Policen beim Hausbau

Mit den richtigen Versicherungen sparen | 04.04.2018

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© Ridofranz - istock.com

Ohne Versicherungen geht es beim Hausbau nicht. Mit einigen Policen lassen sich oft sogar Kosten sparen, mindestens aber schützen sie vor Kostenexplosionen. Voreilig sollte man diese aber nicht abschließen.

Aus der Mietwohnung aus- und ins Eigenheim einziehen: Davon träumen viele. Doch oft muss das Haus erst noch gebaut werden. Leider sind finanzielle Risiken nicht gänzlich auszuschließen. An einigen Versicherungen kommen Häuslebauer nicht vorbei, um unerwartete Kostenlawinen zu vermeiden.

Bauherrn-Haftpflichtversicherung

Diese Police ist ein Muss. Sie sichert die gesetzliche Haftpflicht eines Bauherrn ab. Stürzt etwa ein Baukran auf den Gehweg und verletzt dabei einen Spaziergänger, kommt die Bauherrn-Haftpflichtversicherung für alle Kosten und Forderungen auf. „Als Mindestversicherungssumme sind drei Millionen Euro zu empfehlen“, sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes (BSB) in Berlin. Wer gut versichert sein will, sollte eher fünf Millionen Euro in Betracht ziehen.

Die Police sollte allerdings keinesfalls voreilig abgeschlossen werden. Einige Privathaftpflichtversicherungen sichern die Haftpflichtrisiken eines Bauherrn bereits mit ab. Sie sollten daher rechtzeitig vor Baubeginn Ihre bestehenden Versicherungsverträge prüfen. Wichtig ist vor allem die Mindestversicherungssumme. Möglicherweise ist ein Wechsel zu einer anderen Privathaftpflichtversicherung günstiger als der Abschluss einer zusätzlichen Bauherrn-Haftpflichtversicherung.

Übrigens: Der Versicherungsmanager Clark hilft Interessierten dabei, die passende Police für den Hausbau zu finden, bestehende Versicherungsverträge auf Sparpotenzial zu überprüfen und erledigt bei einem Wechsel auch den Papierkram. Ein Online-Bedarfscheck gibt zudem Auskunft, ob der aktuelle Versicherungsschutz zur Lebenssituation passt. Bei Fragen rundum bestehende und neue Verträge stehen jederzeit Versicherungsexperten per Chat, E-Mail oder Telefon zur Verfügung. Auch die Schadensabwicklung übernimmt der Online Versicherungsmanager.

Feuer-Rohbauversicherung

Auch diese Police ist notwendig. Schlägt im Rohbau der Blitz ein, bricht dort aus welchen Gründen auch immer ein Feuer aus, oder kommt es zu einer Explosion, zahlt die Versicherung. „Beim Abschluss kann der Bauherr einiges an Geld sparen“, erklärt Becker. Schließt er etwa eine Wohngebäudeversicherung ab, die Brand, Blitzschlag und Explosion ab Fertigstellung des Bauwerks versichert, bieten die meisten Versicherer die Feuerrohbauversicherung kostenlos mit an.

Bauleistungsversicherung

Diese Police ist empfehlenswert. Die Versicherung zahlt bei mutwilligen Beschädigungen durch Unbekannte, bei Diebstahl von Gebäudebestandteilen wie Dachziegeln oder Rohren und bei Unwetterschäden. Wer will, kann den Versicherungsschutz um weitere Risiken erweitern – etwa Überschwemmungen. Wie hoch die Beitragshöhe ist, hängt von den Baukosten ab.

Fertigstellungssicherheit

Mal angenommen die bauausführende Firma muss während der Bauphase Insolvenz anmelden. In einem solchen Fall ist der Häuslebauer gezwungen, ein anderes Bauunternehmen zu beauftragen, den Hausbau zu Ende zu führen. Das Risiko: Es wird teurer. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB, Paragraph 650m, Absatz 2) hat der Bauherr einen Anspruch auf eine Fertigstellungssicherheit in Höhe von fünf Prozent der Bausumme durch den Unternehmer. Diese Fertigstellungssicherheit kommt zum Zuge, wenn der Bauunternehmer zahlungsunfähig wird. Sie soll die damit verbundenen zusätzlichen Kosten abdecken.

