufgabe eines Kauf- oder Verkaufsauftrags an einer deutschen Börse entscheidet, kann sich sicher sein, dass der Handel reguliert ist und die Einhaltung der Handelsregeln durch eine Börsenaufsicht überwacht wird. Die Aufsicht wird in Deutschland von der jeweils zuständigen Börsenaufsichtsbehörde des Landes ausgeübt. Beim Handel über die Börse genießen Anleger zudem den Vorteil einer hohen Liquidität, d.h. im Normalfall sollte der Kauf oder Verkauf von Wertpapieren jederzeit möglich sein. Je nachdem, um welche Art von Wertpapieren es sich handelt, sollte bei der Wahl der Börse deren Produktschwerpunkt berücksichtigt werden.

Als weitere Vorteile des Handels über die Börse sind eine hohe Markttransparenz und ein höherer Schutz vor etwaigen Marktpreismanipulationen zu nennen. Um den ordnungsgemäßen Handel sicherzustellen, verfügt jede Börse über eine Handelsüberwachungsstelle. Anleger, die den Verdacht hegen, dass es bei der Preisfeststellung oder beim Handel an einer Börse zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, können sich zur Klärung des Sachverhalts an die jeweilige Handelsüberwachungsstelle wenden.

Direkthandel: größerer Handlungsspielraum, geringere Kosten

Im außerbörslichen Handel werden Wertpapiere direkt von einem bestimmten Handelspartner gekauft oder an diesen verkauft. Im Gegensatz zur Börse handeln Anleger hierbei direkt beim jeweiligen Handelspartner, ohne Umweg über einen Kursmakler der Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenführt. Dadurch lassen sich Kosten sparen, denn es fallen weder Courtage noch Gebühren für die Nutzung eines Börsenplatzes an. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Flexibilität. So kann im Direkthandel in der Regel von 8 bis 22 Uhr gehandelt werden, an den meisten Börsen nur von 8 bis 20 Uhr.

Einige Einschränkungen bestehen dagegen bei der Überwachung des Handels. Der Handel von Aktien, Anleihen und ETFs wird von der Handelsüberwachungsstelle der Tradegate Exchange beaufsichtigt, Fonds unterliegen der Beaufsichtigung durch die Handelsüberwachungsstelle der Börse Gettex. Für den Handel mit Hebelprodukten und Zertifikaten gibt es jedoch keine offizielle Handelsaufsicht. Des Weiteren sollten Anleger trotz einer höheren Flexibilität beim Direkthandel berücksichtigen, dass die Preisspannen für An- und Verkäufe von Wertpapieren außerhalb der Xetra-Handelszeiten (9 bis 17:30 Uhr) möglicherweise ungünstiger sind als während des Xetra-Handels. Sollte es aufgrund besonderer Umstände einmal zu nicht marktgerechten Preisen kommen, kann die Order aufgehoben werden. In diesem Fall kommen die sogenannten Mistrade-Regelungen zur Anwendung. Dabei hat jeder zur Verfügung stehende Handelspartner seine eigenen Regelungen zum Umgang mit einem Mistrade. Die Regelungen finden Anleger in der Handelspartner-Übersicht der ING.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, lässt sich ein Ziel oft auf unterschiedliche Weise erreichen. Welcher Weg für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren gewählt wird, muss jeder Anleger letztlich für sich selbst entscheiden. Je nachdem, worauf es bei einer Order gerade ankommt, dienen Kriterien wie die Handelszeiten, Kosten oder eine hohe Liquidität dabei als wichtige Entscheidungshilfen.
Weitere Informationen finden Sie hier

Autor: ING-DiBa AG


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Kommentare (2)


Kommentare

ING

13.02.2019

Hallo Trader, vielen Dank für Ihr Feedback. Wir geben es gern an die Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Trader

12.02.2019

Statt den Kunden Börsenweisheiten und Orderwege näher zu bringen sollte die ING erst einmal ihre Kunden zufrieden stellen und zB mal die Anzahl der ausländischen Börsenplätze erhöhen. Einzig USA ist da etwas wenig. Trotz Brexit wäre London und auch Australien sicherlich sinnvoll. So könnte man dann vielleicht die Anzahl der Kunden und Trades anheben und muss nicht den treuen Bestandskunden noch die Gebühren erhöhen.