Sparpotenzial nutzen

Wie Sie Haushaltshilfen von der Steuer absetzen | 20.03.2017

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© Konstantin Yuganov - fotolia.com

Beschäftigen Sie eine Haushaltshilfe? Wie Sie Arbeitskosten von der Steuer absetzen und alle Sparpotenziale optimal nutzen, erfahren Sie hier.

Sind in einer Familie beide Elternteile berufstätig, bleibt oft wenig freie Zeit für die Arbeiten im Haushalt. Was Familienmitglieder nicht mehr selbst erledigen können, wird gern an externe Dienstleister abgegeben. Steuerpflichtige können dabei mit der Unterstützung durch den Fiskus rechnen.

Ob Putzhilfe, Fensterputzer, Kinderbetreuung oder Betreuung von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen – haushaltsnahe Dienstleistungen können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Paragraph 35a des Einkommensteuergesetzes sieht nämlich Steuerermäßigungen vor bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. Selbst Gartenarbeiten innerhalb der eigenen Grundstücksgrenze können angeführt werden.

In meinem Haushalt ...

Anmeldung als Minijob

Arbeitet die Haushaltshilfe nicht auf eigene Rechnung, muss ein Beschäftigungsverhältnis angemeldet werden. Wer Putzfrau oder Handwerker unangemeldet für sich arbeiten lässt, macht sich strafbar. Und der Helfer ist dann bei einem etwaigen Unfall nicht versichert. Steuervorteile können den Aufwand aufwiegen. Für eine Reinigungskraft mit einem monatlichen Lohn von beispielsweise 175 Euro sind monatlich circa 25 Euro Sozialversicherungsbeiträge fällig. Dagegen stehen rund 35 Euro Steuerersparnis (20% der Kosten) pro Monat.

Was kann ich maximal absetzen?

Die Beschäftigung einer Putzhilfe auf Minijob-Basis kann bis zu 510 Euro Steuerersparnis bringen. Des Weiteren sind Rechnungen von selbstständigen Haushaltshilfen, Pflegepersonal oder Kinderbetreuern zu 20% (bis zu 4.000 Euro pro Jahr) absetzbar. Darüber hinaus dürfen Kosten für Handwerkerleistungen im Haushalt zu 20% (bis zu 1.200 Euro) steuermindernd geltend gemacht werden. Insgesamt also maximal 5.710 Euro.

Was ist zu beachten?

Zum Abzug kann man nur anführen, was nicht bereits anderweitig steuerlich geltend gemacht wurde, und das nur in dem Jahr, in dem der Aufwand entstanden ist. Maßgeblich ist das Datum der Überweisung. Unverheiratet in einem Haushalt lebende Partner können die Aufwendungen nur einmal pro Haushalt absetzen.

Fiskus und Handwerkerrechnungen

Beim Finanzamt können qualifizierte Handwerkerleistungen wie etwa Malerarbeiten, Fliesenverlegung und Fernsehreparatur steuermindernd angesetzt werden. Das gilt für Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht aber für die Materialkosten. Der maximale Abzugsbetrag liegt hier bei 1.200 Euro. Wichtig: Die Aufwendungen sind dem Finanzamt auf Nachfrage durch detaillierte Rechnungen und Überweisungsbelege beziehungsweise Kontoauszüge nachzuweisen.

Wie funktioniert die Anmeldung?

Entweder hilft der Steuerberater beim Anmelden der Haushaltshilfe, oder man sucht die Minijob-Zentrale im Internet auf und erhält dort weitere Informationen und erledigt das selbst online.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps, die eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen können. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Aktualisiert am 20.03.2017

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (1)


Kommentare

Kai

22.03.2017

Im Artikel fehlt noch der Hinweis, dass man als Mieter anhand eines separaten für die Steuererklärung gedachten Belegs mit den anteiligen Kosten (z.B. Grünanlagenpflege, Hausmeister) in der Betriebskostenabrechnung des Vermieters solche Dienstleistungen ebenfalls absetzen kann, auch ohne dass man diese selbst beauftragt hat.