Auf drei Wegen kann die Fertigstellungssicherheit gestellt werden:

  • Der Bauherr behält von den ersten Abschlagszahlungen so lange das Geld ein, bis fünf Prozent der Bausumme zusammen sind. Mit der Abnahme des Bauwerks muss der Bauherr diese Sicherheit allerdings zurückgeben.
  • Der Bauunternehmer übergibt eine Bürgschaft über die entsprechende Summe an den Bauherrn.
  • Der Bauunternehmer schließt eine Fertigstellungsversicherung über die Bausumme zugunsten des Bauherrn ab.

Der Bauunternehmer hat ein Wahlrecht, auf welche Weise er die Sicherheit leistet. Entscheidet er sich für eine Fertigstellungsversicherung, kann er den Bauherrn an den Kosten beteiligen. Auf Hausbauer können so bis zu drei Prozent der Bausumme zukommen.

Tipp: Ist eine solche Versicherung abgeschlossen, wird diese oft in der Gesamtrechnung aufgeführt. Sie kann im Vertrag aber auch unter „allgemeine Geschäftskosten“ stehen.

Baugewährleistungsversicherung

Auch diese Police ist wichtig und die Baufirma sollte sie vorweisen können. Kommt es in der Gewährleistungszeit – in der Regel beträgt sie fünf Jahre nach der Bauabnahme – zu einem Mangel, den die Baufirma aufgrund einer Insolvenz nicht mehr beheben kann, springt die Baugewährleistungsversicherung ein. Es ist Sache des Bauunternehmens, die Police vor Beginn des Bauprojekts entweder in Form einer Versicherung oder einer Bürgschaft abzuschließen – der Bauherr sollte darauf achten.
 
Gut zu wissen: Das Unternehmen kann die Kosten der Versicherung nicht auf den Bauherrn umlegen.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Sabine

16.04.2018

Das Problem sind die zur Zeit völlig überzogenen Kaufpreise von Immobilien. Wenn Du zu diesem Zeitpunkt eine Finanzierung über 15 bis 20 Jahre abschließt und nach diesem Zeitpunkt eine Anschlussfinanzierung benötigst, wird das Objekt neu bewertet. Da stellt sich die Frage, ob das Objekt den Wert hat, den es zum Zeitpunkt des Kaufs gehabt hat und wie hoch die Zinsen zu diesem Zeitpunkt sind. Nur eine Steigerung von 0,05 % reicht, um eine Finanzierung ins Wanken zu bringen. Aufgrund der günstigen Zinsen werden Käufe abgeschlossen, die meines Erachtens schon sehr nahe an der Spekulationsgrenze liegen.


Hans

04.04.2018

@Olli
Klar wäre Eigentum (zum selber drin wohnen super) - aber wie ich schon ausführte - nicht mehr finanzierbar ohne massiv eigenes Eigenkapital.
Bin froh das ich die Wohnung habe. Jetzt wäre es nicht mehr finanzierbar, auch die Mieten - irre - und bei mir im Ort die Mieten "Ach Du, sch****".
1 Zimmer kostet schon 500 bis 700 Euro.
2 Zimmer kostet schon 650 bis 900 Euro.
3 Zimmer kostet schon 800 bis 1.500 Euro.


