Zeit und Geld sparen

Was nützt die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt)? | 13.04.2018

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Die Vorteile der vorausgefüllten Steuererklärung (VaSt) sind klar: Sie spart Zeit und verhindert Papierchaos. Automatisch lassen sich mit der VaSt jedoch nicht Steuern sparen.

Die Steuererklärung richtig und vollständig auszufüllen, rentiert sich in den meisten Fällen – ganz gleich, ob auf dem Papier oder elektronisch. Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler Deutschland empfiehlt jedem Bürger, eine Steuererklärung abzugeben. „Im Durchschnitt erhalten Steuerzahler 935 Euro zurück”, sagt die Juristin. Mit einer zusätzlichen Steuersoftware, wie z.B. smartsteuer bekommt der Kunde im Schnitt sogar 1.069 Euro wieder.

Selbstständige und Unternehmer müssen ihre Steuererklärungen im Regelfall bereits elektronisch abgeben. Arbeitnehmer und Rentner dürfen die Formulare zwar noch in Papierform einreichen, der elektronische Weg spart jedoch Zeit. „Wer sich für die elektronische Fassung entscheidet, kann gegebenenfalls Daten kopieren, zum Beispiel den Arbeitslohn, und muss nicht alles per Hand abschreiben”, sagt Klocke. Inzwischen gibt es neben den downloadbaren Programmen auch browserbasierte Tools. Diese ermöglichen es, ohne aufwändiges Downloaden sowohl am Tablet, als auch am Desktop eine Steuererklärung zu machen.

Möglichst schnell vom Tisch

Wer möglichst wenig Zeit in seine Steuererklärung investieren möchte, kann die Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) des Finanzamts nutzen. VaSt ist ein kostenloses Serviceangebot der Steuerverwaltung. Voraussetzung für deren Nutzung ist, dass man sich zuvor für dieses Verfahren angemeldet hat. Dafür liefert der Nutzer dem Finanzamt Name, Geburtsdatum und SteuerID und bekommt die Möglichkeit alle den Finanzamt vorliegenden Daten online abzufragen. Darüber hinaus können Programme, wie smartsteuer genutzt werden um weitere relevante Daten zur steuerlichen Situation zu erfassen.

Wer seine Steuererklärung authentifiziert übermitteln möchte beziehungsweise muss, muss sich vorab einmalig registrieren lassen. Den passenden Code gibt es per Post innerhalb von 2 Wochen. Eine Registrierung kann auch über Finanzdienstleister, wie die ING-DiBa angestoßen werden und vereinfacht die ganze Steuererklärung. Die Authentifizierung erfolgt in dem Fall über das Bezahlverfahren oder via Video-ID.

Nach der Registrierung lässt sich dann VaSt anstoßen. Anschließend übernimmt eine geeignete Steuersoftware die Daten in die Steuerformulare. „Wer zum ersten Mal eine elektronische Steuererklärung abgibt, benötigt eventuell etwas Zeit. Dafür geht es dann im kommenden Jahr meist flotter”, sagt Juristin Klocke.

Viele Stammdaten hat das Finanzamt schon

Mit der VaSt sind viele Stammdaten bereits vorhanden und müssen von den Nutzern nicht nochmal eingetippt werden. Dazu gehören Daten die das Finanzamt schon vorliegen hat: Name, Geburtsdatum, Adresse, Religionszugehörigkeit, Bankverbindung, die Lohnsteuerbescheinigung, die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung, Vorsorgeaufwendungen (Riester- und Rürup-Rente), Rentenbezüge und Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- oder Elterngeld. Arbeitgeber, Versicherungen und andere Dritte haben immer bis zum 28. Februar Zeit, diese Daten für das Vorjahr an das Finanzamt zu melden. Die VaSt ist daher meist erst Mitte März vollständig möglich.

Transparenz der Daten

Das Verfahren ermöglicht einen effektiveren und zeitsparenden Arbeitsprozess in den Finanzämtern und wird daher auch vom Gesetzgeber gefördert. So bequem der Online-Datenabruf bei der Finanzverwaltung erscheint – der Nutzer muss trotzdem selbst tätig werden.

