Zahlungsmöglichkeiten der Zukunft

Aufgewacht, Sonnenschein! Die Zukunft ist hier.

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In den Ohren mancher Leute klingt es schon wie ein Klischee, während es anderen erst noch in seinem ganzen Ausmaß bewusst werden muss: Was vor wenigen Jahren als Science Fiction galt, ist entweder längst hier oder steht kurz bevor.

Zahlungsmöglichkeiten heute

Gerade was die Zahlungsmöglichkeiten angeht, hat sich schon vieles geändert. Onlinehändler machen traditionellen Geschäften immer stärker Konkurrenz, Onlinebanking ist längst Alltag für viele Menschen und in immer mehr Geschäften kann mit Smartphone-Apps bezahlt werden. In Deutschland bevorzugen die meisten Menschen zwar nach wie vor Scheine und Münzen, aber in anderen Ländern ist Bargeld allmählich am Verschwinden.
 
Wo soll das alles hinführen? Das Zauberwort heißt: biometrische Daten. Schon seit einigen Jahren experimentieren Unternehmen damit, technische Lösungen zu entwickeln, um Kunden anhand ihrer körperlichen Besonderheiten zu identifizieren. Ziel dieser Herangehensweise ist es, für mehr Sicherheit zu sorgen, als herkömmliche Passwörter es können. Inzwischen gibt es verschiedene Ansätze.

Würden Sie Ihre biometrischen Daten für Bezahlvorgänge nutzen?

Zahlen mit dem Herzschlag

Jeder Mensch hat einen individuellen Rhythmus, in dem sein Herz schlägt. Ein kanadisches Start-up hat ein Armband namens Nymi entwickelt, das ein EKG erstellt und in einen Code umwandelt, um seinen Besitzer zu identifizieren. Der eigentliche Bezahlvorgang funktioniert ähnlich wie heute schon bei manchen Kreditkarten, indem man es nah an ein Lesegerät hält. Nymi sei so zuverlässig, dass es seinen Träger selbst bei verändertem Herzschlag, durch Anstrengung oder Alter, erkennen kann. Sobald das Armband abgenommen wird, ist es inaktiv – erst nach einem erneuten EKG kann es wieder genutzt werden.
 
Seit 2014 wird Nymi mit 250 Probanden getestet, aber Experten sind kritisch. Einerseits halten sie die Anschaffung des Armbands für eine Hemmschwelle bei der kommerziellen Nutzung, andererseits könnten Kunden sich gesundheitlich überwacht fühlen, wenn ihr Herzschlag überprüft wird.

Zahlen mit den Venen der Hand

Hier findet die Identifizierung über das markante Netz von Venen und Blutgefäßen der menschlichen Hand statt. Harmlose Infrarotstrahlen scannen die Hand, identifizieren so den Kunden und übertragen anschließend den Betrag des Einkaufs an eine Datenbank – am Ende des Monats wird, ähnlich wie bei Kreditkarten, abgerechnet. In Schweden wird diese Technik bereits getestet. Experten loben die Einfachheit und Schnelligkeit des Systems, geben aber zu bedenken, dass es mit einem großen Erstaufwand verbunden und insgesamt recht teuer ist.

Zahlen mit der Iris

In diesem Bereich gehört die Firma Irisguard zu den führenden Unternehmen. Allerdings will Irisguard kein eigenes Bezahlsystem einführen, sondern versteht sich als Vermittler zwischen Kunde und Bank. Über einen Scanner wird die Iris des Kunden identifiziert, anschließend wird ein Algorithmus erstellt, der mit dem von der Bank gespeicherten abgeglichen wird – die eigentliche Zahlung läuft über eben dieses Kreditinstitut. Obwohl diese Technik schon an manchen Flughäfen eingesetzt wird, gibt es Kritik: Tests haben ergeben, dass sich der Irisscan allein mit einem hochaufgelösten Foto überlisten lässt. Außerdem bestehe die Möglichkeit, dass Kunden es als bedrohlich empfinden könnten, ihre Augen scannen zu lassen.

Zahlen mit Fingerabdruck

Der Klassiker. Laptops und Smartphones können längst per Fingerabdruck freigeschaltet werden – und in den USA kann er seit dem iPhone 6 zum Bezahlen genutzt werden. Auch hier kommt ein Scanner zum Einsatz, der aber nicht nur die Linien der Fingerkuppen testet, sondern darüber hinaus auch Puls und Temperatur. In Deutschland ist das System bislang nicht über Testphasen hinausgekommen. Obwohl es keine 100%ige Sicherheit bietet, glauben manche Experten, dass es die größte Chance hat, sich durchzusetzen – auch weil diese Methode am weitesten fortgeschritten ist.



Ihre Meinung

Kommentare (5)


Kommentare

ING-DiBa

21.01.2016

Hallo G.R., eine spezielle Funktion zur Aufladung Ihres Mobiltelefons bieten wir aktuell nicht an. Natürlich geben wir Ihren Wunsch aber gern an die Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


G.R.

20.01.2016

Besteht bei Ihnen die Möglichkeit mein Mobiltelefon über Online-Zugriff aufzuladen? Bei anderen Kreditinstituten ist dies bereits möglich.


ING-DiBa

28.10.2015

Hallo W.M., zur NFC-Technik können wir so ausführlich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Am besten schauen Sie doch mal selbst im Internet. Chip.de hat zum Beispiel ausführliche Erklärungen dazu. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


W.M.

27.10.2015

Was ist mit der sogenannten NFC Technick, mit der viele Smartphone ausgestattet sind?
Wie funktioniert diese? Muß man da ein besonderes Konto vorweisen auf dem ein bestimmter Betrag liegt?


matti

19.10.2015

Das Problem ist die gestohlene Identität. Macht erst mal jemand mit (einer illeglen Kopie) meiner Biometrie böse Geschäfte, kann ich sie nicht so einfach löschen. Einen Pass und eine Kreditkarte kann ich sperren.