Geldfrage des Monats

Wie schmutzig ist Geld? | 28.11.2018

Bezahlen an der Kasse

© ING

Unsere Geldfrage im November: Wie schmutzig ist Geld?

Das lässt sich klar beantworten: Es ist sehr schmutzig. Geldscheine und -münzen wechseln sehr häufig den Besitzer – doch das ist nur einer der Gründe, warum sie stark mit Keimen belastet sind.

Bis zu 3.000 Bakterienarten tummeln sich auf einem einzelnen Geldschein. Das jedenfalls ergaben Untersuchungen des „Dirty Money Project“. Dabei haben Forscher aus New York weltweit Geldscheine in Augenschein genommen. Sie setzten modernste Technik wie etwa ultraschnelle Gen-Sequenzierungsmethoden ein, um Mikroorganismen auf die Spur zu kommen. Generell finden sich Organismen Experten zufolge mehr auf Scheinen als auf Münzen, da ihre Messing- oder Kupferlegierung leicht antibakteriell wirkt.

Warum sind Geldscheine so schmutzig?

Wechselt ein Geldschein den Besitzer, dann werden hunderte Bakterien übertragen. Je älter der Geldschein, desto mehr steigt die Keimbelastung. Die Baumwollfasern des Scheins werden mit der Zeit immer rauer und bieten Keimen mehr Platz. Tests ergaben außerdem: Je kleiner der Wert einer Banknote, desto höher die Zahl der darauf zu findenden Keime. Der Grund: Solche Scheine wechseln viel häufiger den Besitzer. In der EU werden Geldscheine nach einigen Jahren aus dem Verkehr gezogen und durch neue ersetzt.

Und wie sieht es mit frischem Automatengeld aus? Tja, Keime und Bakterien lauern Tests zufolge hier zwar nicht auf den Scheinen, dafür ist die Tastatur des Geldautomaten keimverseucht. Diese wird schließlich von vielen verschiedenen Menschen genutzt, auf deren Hände sich massenweise Bakterien und Viren befinden. Auch wer viel via Smartphone zahlt, entzieht sich den Übeltätern nicht – im Gegenteil. Smartphones sind stärker mit Bakterien verunreinigt als ein Toilettensitz. Das jedenfalls zeigt eine Studie der britischen Versicherungsfirma "Insurance2go".

Hilfe – macht mich mein Geld krank?

Müssen Verbraucher nun Angst vor Krankheiten haben? Aus Sicht von Experten eher nicht. Wer über ein intaktes Immunsystem verfügt, der wird vom Anfassen des Geldes nicht krank. So sieht es auch Carl-Ludwig Thiele, ehemaliges Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank: Die Gefahr der Übertragung von Viren und Bakterien sei bei Bargeld nicht größer als bei Zeitungen und wahrscheinlich kleiner als bei der Tastatur von Kartenterminals.

Man sollte allerdings nicht auf die Idee kommen, sich Geld in den Mund zu stecken oder es abzulecken. Und: Wer öfter am Tag mit Geld zu tun hat oder auf seinem Smartphone tippt, sollte sich lieber einmal mehr die Hände waschen – insbesondere vor dem Essen oder Kochen.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (11)


Kommentare

Heinz

10.12.2018

Wir kommen wirklich täglich mit reichlich Keimen in Berührung. Mach vieleicht auch nix. Aber wenn ich sehe, dass Leute im Arztwartezimmer die Zeitschriftenseiten umblättern und sich vorher den Zeigefinger im Mund nass machen, dann wird mir doch übel.


Helmar

08.12.2018

Es ist sehr leicht zu durchschauen, wohin uns dieser Artikel lenken soll.
Das Bare soll weg! Aber: "Dreck macht gesund"


Christoph

05.12.2018

Das sind überwiegend harmlose Hautbakterien. Die Angstmache soll die Abschaffung des Bargeldes rechtfertigen.
Ich bin für die Erhaltung des Bargeldes. Ich will kein gläserner Sklave der Banken und des Staates werden.


Nora

30.11.2018

Nicht nur Geld ist schmutzig. Vieles was wir so anfassen ist schmutzig, das ist ganz natürlich.

Da regen sich Leute hier über das "schmutzige" Geld auf, fassen aber dann - obwohl es Handschuhe oder Zangen gibt - die Lebensmittel z.B. Semmeln bei der Selbstbedienung im Laden mit der Hand an und kommen auch an die Semmeln, welche sie nicht kaufen.
Wenn man was sagt, dann werden sie gleich aggressiv.

Was immer hilft und die wenigsten machen ist nun mal Hände waschen!
Hände waschen wenn man heim kommt und was natürlich sein sollte, Hände waschen wenn man von der Toilette kommt.
Mir sind schon viele entgegen gekommen, die nachweislich nicht ihre Hände gewaschen haben...sogar damals als ich noch in der Bank gearbeitet habe...so viel zum Thema Elite.

Und zu guter letzt: NUR BARES IST WAHRES!


Niels

29.11.2018

Was ist denn schon Schmutz... etwas alltägliches. Woraus bestehen unsere Körper? Aus Ariel??? Sind wir weiße Riesen??? Vllt. sollten wir überlegen, welche unserer Handlungen uns beschmutzen... Was ist schon das bisschen Dreck, der an Scheinen/Münzen klebt, dagegen ;-)


@Sven

29.11.2018

Nachteil ohne Bargeld: Man denkt nicht mehr nach, bei Bargeld muss man mitrechnen, überfallen wird man zwar nicht - aber das digitale Konto wird komplett geplündert und nicht nur 25 Euro die im Geldbeutel waren, sondern sogar vielleicht das ganze Gehalt, krumme Geschäfte werden immer gemacht.....

Man gibt zu leichtsinnig Geld aus....na da muss man sich halt unter Kontrolle halten...Selbstdisziplin!!!


Sven

29.11.2018

Vorteil ohne Bargeld : Man hat immer was dabei...Man braucht kein Wechselgeld...Überfall zwecklos... Geld aus " krummen " Geschäften kann besser nachverfolgt werden...

Nachteil : Man gibt zu Leichtsinnig Geld aus...


@Oli

28.11.2018

Klar, Bargeld abschaffen....
Das Onlinegeld ist dann schnell woanders, gesperrt, gerade nicht übertragbar, das Gerät, Konto etc. hat einen Virus / Trojaner.
Schon klar - wieder so Bitcoinfanatiker....ach war da nicht was? Eine der größten Bitcoinbörsen wurden bestohlen, haben die Bitcoin(daten) nicht wieder gefunden, der Kurs ist von unten auf 20.000 Dollar und ach herrje, wieder voll auf 4.000 Dollar und weniger gefallen.
Schon klar...schöne High-Tech-Welt...tztztz


Oli

28.11.2018

Noch ein Grund mehr Bargeld abzuschaffen.


margit

28.11.2018

Das schmutzige Geld gibt es schon lange und Menschen sind nicht "umgefallen" davon.
Ich möchte mein Bargeld behalten.


Peter

28.11.2018

Geld ist so schmutzig wie alles andere was Leute anfassen auch ist.
Einkaufswägen, Fahrkartenautomaten, Türen von Toiletten und S-Bahnen etc.
Also kein Grund auf Mobiles bezahlen zu wechseln.