Kostenfresser Plastik

Plastikfasten – so schonen Sie Umwelt und Geldbeutel | 18.04.2017

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Plastik ist eine Belastung für unsere Gesundheit und die Umwelt. Wir zeigen, wieso und wie Sie Ihren Plastik-Konsum einschränken können und so nicht nur Ihren Geldbeutel entlasten.

Plastik begegnet uns häufig als Helfer im Alltag – tatsächlich stellt der lebensvereinfachende Stoff aber eine Belastung für unsere Gesundheit und die Umwelt dar. Wir zeigen Ihnen, wieso und mit welchen Maßnahmen Sie Ihren Plastik-Konsum sinnvoll einschränken und so nicht nur Ihren Geldbeutel entlasten.

Verzichten Sie derzeit auf Plastik?

Warum ist Plastik überhaupt gefährlich?

Plastik stellt nicht nur eine Gefahr für unsere Umwelt dar, vielmehr ist der Stoff auch eine Gesundheitsgefahr für uns Menschen. Grund hierfür sind sogenannte Weichmacher, die in unsere Nahrungskette gelangen können. Diese und ähnliche Verbindungen sind meist unsichtbar und geruchlos und somit kaum identifizierbar. Sie gelten jedoch als krebserregend und können, so eine Risikobewertung der EU-Kommission, auch das Erbgut eines Menschen verändern und Unfruchtbarkeit verursachen. Das Umweltbundsamt rät: Möglichst auf mit Weichmachern versetzte Kunststoffe, vor allem auf Weich-PVC, zu verzichten

Ein Verzicht ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern spart auch Geld: Eine amerikanische Studie von Trucost im Auftrag von UNEP und „The Plastic Disclosure Project“ kam zu dem Ergebnis, dass ganze 75 Milliarden US-Dollar im Jahr als Plastik- Kosten in die Konsumgüterindustrie fließen. Davon ist der größte Anteil (23%) der Lebensmittelindustrie zuzuschreiben.

Daher rät auch das Umweltbundesamt, man solle auf Naturprodukte oder zumindest Produkte mit beispielsweise Polyethylen (PE) als weniger schädliches Plastik ausweichen. Wir zeigen Ihnen in fünf simplen Tipps, wie Sie Ihren Plastik- Konsum verringern und so bares Geld sparen können

Fünf Tipps zur Plastik-Vermeidung

  1. Leitungswasser statt Plastikflaschen: Leitungswasser kann man in ganz Deutschland fast überall bedenkenlos trinken. Das Bundesministerium für Gesundheit und das Umweltbundesamt berichteten zuletzt im Jahr 2015, dass 99 bis 100% der 2011 bis 2013 untersuchten Trinkwasserproben in Deutschland als einwandfrei galten. Wer also einfach auf Plastikflaschen verzichtet und stattdessen ein paar wieder-befüllbare Glasflaschen benutzt, erspart seinem Körper die ungesunden Schadstoffe.
  2. Stofftasche statt Plastiktüte: Eine Alternative zu Plastiktüten sind wieder verwendbare Stofftaschen, die nahezu unendlich lang halten und dabei wirklich preiswert sind. Gerade jetzt, wo viele Geschäfte ihre Tüten nur noch verkaufen, statt sie gratis anzubieten, lohnt sich eine solche Anschaffung. Obwohl das bereits viele Menschen umsetzen, benötigt der Durchschnittseuropäer laut Stiftung Warentest jedes Jahr knapp 200 Plastikbeutel. Die Deutschen liegen mit etwa 71 Plastiktüten pro Jahr zwar deutlich unter dem Durchschnitt, dennoch strebt die EU-Kommission bis 2025 europaweit 40 Tüten pro Kopf an.
  3. Leere Schraubgläser nutzen: Schraubgläser werden oft entsorgt – dabei können sie so vielseitig sein: Frischhaltefolie, Alufolie, Plastiktütchen oder billige Plastikdosen können einfach durch sie ersetzt werden! Sie eignen sich ideal zur Aufbewahrung oder zum Transport von Lebensmitteln. Brotboxen aus Edelstahl, Glas und sogar Holz sehen nicht nur cool aus – sie kommen ohne Plastik aus, sind langlebig und schadstofffrei. Auch als Ordnungssysteme im restlichen Haushalt lassen sie sich gut wiederverwenden.
  4. Seife am Stück statt aus dem Spender: Flüssigseife aus einem Plastikspender ist zwar praktisch und bequem, am Ende bleibt jedoch nur der Müll. Ganz simpel und ohne Plastik geht es auch mit einer Stückseife. Diese bekommt man oft komplett ohne Plastikverpackung. Außerdem gibt es sogar spezielle Naturseifen, die für Haut und Haare geeignet sind – so spart man sich Duschgel und Shampoo. Auch Haushaltsmittel wie Kokosöl gelten derzeit als vielfältig einsetzbares Wundermittel, was die Körperpflege betrifft.
  5. Kochlöffel aus Holz statt aus Plastik: Besonders bei billigen Küchenutensilien, die beim Kochen erhitzt werden, können sich winzige Partikel und Schadstoffe lösen, die letzten Endes auf unserem Teller und somit in unserem Körper landen. Holz ist hier eine gute Alternative – oft halten die Küchenutensilien auch länger.

