Fonds- und ETF-Ratings

So treffen Sie die richtige (Aus)Wahl! | 04.05.2016

Mit Fonds lässt sich in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe sowie in unterschiedliche Regionen und Branchen investieren. Hat man sich entschieden, wo man investieren möchte, stellt sich die Frage: Welcher Fonds ist der Richtige? Ratings können bei der Entscheidung helfen.

Bereits vor 20 Jahren präsentierte Morningstar Anlegern erstmals ein Ratingsystem als Entscheidungshilfe. Unter Beobachtung stehen dabei nicht nur die in Deutschland zugelassenen Fonds, Morningstar vergleicht auch die Anbieter aus dem europäischen Ausland. Fonds mit gleichen Anlagezielen werden in Kategorien zusammengefasst, wofür man sich hier nicht nur auf den Fondsnamen verlässt, sondern sich die einzelnen Portfoliopositionen genau anschaut. Während sich die Managementgebühren eines Fonds bereits im Preis des Fondsanteils und damit in der Performance niederschlagen, berücksichtigt Morningstar auch den Ausgabeaufschlag, der bisweilen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Das wichtigste Kriterium bleibt jedoch die risikoangepasste Rendite, wo sich Morningstar zunächst auf einen dreijährigen Beobachtungszeitraum beschränkte, 2006 aber auch ein Rating für einen Fünf- bzw. Zehnjahreszeitraum eingeführt hat. Innerhalb ihrer Kategorie werden die Fonds auf Basis des Gesamtratings schlussendlich mit einem bis fünf Sternen klassifiziert. Nur die besten 10% aller in der jeweiligen Kategorie bewerteten Fonds erhalten das bestmögliche Rating von fünf Sternen.

Privatanleger im Fokus

Etabliert hat sich in den vergangenen Jahren auch die €uro-FondsNote, die 2002 vom Axel Springer Finanzen Verlag und FondConsult eingeführt wurde und in verschiedenen Fachpublikationen veröffentlicht wird. Wie die Publikationen des Verlages ist auch die €uro-FondsNote auf Privatanleger ausgerichtet und bewertet Fonds nach dem Schulnotenprinzip von 1 bis 5. Als quantitative Kriterien vergleicht die €uro-FondsNote das Abschneiden des Fonds gegenüber seiner Benchmark sowie gegenüber seiner Peer-Group in einem Zeitraum von 48 Monaten und dem dabei eingegangen Risiko. Managerkontinuität, die Konstanz des Investmentansatzes sowie Verständlichkeit des Fonds bilden die qualitativen Kriterien der Bewertung. Für die über 9.000 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds wird die €uro-FondsNote jeden Monat neu berechnet.

Gleicher Ansatz, identisches Ergebnis

Nicht ganz so einfach ist ein Rating passiver Investmentansätze, wie sie den meisten ETFs zugrunde liegen. Deshalb verzichten wohl auch viele große Fondsrating-Häuser weitestgehend auf ein spezielles ETF-Rating. Als einziger Anbieter stellt die Berliner Scope Group Privatanlegern ein spezielles ETF-Rating kostenfrei zur Verfügung, das auf einem nicht komplett veröffentlichten Kriterienkatalog basiert und die Produkt-, Index- und Informationsqualität sowie die Transparenz bewertet. Da ETFs einen Basisindex abbilden, weicht ihre Performance vom zugrundeliegenden Index nur wenig ab, ebenso die Entwicklung vergleichbarer ETFs untereinander. Echte Unterschiede gibt es meist nur bei der Höhe der Management- und Verwaltungskosten, der Replikationstechnik sowie in der Handelsliquidität. Als weitaus wichtigere Auswahlhilfen sollten Anleger allerdings individuelle Kriterien berücksichtigen: Etwa ob der zugrunde liegende Index den Zielen des Anlegers überhaupt entspricht oder der ETF Erträge wie z.B. Dividenden ausschüttet oder wieder im Fondsvermögen anlegt (thesauriert).

Ratings als Orientierungshilfe

Sterne, Noten, Buchstaben – im Rating-Dschungel den Durchblick zu behalten ist keine leichte Aufgabe. Doch wer die Ratings zu lesen weiß, für den können sie eine wichtige Unterstützung bei der Investmententscheidung sein. Dabei sollten Anleger jedoch stets auch ihre persönlichen Anlageziele im Auge behalten.


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