Steuertipp Umzug: So packt der Fiskus mit an!

Wann Sie Umzugsausgaben von der Steuer absetzen können | 12.01.2018

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Kisten schleppen, Möbel kaufen und aufbauen – Umzüge sind nicht nur anstrengend für die Nerven, sondern auch für den Geldbeutel. Unter bestimmten Voraussetzungen greift Ihnen der Staat aber unter die Arme. Denn manche Kosten können Sie von der Steuer absetzen.

Neuer Job - neues Glück

Wenn Sie beruflich veranlasst umziehen, können Sie bestimmte Kosten von der Steuer absetzen. Laut Finanzamt besteht eine berufliche Veranlassung, z.B. wenn

  • Sie Ihren Arbeitgeber wechseln, 
  • Sie zum ersten mal eine berufliche Tätigkeit aufnehmen,
  • sich Ihre Fahrtzeit zur Arbeit um mindestens eine Stunde verkürzt, 
  • Sie von Ihrem Arbeitgeber versetzt werden,
  • die Verlegung Ihres Hausstandes an den Beschäftigungsort zur Beendigung einer berufsbedingten doppelten Haushaltsführung führt. 

Die Kosten dafür können Sie als Werbungskosten geltend machen. Dabei werden die tatsächlich entstandenen Kosten für Beförderungsauslagen anerkannt. Dazu zählen Spediteur, Mietfahrzeug und Reisekosten (z.B. Verpflegungsaufwendungen). Aber auch Mietentschädigungen, wenn Sie zeitweilig doppelt Miete zahlen mussten, oder andere Auslagen (z.B. Maklergebühren).
 
Hat Ihr Arbeitgeber die Umzugskosten aber steuerfrei erstattet, können Sie diese nicht mehr anrechnen lassen – der Werbungskostenabzug entfällt.

Nur Bares ist Wahres – hier nicht!

Für alle sonstigen Umzugsausgaben gewährt der Gesetzgeber eine Umzugskostenpauschale. Dieser Pauschbetrag beträgt seit Februar 2017 für Ledige 764 Euro und 1.528 Euro für Ehe- oder Lebenspartner. Lebt eine weitere Person mit im Haushalt (Kind oder sonstiger Verwandter), erhöht sich die Pauschale um 337 Euro pro weitere Person.
 
Ist Ihr Umzug privat veranlasst, lassen sich aber z.B. Arbeitskosten der Spedition auch von der Steuer absetzen – nämlich als haushaltsnahe Dienstleistungen. So können Sie bis zu 20% der Kosten pro Jahr, höchstens aber 4.000 Euro, anrechnen lassen und Ihre Steuerschuld damit mindern.

Noch ein Tipp: Lassen Sie sich vom Dienstleister immer eine Rechnung vorlegen und zahlen Sie diese nicht bar, auch nicht gegen Quittung. Überweisen Sie den Betrag besser und reichen Sie Rechnung und Kontoauszug zusammen mit Ihrer Steuererklärung ein. 

Kommunikation ist alles

Außerdem: Beziehen Sie Ihren Arbeitgeber mit ein!
Sprechen Sie mit ihm über eine Kostenübernahme. Ein steuerfreier Auslagenersatz durch den Arbeitgeber ist für Sie immer günstiger als der Ansatz von Werbungskosten.
 
Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Sandra

15.01.2018

Rainer Rebhan, steht doch drin!


Rainer Rebhan

03.09.2016

Ich vermisse Ausführungen dazu, ob Umzugskosten nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzbar sind.