Olli

04.04.2018

@ Hans
Der Markt überhitzt langsam. Allerdings sind jetzt gerade die Geburtenstarken Jahrgänge am Zug. Das wird auch noch ca. 5 Jahre so bleiben. Daher steigen die Kosten für Wohnraum, egal ob Neubau oder Bestandsimmobilie mit der erhöten Nachfrage. Dieser Trend wird sich sicher abkühlen aber nicht umkehren. Sprich es wird nicht billiger. Oder würden Sie in 8 Jahren Ihre Wohnung unter 450k verkaufen? Solange die Lage einigermaßen passt sind die Preise noch nie gefallen. Die Mietpreissteigerungen á la MUC, HH, FRA werden in kürze auch die "B" Städte wie Nürnberg, Erfurt u.ä. treffen. Da die Spekulationsobjekte in den "A" Städten zur Neige gehen interessieren sich die Investoren nun auch für diese Städte (gerade auch im EU vergleich ist Deutschland noch günstig).
Daher halte ich Eigentum noch für die beste Alternative. Ich gebe Ihnen aber recht was Ihre Erwartung an die Verwertung oder sog. "Zwangsversteigerung" angeht. Die Niedrigzinsen und "we finance everyone" Mentalität der Banken hat sich so Manchen überschätzen lassen. Wir werden sehen...


Hans

04.04.2018

In einigen Städten wie München, Berlin, Hamburg etc. den Hauptgroßstädten, würde ich nicht mehr kaufen bzw. bauen. Ich würde auf die Zwangsversteigerungen warten, die in den nächsten 3 bis 8 Jahren zwangsläufig kommen. Da alle jetzt für Niedrigzins Kredite genommen haben, sich immer überplanen / übernehmen und dann verkaufen müssen.

Außerdem ist alles unrealistisch, traue keinem Immobilienkredit und Bausparvertrag - alles Schwachsinn.
Ein Kauf ist nicht mehr realisierbar, außer man möchte das die 2. bzw. 3. Generation abgezahlt hat...somit muss die 3. bzw. 4. Generation nur weniger aufwenden zum renovieren - aber immerhin.

Beispiel gefällig?
Meine 3 Zimmer Wohnung hat jetzt einen Marktwert von 385.000 bis 395.000 Euro mit Stellplatz ca. 23.000 Euro sollte ich lt. Makler falls ich verkaufen wollte mal bei 420.000 Euro ansetzen.
So wie alle spinnen kann ich locker 450.000 bis 480.000 Euro ansetzen (gute Lage: Läden, Apotheken, Bus vor der Tür, S-Bahn nicht weit, etc.)

Wenn mann vom kaufen ausgeht, damit man Miete spart:

Miete sind ca. 900 bis 1.100 Euro.
Es heißt immer man soll 20 bis 30 Prozent Eigenkapital haben.
Nehmen wir 420.000 Euro, ich habe mit 150.000 Euro Eigenkapital also ca. 36% !!! gerechnet, dann komme auf eine monatliche Zahlung mit 3% Tilgung (DiBa Rechner - Immobilienangebot) auf 945 Euro mtl. das ginge ja.
Aber man muss ja auch noch weiter finanzieren!!!

Also pi mal Daumen zahlt einer an den ca. 270.000 Euro so 25 bis 35 Jahre.
(420.000 minus 150.000 Eigenkapital = 270.000 Kredit)

Nun müsse man aber die 150.000 Eigenkapital auch erst einmal über Jahrzehnte ansparen!!!

Aktien helfen...wenn Sie hochgehen....wenn....
Zum Teil schon möglich...wenn man das richtige nimmt.
z.B. habe ich Mensch & Maschine für 9 Euro gekauft, sind jetzt bei ca. 21 euro. Hätte ich da gut angelegt...dann hätte ich jetzt wesentlich mehr. Ist gut die Hälfte mehr...also bei 10.000 Euro wären es jetzt so 20.000 Euro.
Aber wer weiß das vorher schon?

Also Fakt:
Kaufen lohnt sich nicht, wenn man nicht mind. !!!! 35 bis 45 Prozent Eigentkapital für sein Haus bzw. Wohnung hat.

Zusätzlich!!!
Darf man seine Arbeit nicht verlieren oder weniger verdienen.
(a la Zeitarbeit - lange mitgemacht, ich weiß wovon ich rede).