Mode-Aktien: Schickes mit Renditechancen

Mit Fast Retailing, Zalando und Co. können Anleger ein Dress-up für das Depot vollziehen. | 27.07.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Schlendern Sie auch gerne mal zum Shoppen durch die Einkaufsstraßen? Bestimmt! Und ganz sicher ist auch Ihnen aufgefallen, dass immer weniger traditionelle Einzelhändler dort ihre Geschäfte betreiben, sondern viele Filialbetriebe in den Stadtzentren angesiedelt sind. Nicht zuletzt sind das die zahlreichen Läden mit Bekleidung – günstig und hip, allen voran Zara und H&M. Das Business brummt, könnte man meinen. Doch der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es längst nicht mehr so rund läuft, wie noch vor einigen Monaten.

Zum Beispiel Hennes & Mauritz: Der schwedische Konzern war lange Platzhirsch im europäischen Modemarkt. Mittlerweile jedoch rumpelt es in der Stockholmer Zentrale und in den rund 4750 Geschäften weltweit. „Verkaufen“, empfiehlt so auch Analyst Michael Pohn von der DZ Bank für die H&M-Aktie und begründet das damit, dass das zweite Geschäftsquartal des Textilherstellers noch schwächer gewesen sei als ohnehin befürchtet. Andrew Hughes von der UBS findet das langsame Wachstum des Bekleidungsriesen enttäuschend und senkt ebenfalls den Daumen. Und Michelle Wilson von der Privatbank Berenberg meint: „Die hohen Lagerbestände lasten in naher Zukunft weiter auf Umsatz und Bruttomargen.“

Hohe Lagerbestände

Was H&M bremst, ist das sich verändernde Verhalten der Kernzielgruppe. Immer weniger junge Menschen machen sich auf die Offline-Jagd nach „Fast-fashion-Mode“; vielmehr ist das Stöbern in Internet-Stores angesagt. Und da hinkt H&M der Konkurrenz, gerade der Zara-Mutter Inditex, ein gutes Stück hinterher. Die Folge: In den Filialen stapeln sich kaum verkäufliche Klamotten, die nur mit hohen Preisnachlässen über den Ladentisch gehen. „Das erste Halbjahr war schwieriger als wir dachten, aber wir glauben, dass es eine allmähliche Verbesserung gibt“, sagte H&M-Vorstandschef Karl-Johan Persson bei der Vorlage des jüngsten Quartalsberichts, „die Veränderungen in der Industrie fordern alle heraus.“ Ungetrübter Optimismus sieht anders aus.

Recht positiv bewerten Beobachter aus den Investmentbanken dagegen Inditex und die Aktie des Marktführers. „Schätzung beim Vorsteuergewinn übertroffen“, „überzeugende Profitabilität“, „zuversichtlich für die Margen“ lauten nur einige aktuelle Statements der Analysten. Wichtigster Grund: Die Spanier stemmen sich erfolgreich gegen die Abwanderung der Kunden ins Online-Geschäft. Innovations-Teams arbeiten daran, klassische Ladengeschäfte möglichst eng mit Online-Diensten zu verknüpfen. Das sind zum Beispiel digitale Assistenten, genauere Kundenstrom-Analysen, individualisierte Angebote sowie bessere Bestellmöglichkeiten für zuvor im Geschäft anprobierte Stücke.

Technologie zählt

Außerdem versucht Inditex in einem Bereich Schritt zu halten, der eigentlich die angestammte Domäne von H&M war: kurze Produktzyklen. Während etwa Zara zum Teil monatlich neue Kollektionen auf den Markt bringt, geschieht dies bei einigen Online-Anbietern zuweilen alle zwei Wochen. Zur Erinnerung: Traditionelle Hersteller präsentierten meist mit großem Aufwand gerade zweimal pro Jahr ihre neuen Produktlinien.

Dass nicht nur Geschwindigkeit zählt, beweist der Online-Händler Zalando. Die Berliner leiden darunter, dass viele Besteller sehr auf den Preis achten. Analyst Thomas Maul von der DZ Bank sieht so im „weiteren Rückgang des durchschnittlichen Warenkorbwertes ein Risiko“. Mit Projekten wie Zolon, einer Art Social-Media-Stilberatung, sollen die Beträge wieder gesteigert werden. Dennoch wird Zalando investieren müssen, um weiter eine relevante Rolle zu spielen.

Branche im Wandel

Zudem drängen neue Wettbewerber ins Feld. Besonders aggressiv geht dabei das japanische Unternehmen Fast Retailing mit seiner Marke Uniqlo vor. Fast-Retailing-Boss Tadashi Yanai will erklärtermaßen an Inditex und H&M vorbeiziehen. Ein hohes Wachstum bei den Filialen, die rasante Expansion in Märkten wie China sowie ein ausgeprägter Fokus auf das Online-Geschäft haben Fast Retailing bereits jetzt zur globalen Nummer drei gemacht. Mit Werbeikonen wie dem Tennisstar Roger Federer, der jüngst einen 300-Millionen-Dollar-Vertrag mit Uniqlo unterschrieb, soll der Sprung an die Weltspitze gelingen.
Und die Chancen stehen nicht so schlecht. Zwar sollten Anleger bei Titeln, die in Fremdwährungen notieren, neben dem Kursrisiko auch das Wechselkursrisiko beachten. Doch in Sachen „Fashion Trends 2018“ notierte die Unternehmensberatung McKinsey: „Die globale Modeindustrie steht ökonomisch, technologisch und strategisch an einem Wendepunkt – mit neuen Chancen auf Wachstum und Profit.“

Investment-Beispiele Aktien:

Fast Retailing***

ISIN

US31188H2004******

Aktueller Kurs

3,67 €

KGV* (2018)

36,5

Gewinn/Aktie (2018**)

10,42 €

Dividende (2018**)

3,10 €

Dividendenrendite (2018**)

0,8 %

Hennes&Mauritz****

ISIN

SE0000106270

Aktueller Kurs

13,52 €

KGV* (2018)

16,4

Gewinn/Aktie (2018**)

0,81 €

Dividende (2018**)

0,89 €

Dividendenrendite (2018**)

6,7 %

Inditex*****

ISIN

ES0148396007

Aktueller Kurs

28,57 €

KGV* (2018)

23,0

Gewinn/Aktie (2018**)

1,25 €

Dividende (2018**)

0,88 €

Dividendenrendite (2018**)

3,1 %

Zalando

ISIN

DE000ZAL1111

Aktueller Kurs

49,18 €

KGV* (2018)

88,2

Gewinn/Aktie (2018**)

0,55 €

Dividende (2018**)

0,00 €

Dividendenrendite (2018**)

0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 31.8.; **** Geschäftsjahresende 30.11.; ***** Geschäftsjahresende 31.1.; ****** Bezugsrecht; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 27.7.2018


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