Mit all diesen Tipps entlasten Sie langfristig nicht nur Ihr Portemonnaie, Sie schonen auch die Umwelt und nicht zu vergessen: Ihren eigenen Körper und Ihre Gesundheit!

Autor: Sharon Schießler



Ihre Meinung

Kommentare (7)


Kommentare

notting

21.04.2017

good luck to your health.
I wish I would stay plastic free


notting

20.04.2017

0. Plastikflaschen sparen auch Gewicht und sind sicherer (Scherben!).
1. Wenn in 99% der dt. Haushalte das Wasser gut genug ist, bedeutet das, dass in 400.000 dt. Haushalten das Wasser problematisch ist! (außerdem hat's keine Kohlensäure wg. der man das meistens kauft).
2. IIRC hat die Jutetasche immernoch eine schlechtere Umweltbilanz wg. dem Energieverbrauch bei der Produktion.
3. In leere Schraubgläser passt i.d.R. kein Kuchenstück. Außerdem geht viel selbstgemachte Marmelade kaputt, weil die alten Schraubdeckelgläser (was auch immer da ursprüngl. drin war) nicht mehr dicht sind. Außerdem gilt sinngemäß auch 0.
4. Wie oft habe ich schon eckligen Dreck an Seifenstücken oder deren Unterlage gesehen. Ist das hygienisch?!
5. Aus Holzlöffeln können sich auch Holzsprieße lösen oder der Löffel bei zu hohen Temperaturen ungesunde Stoffe erzeugen!

notting


Rudolf Popp

20.04.2017

Der Plastikmüll wird von skrupellosen Geschäftemacher in den Entwicklungsländern ins Meer gekippt. Wir haben zur Entsorgung und Recycling die gelbe Tonne. Der Müll wird nicht ein Gramm weniger, wenn wir in Deutschland uns ins Mittelalter versetzen lassen. Vielleicht verlangt auch noch ein Grüner vom anderen Stern, dass wir auf die WAssertoilette verzichten sollen - es wäre mit Abstand der größte Umweltschutz!


Markus

20.04.2017

Ich finde es gut und richtig, die ganzen Plastiktüten zu verbannen. Ich habe seit Jahren immer einen Stoffbeutel dabei und somit hat sich nichts für mich geändert, als der Handel eine "Abgabe" für die Plastiktüte eingeführt hat. Aber was mich daran aufregt ist, dass in vielen Läden versucht wird, Profit daraus zu machen und eine Tüte nun teilweise auch mal 40 Cent kostet, wenn man doch mal mehr kauft...


J. Hengstmann

19.04.2017

Über eine Preisregelung kann man dies positiv beeinflussen und den
Kostenuplift dem Umweltschutz zugute kommen lassen.


Daniel

19.04.2017

Wieso verbietet man nicht einfach den Verkauf von Plastiktaschen im Supermarkt?
Entweder die Leute haben ihre Taschen dabei oder Pech gehabt und in diesem Fall vergessen sie ihre Taschen beim nächsten Mal bestimmt nicht !


PetraGrobeiß

18.04.2017

Man könnte meinen Plastikvermeidung ist was ganz Neues. Die Discounter machen einen riesen Aufriss, dass es bei Ihnen nur noch Papier- oder Baumwoll-Beutel gibt. Hallo ... wo leben die den??
Jute statt Plastik klingelt es da nicht??
Ich benutzte Baumwolltaschen schon immer, manche sind so verwaschen, dass nicht mehr zu erkennen ist für wen sie ursprünglich Reklame gelaufen sind. Oder ich hab sie mit der Nähmaschine geflickt und sie haben Stoffflicken.