Denn die VaSt stellt trotz Namens nur eine teilweise vorausgefüllte Steuererklärung dar. Es fehlen Einträge, die die Steuerlast senken könnten. Die VaSt allein, ist daher nur wirklich praktisch für diejenigen Steuerzahler, die nichts oder nur wenig von der Steuer absetzen können und keinerlei Besonderheiten im Steuerjahr zu verzeichnen haben. „Erst in Kombination mit einer Software, die mit einem geführten Interview die komplette steuerliche Situation erfasst und dank lukrativer Steuertipps das Maximum an Erstattung herausholt, entfaltet die VaSt ihr Potential“, weiß Björn Waide, Geschäftsführer der Online-Steuererklärung smartsteuer.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (13)


Kommentare

Volli

24.04.2018

Da ich die Belege alle sammeln muß um sie in die Steuererklärung einzutragen , kann ich sie auch gleich mitschicken . Dies macht weniger Arbeit . Der zugang zu der Online-Erklärung ist zu kommpliziert . Wenn ich die Steuererklärung per PC einreichen soll , kann ich diesen dann auch von der Steuer absetzen ? Ich mache es weiter wie bisher !!


Wolfgang

23.04.2018

zu Ibrahim K. vom 14.04.2018
Wenn das unser Staat ist, was machst Du noch hier.


Nick

20.04.2018

Liebe Frau oder Herr RL,
zu Ihrem Kommentar vom 20.4. kann ich Ihnen mitteilen, daß mir bekannt ist, daß für die ESt.-Erklg. 2017 erstmalig neu keine Belege einzureichen sind. Ich habe deshalb auch die Belege bei der Abgabe der ESt.-Erklg. nicht beigefügt diesen Monat. Die Finanzverwaltung hatte ja auch darauf hingewiesen, daß der Computer nicht erbetene Belege sofort wieder zurücksenden würde. Es kam, was kommen mußte bei 1000enden EUR, die abgesetzt wurden: das FA wollte natürlich Nachweise sehen ! Also hat mit der neuen Regelung sowohl die Finanzverwaltung nun mehr Arbeit, da der Vorgang zweimal in die Hand genommen werden muß als auch ich. Vor einigen Jahren war die Bearbeitung beim FA da noch wesentlich bürgerfreundlicher, als beim Infoschalter beim FA bei persönlicher Abgabe der ESt.-Erklg. man die Belege dabei hatte und diese kurz angeschaut, Häkchen gemacht und einem wieder zurückgegeben wurden. Diesen Service gibt es leider nicht mehr und dafür wird alles immer bürokratischer.


Andreas

20.04.2018

Bei Nutzung der VaSt sollte man trotzdem alle gelieferten Daten überprüfen. Es hilft aber Schreibarbeit einzusparen. Auch auf dem Elsterportal wird man mindestens teilweise geführt und es gibt fast überall eine recht ausführliche Hilfe.
Sehr ärgerlich empfand ich bei der Beantragung des Datenabrufs, dass es keinen Hinweis gab, dass auch für den Datenabrufs der Ehefrau ein zusätzlicher Antrag nötig wurde, was in meinem Fall wieder 10 Tage gedauert hat.


Gunther Stang

20.04.2018

Nach meiner Erfahrung lohnt es sich für die meißten Arbeitnehmer mitnichten eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Ich muß jedesmal froh sein, wenn ich dem Finanzamt nichts erstatten muß, selbst wenn ich, so wie im vergangenen Jahr, viel abzusetzen habe. Meine Rückerstattung dieses Jahr für KJ 2017 ganze € 7,50 .
Ich würde am liebsten keine Steuererklärung mehr machen, muß aber leider.
Mit freundlichen Grüßen
Gunther Stang


RL

20.04.2018

@nick zum Thema "Belege":
ee
"Im Juli 2016 trat ein neues Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in Kraft, das eine grundlegende Änderung des Gesetzes in Bezug auf Belege und Nachweise vorsieht. Bis dahin war jeder Steuerzahler verpflichtet, bestimmte Belege mit seiner Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

Ab 2017 wurde aus dieser Belegvorlagepflicht eine sogenannte Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet: Wer seine Steuererklärung abgibt, ist nur noch in Ausnahmefällen verpflichtet Nachweise beizulegen. "Belege sind mit der Einkommensteuererklärung nur dann ein­zureichen, wenn in den Vordrucken / Anleitungen ausdrücklich darauf hingewiesen wird", so das Bundesfinanzministerium. Kurz gesagt: Eine Steuererklärung ganz ohne Belege und Nachweise ist möglich.

Wichtig: Sammeln und Aufbewahren müssen Sie die Belege dennoch, denn bei Bedarf kann das Finanzamt die Unterlagen nachfordern - im Zweifelsfall sogar 10 Jahre lang. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Aufbewahrungsfrist.
Ab wann gilt die Belegvorhaltepflicht?

