Bußgeld ja oder nein?

Soviel kann Schule schwänzen kosten | 04.07.2018

Armut und Reichtum in Deutschland

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Unsere Finanzfrage im Juli: Kostet Schule schwänzen Geld?

Oft nicht, manchmal ja!
 
In Deutschland gibt es eine allgemeine Schulpflicht. Wer sich nicht dran hält oder als Erziehungsberechtigter nicht dafür sorgt, dass schulpflichtige Kinder in die Schule gehen, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
 
In der Regel wird Schwänzen durch Gespräche oder pädagogische Maßnahmen schulintern geklärt. Wenn sich die Fehltage trotzdem häufen, kann die Schule aber als letztes Mittel die zuständige Behörde (zum Beispiel das Schul- oder Ordnungsamt) informieren. Dann kann ein Bußgeldverfahren drohen.
 
Bußgelder fürs Schule schwänzen beginnen bei wenigen Euro pro Tag und können im Extremfall bis zu 2.500 Euro erreichen. Die genaue Höhe der Bußgelder legen die Städte und Kommunen fest, sie müssen sich dabei aber an die Schulgesetze der jeweiligen Bundesländer halten.
 
Beispiel Hessen: Ertappte Schulschwänzer beziehungsweise ihre Eltern müssen laut hessischem Schulgesetz einen Tagessatz in Höhe von fünf bis 15 Euro als Strafe zahlen. Bei Verstoß gegen die Schulpflicht im Zusammenhang mit den Schulferien ist ein Mindestsatz von 100 Euro pro Tag fällig – bei mehr als sechs Tagen beträgt der Mindestsatz sogar 150 Euro.
In Berlin haben einige Schulen vergangenes Jahr aber auch gar keine Bußgelder mehr verhängt. Grund war, dass dies oft sozial schwache Familien trifft, die ohnehin unter der Situation leiden.
2013 wurde eine Mutter in Berlin wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sogar zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, nachdem ihr Sohn an fast 1.000 Tagen die Schule geschwänzt hatte.
Vor den Pfingstferien 2018 entlarvte die Polizei an bayerischen Flughäfen 20 Familien, bei denen Kinder zu Gunsten eines früheren Ferienstarts unerlaubt aus der Schule genommen wurden.

Autor: Ben Bernard


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Margit Z.

08.07.2018

Die Lebensumstände erlauben, ob man Geld für später ansparen kann. Alleingelassene Frauen mit Kindern können nur von Urlaub, Ruhe und Respekt in der Gesellschaft träumen. Doch kümmern sie sich um die Weiterführung der Gesellschaft und den Rentenzahler von Morgen. Die Frauen selbst landen in Altersarmut - aber hier sage ich nichts Neues.
In Malle war ich noch nie - nicht einmal in Paris. Arrogante Kommentare regen mich nur auf. Bitte mehr Sachlichkeit!


Andreas Lindenau

06.07.2018

Viele Leute haben in der Jugend nichts gespart ,weil sie dreimal im Jahr nach Malle
fahren mußten. Wenn dann im Alter kein Vermögen vorhanden ist, tut mir das irrsinnig
leid. Ich schwöre mir dann immer, keinesfalls zu viel Steuern zu bezahlen, weil das Geld wird doch nur mutwillig verschwendet, das soll bei mir keinesfalls passieren.