Das neue Gesetz trat zum 1. Januar 2017 in Kraft, die Änderungen galten daher erstmals für alle Belege, die Sie 2017 sammelten. Diese Belege werden im Steuerjahr 2018 mit der Steuererklärung 2017 eingereicht. "
(Quelle: https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/welche-belege-muessen-in-die-steuererklaerung.html)


Nick

19.04.2018

Ich bin bei diesen Internetübermittlungen schon lange sehr skeptisch als die Finanzverwaltungen anfingen, die Werbetrommel für " Elster" zu rühren. Ich habe deshalb dort angefragt, wie es mit der Übermittlung der Belege/Nachweise aussieht, d.h. ob man diese einscannen kann. Darauf wurde mir geantwortet, daß dies nicht möglich sei und ich diese nach wie vor auf dem Postwege oder Hausbriefkasten dem FA zuleiten solle. Da kann ich mir dann "Elster" sparen und den Mantelbogen, Anlage R und Anlage V auch wie bisher in Papierform zu den Nachweisen( Handwerkerrechnungen, Krankheitskosten, Spenden ) ins Kuvert dazulegen. Außerdem ist alles keine Hexerei, da sich jedes Jahr nur die Beträge verändern, aber die auszufüllenden Spalten und Zeilen in den Vordrucken mehr oder minder immer die gleichen sind und vom Vorjahr übernommen werden können.


Nixda

18.04.2018

zu Ibrahim K. vom 14.04.2018 : "Ich bin doch nicht Blöd und unterstütze euren Staat."
Vielleich aber asozial?


ING-DiBa

16.04.2018

Hallo Herr Ruebsam, vielen Dank für Ihren Hinweis! Das war kein Hacker, sondern ein Fehlerteufelchen. Wir geben das gleich zur Korrektur an die Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Klaus Ruebsam

16.04.2018

Wenn ich mit der Maus über das Orange mit "Steuerklärung? "Mach ich einfach! Ohne Papierkram." .... gehe, bekomme ich den OnMouseOver-Hinweis "Überweisen ganz ohne TAN". Wurde die Seite gehackt? Das passt doch nicht zusammen!


notting

15.04.2018

Ähm, ich kann mit Elster schon ewig die Daten aus dem Vorjahr übernehmen. Da dürfte eher mehr als weniger übernommen werden als bei VASt...

notting


Ibrahim K.

14.04.2018

Steuern. Ne ich zahle keine.
Noch nie gezahlt . Ich bin doch nicht Blöd und unterstütze euren Staat.


Jens

13.04.2018

Wer wirklich seine "Steuererklärung richtig und vollständig aus[zu]füllen" möchte, wie es weiter oben angepriesen wird, sollte sich keineswegs auf eine Software mit "geführtem Interview" verlassen, und ganz besonders nicht auf eine App!!! Das Steuerrecht ist viel zu komplex, als dass man es von einem steuerlichen Laien auf diesem Wege vollständig "abfragen" könnte. So weit ist die KI-Technologie derzeit einfach noch nicht.

Oder warum glaubt ihr muss ein angehender Steuerberater (nach abgeschlossenem Studium und mehrjähriger einschlägiger Praxis) noch eine Prüfung ablegen, die nur rd. 1/3 aller Prüflinge bestehen? Und das trotz einer etwa 1,5-2jährigen Vorbereitungsphase voller Schulungen, Seminare und Probeklausuren???

Wenn man dann immer wieder von "apps" liest, die von sich behaupten, dieses enorme Wissen und geballte Erfahrung auf einem 5-Zoll-Display eines Mobiltelefons abfragen / darstellen zu können, macht mich das einfach nur fassungslos. Und die Leute scheinen es auch noch zu glauben und zahlen sogar Geld dafür.

Schaut euch doch nur mal die AGBs von smartsteuer an:
https://www.smartsteuer.de/online/agb/
Z.B.:
"Die Dienste von smartsteuer beinhalten keine individuelle Beratung oder individuelle Prüfung der vom Kunden eingegebenen Daten."
"...unverbindliche Berechnung eines Annäherungswertes..."
"smartsteuer ermittelt die Steuerschuld aufgrund der vom Kunden eingegebenen Daten"
"In allen übrigen Fällen ist die Haftung von smartsteuer [...]ausgeschlossen."

Also: Wer es nur schnell und billig will, geht zu smartsteuer (oder anderen apps). Wer es aber vollständig und richtig will (sodass es anschließend auch keinen Ärger mit dem Finanzamt wegen fehlender oder falscher Angaben gibt), geht zum Steuerberater. Denn dafür sind sie da. Und sie kosten bei kleinen Einkommensteuerfällen in der Regel auch nicht die Welt. ;-)